RARE WARE spe­zi­al: Walt­her von Goe­the als Kom­po­nist

Gesang

Konzert

Sein musikalisches Talent zeigte sich früh, zeitlebens litt er jedoch unter dem Erwartungsdruck, der mit seinem Familiennamen verbunden war: Walther von Goethe. Am heutigen Abend widmen sich Lied-Duos der Weimarer, Grazer und Frankfurter Musikhochschulen dem Lebenswerk des ältesten Enkels Johann Wolfgang von Goethes. In einem von Ulf Bästlein moderierten Gesprächskonzert wird ein Portrait des feinsinnigen Komponisten, Literaten, Musikkritikers, Nachlassverwalters und Kulturpolitikers Walther von Goethe gezeichnet. Besonders sein kompositorisches Werk, in dessen Zentrum das Lied bzw. die musikalische Ballade steht, bedarf einer Neubewertung.

 

HfMDK, Großer SaalEschersheimer Landstraße 29,60322 Frankfurt am Main Auf Karte anzeigen
RARE WARE Lied
free admission

Die­ses Ge­sprächs­kon­zert ge­hört zu den ers­ten Ver­an­stal­tun­gen ei­nes künst­le­risch-wis­sen­schaft­li­chen ‚Walt­her-von-Goe­the-For­schungs­pro­jek­tes‘, das Ulf Bäst­lein in Ko­ope­ra­ti­on mit der Klas­sik Stif­tung Wei­mar, dem Frei­en Deut­schen Hoch­stift Frank­furt, der Kunst­uni­ver­si­tät Graz, der Hoch­schu­le für Mu­sik Franz Liszt Wei­mar, der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt, dem Goe­the-Mu­se­um Düs­sel­dorf und der Ös­ter­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten in­iti­iert hat.

Walt­her von Goe­the

Als Sohn von Ot­ti­lie und Au­gust von Goe­the wur­de Walt­her in ein un­ge­wöhn­li­ches fa­mi­liä­res Um­feld hin­ein­ge­bo­ren, das be­son­de­re Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten bot. Fe­lix Men­dels­sohn-Bar­thol­dy und Carl Lo­ewe ga­ben ihm Kom­po­si­ti­ons­un­ter­richt, Ro­bert Schu­mann wur­de sein Freund. Früh je­doch zwei­fel­te Walt­her von Goe­the dar­an, ob er mit dem Kom­po­nie­ren tat­säch­lich den rich­ti­gen Weg ein­ge­schla­gen habe. Die über­gro­ßen An­sprü­che, die man an ei­nen Künst­ler sei­nes Na­mens stell­te, er­drück­ten ihn ge­ra­de­zu. Als Kom­po­nist zog er sich bald aus der Öf­fent­lich­keit zu­rück, ver­bat sich gar Auf­füh­run­gen sei­ner Wer­ke, schrieb aber ins­ge­heim noch bis we­ni­ge Mo­na­te vor sei­nem Tod Lie­der, Bal­la­den und Me­lo­dra­me.

Sei­ne Re­zen­sio­nen, Es­says und so­zi­al­kri­ti­schen No­vel­len ver­öf­fent­lich­te Walt­her von Goe­the un­ter Pseud­onym. Seit 1853 dien­te er sei­nem Ju­gend­freund Groß­her­zog Carl Alex­an­der von Sach­sen-Wei­mar-Ei­sen­ach als loya­ler und doch in­ner­lich un­ab­hän­gi­ger kul­tur­po­li­ti­scher Be­ra­ter. Dass Wei­mar als Stadt ei­ner be­deu­ten­den Epo­che der Geis­tes- und Kul­tur­ge­schich­te le­ben­dig blieb, ist we­sent­lich sein Ver­dienst. Walt­her von Goe­the hat­te als ‚letz­ter Goe­the‘ tes­ta­men­ta­risch ver­fügt, dass sein Haus am Frau­en­plan mit­samt den Samm­lun­gen dem Groß­her­zog­tum Sach­sen-Wei­mar-Ei­sen­ach und der hand­schrift­li­che Nach­lass der Groß­her­zo­gin So­phie ver­erbt wur­de.