An­ony­me Be­stat­tun­gen – non-stop-per­for­mance für Kla­vier von Ro­bin Hoff­mann

Unsere Aufführung von „Anonyme Bestattungen“ von Robin Hoffmann ist die Uraufführung der vollständigen Fassung für Klavier solo. Und – in unserem Fall – 9 Pianist*innen, die sich die Tasten in die Hand geben. Die Aufführung findet ohne Pause statt. Der Raum darf jederzeit leise betreten und verlassen werden. Empfohlen wird eine Verweildauer von mindestens 30 Minuten, um ein Gespür für die Wandlungen im Gleichförmigen zu entwickeln.

HfMDK, Seminarraum A 204Eschersheimer Landstraße 29,60322 Frankfurt am Main Auf Karte anzeigen
Neue Musik Nacht: Gesamtprogramm

Überblick & Tickets

Ro­bin Hoff­mann (*1970): „An­ony­me Be­stat­tun­gen“, Voll­stän­di­ge Fas­sung für Kla­vier solo (2020/21/23) UA

Kom­po­si­ti­ons­as­sis­tenz: Ly­dia Balz

Dau­er: ca. 5  Stun­den

Es spie­len: Are­vik Be­gla­ryan, Youn­su Cho, Flo­ri­an Höl­scher, Ja­e­h­yon Jeon, Yong­seok Jung, Oli­ver Kern, Va­le­riia Ma­xi­mo­va, Yibiao Meng, Ma­ria­na Röh­mer, Kla­vier

Die Kom­po­si­ti­on ent­stand aus dem Be­dürf­nis eine Mu­sik zu schrei­ben, die ei­nen mit al­lem al­lei­ne lässt, ohne sich da­bei ein­sam füh­len zu müs­sen. Eine Mu­sik für Be­stat­tun­gen – im Ge­den­ken an die­je­ni­gen, die sich der Er­in­ne­rung ent­zo­gen ha­ben.

An­ge­wen­det wird ele­men­ta­rer Kon­tra­punkt: Zwei­stim­mig­kei­ten, in de­nen in viel­fäl­ti­gen Ab­lei­tun­gen un­ent­wegt va­ri­iert wird, ohne da­bei ir­gend­wo­hin zu füh­ren. Auf­wärts­be­we­gun­gen, Ab­wärts­be­we­gun­gen, ein ste­tes Krei­sen in sich selbst. Im­mer un­ter­schied­lich und doch ähn­lich. Nichts wie­der­holt sich, aber es än­dert sich auch nichts.

Die Mu­sik ist Ich-fern. „Frei­heit“, das Mot­to der Neu­en Mu­sik Nacht 2023, meint in Be­zug auf die­ses Stück ein frei­es, vom Drän­gen und Wol­len ent­bun­de­nes Hö­ren. Kei­ne Mu­sik, die Trau­er aus­drückt, kei­ne Mu­sik, die Stim­mun­gen er­zeugt oder ver­stärkt, son­dern eine Mu­sik, die hin­ter die Emp­find­sam­keit zu­rück­tritt, um ei­nen Frei­raum für das Emp­fin­den der An­we­sen­den zu las­sen und die­sen schließ­lich die Mög­lich­keit gibt, „das schwei­fen­de Hö­ren auf sich selbst zu rich­ten“ (Ernst Bloch).

(Ro­bin Hoff­mann)