Forschungs­schwerpunkte

Musikpädagogik

Musikpädagogik

Im Fach Musikpädagogik laufen immer mehrere kleinere Forschungsprojekte. Dazu wurden im Laufe der Jahre auch einige größere, durch Drittmittel geförderte Projekte durchgeführt, welche jeweils an der Professur „Empirische Musikpädagogik“ angesiedelt sind, welche die Forschung auch in der Lehre vertritt. Bisher sind dies Studien zum Musikalischen Selbstkonzept (Schweizerischer Nationalfonds), die wissenschaftliche Begleitung zum Schulprojekt „Primacanta“ in Frankfurt am Main (Crespo Foundation), das internationale Projekt „Sounding Ways into Mathematics“ mit sieben europäischen Ländern (Lifelong Learning Programme der EU Kulturkommission, in Kooperation mit der Professur Didaktik der Mathematik der Goethe-Universität), und aktuell die Untersuchung der Response-Projekte in Hessen und Thüringen zur Erforschung von Kompositionsprozessen mit Schulklassen (HfMDK / Sparkassenstiftungen).

Weitere Forschungsarbeiten in folgenden Bereichen erfolgen im Rahmen von Promotionsprojekten: Musikpädagogische Konzepte wie Koordination, Atmosphäre, Enthusiasmus, musikalische Identität und musikalisches Selbstkonzept, unterrichtswissenschaftliche Studien über didaktische Konzepte zum Singen, zu Musik und Bewegung, den Umgang mit Fehlern, theoretisch-didaktischen Konzeptionen sowie zu historischen Themen. Symposien, Tagungen, Weiterbildungen, Ringvorlesungen und –seminare werden regelmäßig organisiert, u.a. ein Symposium zum Gedenken von Sigrid Abel-Struth, die Tagung der deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie, Studientage im Rahmen der an der HfMDK gegründeten Graduiertenschule Musikpädagogik u.v.a.m. 

Gesichter

Musikwissenschaft

Musikwissenschaft

Die Forschung ist ein wesentlicher Aspekt des Fachs Musikwissenschaft an der HfMDK. Dabei reicht das Spektrum von der Musik des 16. Jhdts. bis zu Methoden der Digital Humanities.

Seit Oktober 2004 beschäftigt sich ein Langzeitprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Ackermann mit dem kompositorischen Schaffen von Giovanni Pierluigi da Palestrina (ca. 1525–1594). Zurzeit wird, von der DFG gefördert, eine Onlinedatenbank der Werke Palestrinas erstellt. Das Neuartige dabei ist die Verknüpfung eines Werk- und Quellenverzeichnisses mit der Visualisierung quellennaher Partiturdarstellungen in digitaler Form, die im Gegensatz zu den gedruckten Erscheinungsformen mit umfangreichen Rechercheansätzen sowie vielfältigeren und verständlicheren Informations- und Darstellungsweisen aufwarten kann. Desweiteren besteht eine Mitherausgeberschaft an der neuen Gesamtausgabe „Edizione Nazionale delle Opere di Giovanni Pierluigi da Palestrina“, die in Rom herausgegeben wird.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Forschung zu Jacques Offenbach. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen in Deutschland und Frankreich (u.a. Deutsches Historisches Institut Paris, Bibliothèque nationale Paris, Historisches Archiv der Stadt Köln, Boosey & Hawkes) sowie in enger Verbindung mit der Jacques-Offenbach-Gesellschaft Bad Ems konnte eine umfangreiche Bibliothek und eine Quellenbibliographie zum Werk Jacques Offenbachs angelegt werden. Letztere soll zukünftig online zur Verfügung gestellt werden. In der Publikationsreihe „Jacques-Offenbach-Studien“ der HfMDK in Verbindung mit der Jacques-Offenbach-Gesellschaft Bad Ems sind bislang 4 Bände erschienen.

Abgeschlossen wurde im Jahr 2020 ein von der DFG gefördertes interdisziplinäres Forschungsprojekt mit der Herausgabe des sechsten und letzten Bandes der kritischen Neuausgabe des Freylinghausenschen Gesangbuches aus den Jahren 1708 und 1714. Mit ihren zahlreichen Einzelausgaben sowie den beiden Gesamtausgaben wurde diese zweiteilige Anthologie zur einflussreichsten Liedsammlung des Pietismus, auf die noch eine ganze Reihe von Texten und Melodien in Gesangbüchern unserer Zeit zurückgeht. Dieses Schlüsselwerk frühneuzeitlicher evangelischer Gesangbuchliteratur soll sowohl der kirchen-, musik- und literaturgeschichtlichen Forschung und Lehre als auch der kirchenmusikalischen Ausbildung und Praxis verfügbar gemacht werden.

