Vor­aus­hö­ren mit dem Fa­brik Quar­tet: „In­flec­ted Me­mo­ries“

Konzertreihe

Kammermusik

Die vier Musiker*innen des Fabrik Quartets vor einem Backsteingebäude
(Foto: Rui Antunes)

Bahar Royaee (*1990)
„Memory of a stone sitting under the water on the lake“ (2022)

Jose Luis Escrivà Córdoba (*1984)
„Més enlla de la quarta dimensió“ (2023)

Béla Bartók (1881-1945)
Streichquartett Nr. 4 (1928)

Jose Luis Escrivà Córdoba
„Més enllà de la quarta dimensió“ (2023)

Bahar Royaee
„Memory of a stone sitting under the water on the lake“ (2022)

Fabrik Quartet
Federico Ceppetelli (Violine)
Adam Woodward (Violine)
Jacob Diaz Robledillo (Viola)
Elena Cappelletti (Violoncello)

Was bleibt nach der Erfahrung von etwas Neuem in unserem Gedächtnis, warum werden manche Dinge behalten und andere nicht? Verändert sich unsere Wahrnehmung, wenn wir dieselbe Situation ein zweites Mal erleben? Unsere Erinnerungen prägen uns und werden ständig von den Informationen unserer Sinne generiert. Das Fabrik Quartett führt Werke auf, die sich mit dem Prozess der Erinnerung beschäftigen. In „Memory of a stone sitting under the water on the lake“ beschreibt Bahar Royaee musikalisch die Wiederholung eines Standbildes, das sich in verschiedenen Versionen in den Erinnerungen des Geistes bewegt. In „Més enllà de la quarta dimensió“, einem Stück, das der spanische Komponist Jose Luis Escrivà 2023 eigens für das Fabrik Quartet geschrieben hat, werden die Erinnerungen an die Vergangenheit in eine vierte Dimension versetzt, in welcher Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft aufeinanderprallen. Das bekannte und viel geliebte Meisterwerk Bartóks, sein Streichquartett Nr. 4, ist genauso aufgebaut wie die Aufführung selbst: Bartok hat hier die Idee der symmetrischen „Bogenform“ verwirklicht. Der Mittelsatz wird von Bartok selbst als „Kern“ des Quartetts bezeichnet; die anderen Sätze sind schichtweise um ihn herum angeordnet. Der 4. Satz ist eine freie Variation des 2. Satzes, und die Sätze 1 und 5 haben das gleiche thematische Material. So geben die letzten beiden Sätze dem Zuhörer eine transformierte Erinnerung an den ersten Teil des Werks.

HolzhausenschlösschenJustinianstraße 5,60547 Frankfurt am Main Auf Karte anzeigen
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Fa­brik Quar­tet

Ge­grün­det 2022 wäh­rend der in­ten­si­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit Xe­n­a­ki­s' Streich­quar­tett „Te­tras“ im Rah­men der „In­ter­na­tio­na­len En­sem­ble Mo­dern Aka­de­mie“ in Frank­furt am Main, ent­stand das Fa­brik Quar­tet aus dem Wunsch der vier Mit­glie­der, die Mu­sik un­se­rer Zeit zu kul­ti­vie­ren und ihr Aus­drucks­po­ten­zi­al im Me­di­um des Streich­quar­tetts um­zu­set­zen.

Das Quar­tett konn­te be­reits bei ei­ni­gen der wich­tigs­ten Fes­ti­vals für zeit­ge­nös­si­sche Mu­sik in Eu­ro­pa auf­tre­ten, dar­un­ter Ma­ni­fes­te 2022 (Pa­ris), Wit­te­ner Tage für Neue Kam­mer­mu­sik, Lu­cer­ne Fes­ti­val 2022, Gau­dea­mus Mu­zie­kweek (Ut­recht), Time of Mu­sic Fes­ti­val, Vi­tas­aa­ri (Finn­land), F*Lab Fes­ti­val (Frank­furt am Main) und die INMM-Früh­jahrs­kon­fe­renz in Darm­stadt. Von Be­ginn an hat das Fa­brik Quar­tett Aus­zeich­nun­gen und Un­ter­stüt­zung für sei­ne Auf­füh­run­gen zeit­ge­nös­si­scher Mu­sik er­hal­ten. Zu­letzt war es zu Gast bei den Darm­städ­ter Fe­ri­en­kur­sen und wur­de ein­ge­la­den, Mor­ton Feld­mans Werk für Streich­quar­tett und Or­ches­ter als So­lis­ten mit dem HR Sin­fo­nie­or­ches­ter un­ter Lei­tung von Pierre Bleu­se auf­zu­füh­ren.

2023 wur­de das Quar­tett als ei­nes von drei En­sem­bles für das „In­Sze­ne“-Pro­gramm im Rah­men des „Po­di­um Ge­gen­wart“ des Deut­schen Mu­sik­rats aus­ge­wählt und ist der­zeit Teil des Streich­quar­tett-Pro­gramms, wel­ches von der in­ter­na­tio­na­len Platt­form ME­RI­TA ge­för­dert wird. Das Fa­brik Quar­tett er­hielt 1. Prei­se beim In­ter­na­tio­na­len Kam­mer­mu­sik­wett­be­werb A. Ru­bin­stein 2022 in Düs­sel­dorf, beim In­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb für zeit­ge­nös­si­sche Mu­sik Re_Crea in Cas­tel­ló, Spa­ni­en und beim Po­ly­tech­ni­schen Wett­be­werb der HfMDK Frank­furt. Als Preis­trä­ger der Ka­mar Per­cy und In­ge­borg John-Stif­tung nahm es sei­ne ers­te CD beim La­bel der Bad Hom­bur­ger Schloss­kon­zer­te auf.

Da die Ar­beit mit le­ben­den Kom­po­nis­tin­nen und Kom­po­nis­ten ein Haupt­an­lie­gen des Fa­brik Quar­tetts dar­stellt, ha­ben sie für Re­bec­ca Saun­ders ge­spielt, Stü­cke mit Jose Luis Escri­và und Pa­blo Gar­re­tón mit­ent­wi­ckelt und su­chen ak­tiv die Zu­sam­men­ar­beit mit jun­gen Kom­po­nie­ren­den. Im Rah­men ih­rer Aus­bil­dung als Quar­tett be­such­ten sie Meis­ter­kur­se von Ir­vi­ne Ar­dit­ti, Mit­glie­dern des En­sem­ble Mo­dern und des En­sem­ble In­ter­con­tem­porain.

Seit Ok­to­ber 2022 stu­diert das Fa­brik Quar­tett an der HfMDK Frank­furt bei Prof. Lu­cas Fels (Ar­dit­ti Quar­tet) und Prof. Tim Vog­ler (Vog­ler Quar­tett).

Part­ner und För­de­rer

Vor­aus­hö­ren: Eine Kam­mer­mu­sik­rei­he von HfMDK und Frank­fur­ter Bür­ger­stif­tung im Holz­hau­sen­schlöss­chen.

Wir dan­ken dem Ro­ta­ry Club Frank­furt Rö­mer für die groß­zü­gi­ge Un­ter­stüt­zung von Ar­beits­sti­pen­di­en für die be­tei­lig­ten Stu­die­ren­den.