„Der Revisor“ am Nationaltheater Mannheim

Eine Personengruppe in bunter Kleidung.
(Photo: (c)Christian Kleiner)
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Shirin Ali spielt am Na­tio­nal­thea­ter Mann­heim.

Eine Stadt in hel­ler Pa­nik: Jah­re­lang hat­te man über die Ver­hält­nis­se ge­lebt, jetzt wird der Be­such ei­nes Wirt­schafts­prü­fers an­ge­kün­digt. So be­ginnt Go­gols bis­si­ge Ge­sell­schafts­ko­mö­die „Der Re­vi­sor“.

Ei­lig ver­sucht die städ­ti­sche Füh­rungs­rie­ge die Spu­ren der Ver­schwen­dung zu ver­tu­schen. Da macht das ent­setz­li­che Ge­rücht die Run­de, der Re­vi­sor re­si­die­re be­reits seit Wo­chen in­ko­gni­to in der Stadt. So­fort wird eine De­le­ga­ti­on ent­sandt, um ihn po­si­tiv zu be­ein­flus­sen und viel­leicht mit ein paar Ge­fäl­lig­kei­ten auf die ei­ge­ne Sei­te zu zie­hen. Heu­te wür­de man das viel­leicht Lob­by­ar­beit nen­nen. In ih­rem Ei­fer über­se­hen die Ab­ge­sand­ten al­ler­dings et­was We­sent­li­ches: Bei be­sag­tem Mann han­delt es sich nicht um ei­nen von höchs­ter Stel­le ent­sand­ten Re­vi­sor, son­dern um den ver­schul­de­ten Über­le­bens­künst­ler Chlesta­kow. Der hat frei­lich nichts da­ge­gen, dass ihm plötz­lich über­all Zu­wen­dun­gen al­ler Art ge­macht wer­den…

Ni­ko­lai Go­gol ver­fass­te mit dem „Re­vi­sor“ eine fu­rio­se Ge­sell­schafts- und Ver­wechs­lungs­ko­mö­die über Kor­rup­ti­on und die Macht von Zu­schrei­bun­gen, die her­vor­ra­gend auf Be­fürch­tun­gen un­se­rer Ge­gen­wart passt: Lan­ge wer­den wir uns den Lu­xus nicht mehr leis­ten kön­nen, bald fliegt der ver­schwen­de­ri­sche Le­bens­stil auf und dann ist Zahl­tag. Für die­ses Welt­ge­fühl in­ter­es­siert sich der Re­gis­seur FX Mayr, der letz­te Spiel­zeit mit „Als die Göt­ter Men­schen wa­ren“ am NTM de­bü­tier­te.

Eine Personengruppe in bunter Kleidung.
(Foto: (c)Christian Kleiner)

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