Weiter fortgeführt wird ein deutsch-italienisches Forschungsprojekt zur Rekonstruktion des verlorengegangenen Musikbestandes der deutschen Nationalkirche in Rom S. Maria dell’Anima, die im 17. und 18. Jahrhundert eine der bedeutendsten kirchenmusikalischen Institutionen der Ewigen Stadt war. Neben einer Edition des umfangreichen Musikalienbestandes wird dabei auch die Frage nach der Funktion von politischer (herrscherlicher) Selbstdarstellung im Medium von geistlicher Musik und kirchlichem Fest im Mittelpunkt der Forschungen stehen.

Weiterhin besteht eine Mitarbeit an der wissenschaftlich kritischen Ausgabe der Werke Bohuslav Martinůs sowie eine Zusammenarbeit mit der Frankfurter Zentralredaktion von RISM im Bereich der Quellenforschung. Außerdem werden regelmäßig Symposien und Ringvorlesungen veranstaltet, in der Vergangenheit etwa zur Sinti und Roma Forschung, zur Geschichte der Frankfurter Museumsgesellschaft oder zum Komponisten Ferdinand Hiller.

Gesichter

Tanzwissenschaft

Tanzwissenschaft

Hier liegt ein Forschungsschwerpunkt in den Bereichen Archivierung und Selbstdokumentation in den darstellenden Künsten: Hierzu fand 2018 im Münchner Theater Schwere Reiter ein internationales und interdisziplinäres Symposium unter dem Titel „Housing the Temporary“ statt, das lokale wie globale, historische wie zeitgenössische Strategien im Umgang mit Material künstlerischer Forschung und künstlerischen Prozessen zum Thema hatte. Hierzu ist ein Sammelband in Vorbereitung. Die Untersuchung erweitert sich gerade auf „Archiving“ als Methode in postkolonialen Zusammenhängen.

Methodenforschung ist in der Tanzwissenschaft an der HfMDK ein zweiter Forschungsschwerpunkt, der neben der genannten auch Kontextualisierungs- und Referentialisierungsstrategien in zeitgenössischem Tanz und Performance Art in den Blick nimmt. Als jüngste Veröffentlichung liegt in diesem Feld ein Beitrag über das Stehen vor (in Balme/Szymanski-Düll, (Hg.): Methoden der Theaterwissenschaft, Tübingen 2020). In beiden Forschungsschwerpunkten erweist sich jüngst ein dritter zunehmend als wichtig, der die beiden erstgenannten durchzieht: nämlich die Frage nach der Dekolonialisation des Tanzes. „How to deal with decolonization in practice?” untersucht aus explizit “weißer” Perspektive und am Beispiel “weißer” künstlerischer Positionen den Umgang mit dekolonialen Konzepten. 

Kontakt

Porträt von Katja Schneider
(Foto: Lorna Lüers )

Prof. Dr. Katja Schneider

ProfessurTanzwissenschaft

Prof. Dr. Katja Schneider

ProfessurTanzwissenschaftFB3 Darstellende Kunst
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+49(0)6936607143
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Potenzialbereiche

Potenzialbereiche

Von der künstlerischen Forschung zur Forschung an der Kunsthochschule.

An der HfMDK rückte die künstlerische Forschung in den letzten Jahren zusehends in den Fokus. Welche Priorität das Thema hat, beweist die Einrichtung einer fachbereichsübergreifenden Arbeitsgruppe, die sich seit 2014 vertieft mit künstlerischen Forschung auseinandergesetzt hat. Ziel war es u.a., sich dem Begriff der künstlerischen Forschung aus der Perspektive der HfMDK zu nähern und künstlerische Forschung hochschulweit als Schwerpunkt zu verankern. Im Jahr 2015 organisierte die Arbeitsgruppe das Symposium „Künstlerische Praxis als Forschung“ in dessen Rahmen Lehrende der HfMDK und der HfG Offenbach ihre Forschungsvorhaben vorstellten, der Arbeitsstand der Arbeitsgruppe präsentiert wurde und ein Austausch mit externen Experten stattfand. Fortgesetzt wurde die Auseinandersetzung und Diskussion zur künstlerischen Forschung schließlich in der Hochschulpublikation Frankfurt in Takt, mit dem entsprechenden Schwerpunktthema im Wintersemester 2015/2016.

Auf der Basis dieser Entwicklungen hat sich die HfMDK zum Ziel gesetzt, das Zusammenspiel künstlerischer und wissenschaftlicher Praxis zu definieren und auf eine höhere Erkenntnisebene zu heben. Darüber hinaus soll sie helfen, die künstlerische Ausbildung in einer von universitären Forschungsansätzen bestimmten Diskussion zu legitimieren und nicht zuletzt der Lehre neue methodische Instrumente in die Hand zu geben, um die Ausbildung weiter zu verbessern und perspektivisch für die Zukunft zu öffnen.

