Podiumsdiskussion im Rahmen des Musik Monat Mai: Hessische Musikschulen – Unterrichtsqualität weiterentwickeln, Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte verbessern

pressemitteilung

Der 19. Mu­sik Mo­nat Mai in Frank­furt hat zum drit­ten Mal in Fol­ge be­ein­dru­cken­de Re­kord­zah­len – mit so vie­len An­mel­dun­gen wie noch nie: In die­sem Jahr wol­len über 6.000 Schü­ler*in­nen aus 63 Frank­fur­ter Schu­len Mu­sik er­le­ben! LIVE – von und mit rund 300 be­tei­lig­ten Mu­sik­schaf­fen­den.
Land, Kom­mu­nen, Ver­bän­de und die HfMDK wol­len die Mu­sik­aus­bil­dung in Hes­sen stär­ken.

Die Be­schäf­ti­gung mit der Mu­sik und Aus­bil­dung für Mu­sik sind in Hes­sen breit auf­ge­stellt. Beim Frank­fur­ter Ak­ti­ons­mo­nat öff­nen die ört­li­chen Mu­sik­ein­rich­tun­gen die Tü­ren für die Schü­ler*in­nen der all­ge­mein­bil­den­den Schu­len. Die Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt (HfMDK) bil­det im Leis­tungs­be­reich aus, ins­be­son­de­re mit ih­rer Young Aca­de­my beim Über­gang in ein Mu­sik­stu­di­um und ih­ren mu­sik­päd­ago­gi­schen Stu­di­en­gän­gen. Die Mu­sik­schu­len im gan­zen Land er­mög­li­chen mit Mu­sik­ver­ei­nen und Chor­ver­ei­ni­gun­gen, ein In­stru­ment zu er­ler­nen, in Grup­pen zu sin­gen.

Bei der heu­ti­gen Po­di­ums­dis­kus­si­on an­läss­lich des 19. Mu­sik Mo­nat Mai ging es um die Mu­sik­schu­len. Sie freu­en sich über stei­gen­des In­ter­es­se bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen, über eine Nach­fra­ge ih­rer Un­ter­richts­an­ge­bo­te, der sie oft we­der per­so­nell noch fi­nan­zi­ell ent­spre­chen kön­nen.  Mo­de­riert von Hoch­schul­prä­si­dent Prof. El­mar Ful­da dis­ku­tier­ten Staats­se­kre­tär Chris­toph De­gen (Hes­si­sches Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und For­schung, Kunst und Kul­tur /HMWK), Prof. Chris­to­pher Brandt (De­kan Künst­le­ri­sche In­stru­men­tal-aus­bil­dung der HfMDK und Vor­stands­mit­glied des Hes­si­schen Lan­des­mu­sik­rats), Ma­thi­as Metz­ner (Lei­ter der Frank­fur­ter Mu­sik­schu­le), Ma­ria­na Röh­mer-Litz­mann (HfMDK-Stu­den­tin In­stru­men­tal-päd­ago­gik mit mehr­jäh­ri­ger Er­fah­rung als Lehr­kraft an Mu­sik­schu­len) und Prof. Cars­ten Wie­busch (HfMDK-Vi­ze­prä­si­dent und HfMDK-Ver­ant­wort­li­cher für den Mu­sik Mo­nat Mai).

Es ging um fol­gen­de Fra­gen:

  • Wie kön­nen wir als Ge­sell­schaft jun­ge Men­schen beim Sin­gen und Mu­si­zie­ren un­ter­stüt­zen, auch ein In­stru­ment zu er­ler­nen, wenn El­tern­haus, Ver­ei­ne und Kir­chen dies nur noch zum Teil leis­ten kön­nen?
  • Was tun ge­gen den wach­sen­den Mu­sik­lehr­kräf­te­man­gel, wie kön­nen wir den Be­ruf für jun­ge Men­schen at­trak­ti­ver ma­chen?
  • Wie kön­nen wir die Mu­sik­schu­len fi­nan­zi­ell stär­ken an­ge­sichts hö­he­rer So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei-trä­ge (Her­ren­berg-Ur­teil) oder der vom deut­schen Mu­sik­rat ge­for­der­ten Ho­no­rar­un­ter­gren­zen?
»Wir Menschen leben mit Musik. Fast jeder Lebensaugenblick wird von Musik begleitet: Feiern, Feste, Begegnung, Hochzeit, Trauer, Würdigung. Musik ist eine Kulturtechnik, die Menschen zusammenführt und verbindet. Musik berührt, schafft sofort Gemeinschaft und ermöglicht Teilhabe. Wir müssen uns mehr kümmern, dass Musik in der Breite und in allen Leistungsstufen gefördert wird und weiter stattfinden kann.«HfMDK-Präsident Prof. Elmar Fulda

