„Herzfaden“ am Staatstheater Wiesbaden

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Lisa Edith Frei­ber­ger spielt am Staats­thea­ter Wies­ba­den.

Im Dun­kel ei­nes Dach­bo­dens tritt der Geist ei­ner al­ten Frau auf: Han­ne­lo­re Oeh­mi­chen-Mar­schall, Mit­be­grün­de­rin der Augs­bur­ger Pup­pen­kis­te, führt uns wie im Traum durch die Ge­schich­te ih­res Le­bens, ih­res Thea­ters und Deutsch­lands von Na­tio­nal­so­zia­lis­mus bis Wirt­schafts­wun­der.
Mo­ritz Sost­mann lässt in „Herz­fa­den“ mensch­li­che Schau­spie­ler*in­nen, le­bens­ech­te Pup­pen und alt­be­kann­te höl­zer­ne Ma­rio­net­ten aus der Pup­pen­kis­te gleich­be­rech­tigt auf­ein­an­der­tref­fen. Eine Hom­mage des Schau­spiels an die Thea­ter­form Ma­rio­net­te.

Ein Va­ter, der als Ober­spiel­lei­ter ver­bo­te­ne Stü­cke auf­füh­ren lässt, aber den­noch als Lan­des­lei­ter der Reichs­thea­ter­kam­mer ar­bei­tet. Und sei­ne Toch­ter, de­ren Kind­heit und Ju­gend über­schat­tet wird vom Krieg und sei­nen Nach­we­hen. Ge­mein­sam er­schaf­fen sie et­was, was Ge­nera­tio­nen von Kin­dern und Er­wach­se­nen ge­prägt hat und bis heu­te fas­zi­niert: die Augs­bur­ger Pup­pen­kis­te. Die Ma­rio­net­ten schaf­fen eine Ver­bin­dung der Ge­nera­tio­nen, die der Krieg ein­an­der fremd wer­den ließ. Aber auch das Dunk­le, Ver­dräng­te bahnt sich den Weg in die Pup­pen…

„Die Fas­zi­na­ti­on für die Pup­pen speist sich aus dem Be­dürf­nis, Frie­den mit der ei­ge­nen, mensch­li­chen Exis­tenz und de­ren Wi­der­sprü­chen zu schlie­ßen“, so Re­gis­seur Mo­ritz Sost­mann. Tho­mas Hett­ches Mi­schung aus fik­tio­na­li­sier­ter Bio­gra­fie und mo­der­nem Mär­chen taucht tief in die­ses Span­nungs­feld ein: die Fas­zi­na­ti­on für das ge­führ­te Ob­jekt, dem wir Le­ben und Mensch­lich­keit zu­spre­chen, vor dem Hin­ter­grund des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, der eben­dies Mil­lio­nen von Men­schen ab­sprach.

Eine Personengruppe auf einem gelben Sofa.
(Foto: (c) Thomas Aurin)

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