Projekt „Künstlerische Forschung“

Seit 2018 läuft das Sonderprojekt des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst „Künstlerische Forschung“. Das Projekt zielt auf eine umfassende Verankerung künstlerischer Forschung an der HfMDK durch unterschiedliche Aktivitäten und Strukturen: Begriffserklärung, curriculare Verankerung, Vernetzung von Aktivitäten, Internationale Positionierung im Bereich künstlerischer Forschung, Anreize für Studierende und Lehrende zur Durchführung eigener Projekte. Damit bettet sich dieses Projekt in die Gesamtstrategie ein, vielfältige Forschungsansätze im Kontext einer Kunsthochschule zu entwickeln. Mit diesem Projekt wird die Erarbeitung des zukünftigen Profils künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung und Praxis an der HfMDK sowie die Forschungsinfrastruktur durch verschiedene Vorhaben erweitert.

Förderlinie „Forschung an der Kunsthochschule“

Um vielfältige Forschungsvorhaben, die sich mit der Lehre, künstlerischen Arbeitsprozessen und Methoden wie auch Arbeitsweisen innerhalb der HfMDK befassen zu stärken, wurde im Rahmen des Projektes „Künstlerische Forschung“ eine Förderlinie für Lehrende an der HfMDK eingerichtet. In zwei Antragsfristen im Jahr 2020 können künstlerisch wie wissenschaftlich Lehrenden hochschulinterne Forschungsprojekte der Forschungskommission zur Entscheidung einreichen.
Im ersten Auswahlverfahren wurden am 1. Juli 2020 vier von acht Anträgen bewilligt:

  • Prof. Günther Albers (FB3) „Komponieren für Stimme im zeitgenössischen Musiktheater in Bezug auf die Ausbildung von Sängerinnen und Sängern im 21. Jahrhundert“
  • Prof. Eva Maria Pollerus (FB1), Daniel Rosin (FB1) und Prof. Jesper Christensen (FB1) „‘A Struggle for Light and Love?‘: Generalbass- und Continuospiel im künstlerisch-forschenden Experiment“
  • Prof. Dr. Thomas Schmidt (FB3) „Künstlerische Institutionen Lesen – Beschreiben – Befragen – Über-Schreiben“
  • Prof. Carsten Wiebusch (FB1), Dr. Andreas Odenkirchen und Prof. Stefan Viegelahn (FB1) „Erforschung der Orgel- und Musikgeschichte des Großen Saales der HfMDK“

Im zweiten Auswahlverfahren wurden am 12. November 2020 drei von vier Anträgen bewilligt:

  • Julia Wilke (FB2) „Videointeraktionsanalysen im Kontext musik- und bewegungsbezogener Projektsettings“
  • Prof. Dr. Katja Schneider (FB3) „‘U Can't Touch This!‘: Physische Nähe in Zeiten des Social Distancing“
  • Prof. Dr. Ulf Henrik Göhle (FB3) „Pilotstudie zum Einsatz von Bio-Feedbacktechnologien in künstlerischen Entwicklungsprozessen von Studierenden“

Im dritten Auswahlverfahren wurden am 16. Juni 2021 vier von sechs Anträgen bewilligt:

  • Prof. Hans-Ulrich Becker (FB3) „Praxis Schauspiel Regie“
  • Prof. Michael Böttcher (FB2) „Einsatz von Videotechnik im Orchesterleitungsunterricht“
  • Prof. Dr. Maria Spychiger (FB2) „Response-Gelingensbedingungen“
  • Prof. Christopher Brandt (FB1) „Umgang mit Stress im Konzert – Resilienztraining gegen Auftrittsangst“

Im vierten Auswahlverfahren wurden am 27. April 2022 sieben von acht Anträgen bewilligt:

  • Prof. Hans-Ulrich Becker (FB3) Monographie mit dem Titel „Praxis Schauspiel Regie“ 
  • Prof. Dr. Fabian Kolb (FB2) „Internationale musikwissenschaftliche Ringvorlesung ‚César Franck und die französischen Musikkulturen des 19. Jahrhunderts‘“ 
  • Prof. Dr. Katja Schneider (FB3) anteilige Förderung des Symposiums „Re-Routing Routines. Routinen reflektieren“ 
  • Prof. Hannah Shakti Bühler (FB3) „Somatic*Semantic: The Intertwining of Practical and Theoretical Teachings“ 
  • Dr. Johannes Hasselhorn (FB2) „Entwicklung eines Testverfahrens zur Erfassung kreativer Kompetenz in Musik bei Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen“ 
  • Prof. Dr. Maria Spychiger (FB2) „Die berufliche Identität von Musiklehrpersonen an allgemeinbildenden Schulen. Eine qualitative Studie mit zehn Lehrpersonen im Amt“ 
  • Frau Laurie Reviol (FB2) „Video based recall und pädagogisch begleitete Reflexion einer 6-wöchigen Unterrichtsreihe zum Thema Üben für Gesangsstudierende“

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