„Der zerbrochne Krug“ am Nationaltheater Mannheim

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Elo­die To­schek und Pa­blo Wel­ler de la Tor­re spie­len am Na­tio­nal­thea­ter Mann­heim.

Der ge­lieb­te Krug von Mar­t­he Rull ist zer­bro­chen wor­den! Der Ver­lob­te ih­rer Toch­ter Eve soll es ge­we­sen sein. Aber ist es so ein­fach? Eine Dorf­ge­sell­schaft steht vor ei­ner har­ten Prü­fung: Wem kann man heu­te über­haupt noch trau­en?

Für Mar­t­he Rull ist klar, dass Ru­precht, der Ver­lob­te ih­rer Toch­ter, der Tä­ter ist. Doch im Pro­zess gibt es bald Grund zur An­nah­me, dass es je­mand an­de­res ge­we­sen sein könn­te: Eve schweigt, Ru­precht glaubt, dass ein Lieb­ha­ber sich ein­ge­schli­chen hat, und die Nach­ba­rin will so­gar den Teu­fel ge­se­hen ha­ben. Alle schie­ben sich ge­gen­sei­tig die Schuld zu und auch das Ge­richt macht sich ver­däch­tig. Die Pro­zess­füh­rung wird im­mer ab­sur­der, wäh­rend sich die obers­te Ge­richts­bar­keit in der ei­ge­nen Dop­pel­mo­ral ver­fängt.

Was ist die Wahr­heit und wel­che Wahr­neh­mung zählt? Ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven brin­gen nach und nach die Lü­gen ei­ner ein­ge­schwo­re­nen Ge­mein­de ans Licht. Kleists Ko­mö­die ver­han­delt, ob Men­schen sich ver­trau­en und wann sie so­li­da­risch sein kön­nen. Re­gis­seu­rin Anna-Eli­sa­beth Frick in­ter­es­siert sich da­bei für ge­sell­schaft­li­che Sys­te­me, in de­nen die Ver­hält­nis­se fest ze­men­tiert sind, Men­schen sich Po­si­tio­nen ge­si­chert ha­ben und Ver­ant­wor­tung lie­ber von sich schie­ben. Mit Kleists ra­schen Dia­lo­gen wirft sie ei­nen hu­mor­vol­len Blick auf eine ge­wis­sens­lo­se Ge­sell­schaft, die ins Wan­ken ge­rät.

Fünf Personen stehen im Schatten. Hinter ihnen ist ein orangen angeleuchteter Mond
(Foto: (c) Christian Kleiner)

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