„Des Lebens Herbst“: Konzert der Chorleitungsstudierenden mit „banda vocale frankfurt“

Dirigierstudentin bei einer Probe
Chorleitungsstudentin Salome Niedecken legt im Rahmen des Konzerts ihre Master-Abschlussprüfung ab.(Photo: Laura Brichta)
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Seit die­ser Wo­che ist der Herbst nicht mehr nur ka­len­da­risch – Wind und Re­gen ma­chen ihn hör- und spür­bar. Pas­send dazu lädt die HfMDK am kom­men­den Frei­tag um 17 Uhr in den Gro­ßen Saal der Hoch­schu­le, wenn die Chor­lei­tungs­klas­se zu­sam­men mit dem Vo­kal­ensem­ble „ban­da vo­ca­le frank­furt“ ein at­mo­sphä­risch dich­tes Kon­zert un­ter dem Ti­tel „Des Le­bens Herbst“ prä­sen­tiert.

Auf dem Pro­gramm ste­hen u. a. die „Herbst­land­schaf­ten“ von Vel­jo Tor­mis, zwei Mah­ler-Be­ar­bei­tun­gen von Cly­tus Gott­wald, Per Nør­gårds Zy­klus „Wie ein Kind“ so­wie Rauta­vaaras klang­ge­wal­ti­ge „Ers­te Ele­gie“. Bei ei­ni­gen Wer­ken ver­stär­ken die Stu­die­ren­den das En­sem­ble stimm­lich. 

Das Pro­jekt ist eine Ko­ope­ra­ti­on mit der Hoch­schu­le für Mu­sik Det­mold und Prof. Anne Koh­ler. Acht Chor­lei­tungs­stu­die­ren­de bei­der Hoch­schu­len ha­ben mit 16 pro­fes­sio­nel­len Sän­ger*in­nen ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm er­ar­bei­tet – emo­tio­nal, kon­trast­reich und vol­ler klang­li­cher Tie­fe.

Über „ban­da vo­ca­le frank­furt“

Flo­ri­an Loh­mann, Pro­fes­sor für Chor­lei­tung an der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt (HfMDK) war mit sei­nem Lehr­kon­zept „ban­da vo­ca­le frank­furt“ Preis­trä­ger beim Hes­si­schen Hoch­schul­preis für Ex­zel­lenz in der Leh­re 2022.

Das Hes­si­sche Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst lobt je­des Jahr den Hes­si­schen Hoch­schul­preis Ex­zel­lenz in der Leh­re aus. Der Preis wird für her­aus­ra­gen­de und in­no­va­ti­ve Leis­tun­gen in Leh­re, Prü­fung, Be­ra­tung und Be­treu­ung an hes­si­schen Hoch­schu­len ver­lie­hen und ist mit ins­ge­samt 115.000 Euro do­tiert. Der Preis wird vom Land Hes­sen ge­stif­tet.

Der Un­ter­richt im Fach Chor­lei­tung fin­det in al­ler Re­gel als Si­mu­la­ti­on zwi­schen Stu­dent*in und Do­zent*in statt: Das ei­gent­li­che „In­stru­ment“ Chor steht meist nicht zur Ver­fü­gung, son­dern wird in der Re­gel durch ei­nen Be­glei­ter am Kla­vier er­setzt. Als ein­zel­ner Mu­si­ker re­agiert er ganz an­ders als ein viel­stim­mi­ges Vo­kal­ensem­ble. Umso wich­ti­ger sind dar­um tat­säch­li­che Pra­xis­er­fah­run­gen mit ei­nem Chor, um die Aus­bil­dung im Mas­ter­stu­di­en­gang Chor­lei­tung zu ver­tie­fen.

„Mit dem Pro­jekt ‚ban­da vo­ca­le frank­furt‘ stellt die HfMDK ih­ren Stu­die­ren­den ein­mal im Se­mes­ter ein Vo­kal­ensem­ble be­stehend aus pro­fes­sio­nel­len Sän­ge­rin­nen und Sän­gern zur Ver­fü­gung. Die­ses zu­sätz­li­che Lehr­an­ge­bot in der Chor­lei­tungs­aus­bil­dung zeich­net sich durch hohe Pro­fes­sio­na­li­tät, In­ter­ak­ti­vi­tät mit dem En­sem­ble als ‚kri­ti­schem Part­ner‘ und eine star­ke Par­ti­zi­pa­ti­on der Stu­die­ren­den aus“, er­läu­tert Flo­ri­an Loh­mann.

Die ex­ter­nen Sän­ger*in­nen ha­ben eine ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs­aus­bil­dung und Er­fah­run­gen im pro­fes­sio­nel­len Chor- und En­sem­ble­ge­sang. Sie bil­den ein Werk­statt-En­sem­ble, mit dem die Stu­die­ren­den eine Wo­che lang täg­lich knapp sechs Stun­den ar­bei­ten. In die­ser Pro­jekt­pha­se nimmt der Haupt­fach­do­zent eine Men­to­ren­rol­le ein und mo­de­riert die Feed­back-Run­den, die das di­dak­ti­sche Herz­stück des Lehr­kon­zepts sind. Hier ar­ti­ku­lie­ren die Sän­ger*in­nen ihre Er­war­tun­gen an die Stu­die­ren­den, for­mu­lie­ren emp­fun­de­ne di­ri­gen­ti­sche De­fi­zi­te und ge­ben hilf­rei­che Rück­mel­dun­gen. Da­bei brin­gen sie ih­ren pro­fes­sio­nel­len Er­fah­rungs­schatz mit ein, der oft­mals weit über rein tech­ni­sche As­pek­te des Di­ri­gats oder der Pro­ben­me­tho­dik hin­aus­geht. Die­se Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge er­le­ben die Stu­die­ren­den als glei­cher­ma­ßen mo­ti­vie­rend und wert­schät­zend. Das tra­dier­te „Leh­rer-Schü­ler“-Ver­hält­nis der Aus­bil­dung an ei­ner Mu­sik­hoch­schu­le tritt da­bei in den Hin­ter­grund.

Es ent­steht ein le­ben­di­ger Aus­tausch zwi­schen Pro­fis und Stu­die­ren­den, die so ers­te Kon­tak­te ins be­ruf­li­che Netz­werk knüp­fen kön­nen. Sie pro­fi­tie­ren da­von, dass die Sän­ger*in­nen aus un­ter­schied­li­chen Be­rufs­um­fel­dern zu­sam­men­kom­men: z.B. Thea­ter, Rund­funk, Frei­be­ruf, Päd­ago­gik, En­sem­ble so­wie aus ver­schie­de­nen geo­gra­phi­schen Stand­or­ten. So ent­stamm­ten die mit­wir­ken­den Sän­ge­rin­nen und Sän­ger der ver­gan­ge­nen ban­da-Pha­sen nam­haf­ten En­sem­bles wie dem Opern­chor Frank­furt, dem WDR Rund­funk­chor, dem RIAS-Kam­mer­chor und dem Rund­funk­chor Ber­lin, dem swr-Vo­kal­ensem­ble, dem Bal­tha­sar-Neu­mann-Chor, dem Kam­mer­chor Stutt­gart, der Gä­chin­ger Kan­to­rei, dem Vo­kal­ensem­ble Ras­tatt, den Sing­pho­ni­kern (Mün­chen), dem Vok­tett Han­no­ver, dem Cal­mus En­sem­ble (Leip­zig) etc.

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