State­ments aus der heu­ti­gen Pres­se-Po­di­ums­dis­kus­si­on

In Hes­sen ist über die Jah­re eine so­wohl or­ga­ni­sa­to­risch als auch fi­nan­zi­ell sehr zer­klüf­te­te Mu­sik­schul­land­schaft ent­stan­den, in der die An­tei­le der Fi­nan­zie­rung ein­zel­ner Schu­len durch Kom­mu­nen, Land und El­tern­bei­trä­ge sehr un­ter­schied­lich aus­fal­len.
Die kon­kre­ten Fra­gen, die sich dar­aus er­ge­ben: Was sind/wä­ren die Fol­gen von Her­ren­berg-Ur­teil (So­zi­al­ver­si­che­rungs­pflicht für Ho­no­rar­kräf­te) und der vom Deut­schen Mu­sik­rat ge­for­der­ten Ho­no­rar­un­ter­gren­zen? Hin­zu kom­men die gro­ßen ak­tu­el­len Pro­ble­me der Mu­sik­schu­len: zu ge­rin­ge Fi­nanz­aus­stat­tung und schwin­den­de Zahl der Mu­sik­lehr­kräf­te.
Gibt es hier­für – und wenn ja wel­che ­– kurz-, mit­tel-, lang­fris­ti­ge Lö­sungs­vor­schlä­ge?
Dar­über dis­ku­tier­ten die Ver­tre­ter*in­nen aus Po­li­tik, Pra­xis und Aus­bil­dung - und for­mu­lier­ten ihre Po­si­tio­nen in fol­gen­den State­ments (in al­pha­be­thi­scher Rei­hen­fol­ge).

Prof. Chris­to­pher Brandt (De­kan Künst­le­ri­sche In­stru­men­tal­aus­bil­dung der HfMDK und Vor­stands­mit­glied des Hes­si­schen Lan­des­mu­sik­rats):
„Be­rufs­aus­bil­dung an der HfMDK im Span­nungs­feld zwi­schen Kunst, Päd­ago­gik und Wis­sen­schaft. Im Fach­be­reich 1 der HfMDK ist – ne­ben der Kir­chen­mu­sik und der his­to­ri­schen In­ter­pre­ta­ti­ons­pra­xis –so­wohl die Künst­le­ri­sche Aus­bil­dung Mu­sik als auch der Mas­ter­stu­di­en­gang In­stru­men­tal­päd­ago­gik an­ge­sie­delt. Wir ver­ste­hen Päd­ago­gik – ins­be­son­de­re In­stru­men­tal­päd­ago­gik, also die Wis­sen­schaft vom Leh­ren und Ler­nen am In­stru­ment – als künst­le­ri­sche Pra­xis. Das heißt: Die an Mu­sik­hoch­schu­len und im Mu­sik­le­ben seit je­her be­haup­te­te Hier­ar­chie zwi­schen kon­zer­tie­ren­den Künst­ler*in­nen und un­ter­rich­ten­den In­stru­ment­al­leh­ren­den hal­ten wir für nicht mehr zeit­ge­mäß. Zum ei­nen ver­mi­schen sich die Be­rufs­fel­der zu­se­hends – kein re­nom­mier­tes En­sem­ble oder Kon­zert­haus mehr ohne Ver­mitt­lungs­pro­jek­te, kein Mu­sik­schul­leh­ren­der der jün­ge­ren Ge­nera­ti­on mehr, der nicht auch am In­stru­ment Her­aus­ra­gen­des zu leis­ten in der Lage ist –, vor al­lem aber wird die zen­tra­le Be­deu­tung, die der Mu­sik­erzie­hung nicht nur für das Er­ler­nen grund­le­gen­der Kul­tur­tech­ni­ken, son­dern auch für den  ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­halt zu­kommt, im­mer evi­den­ter, je mehr so­wohl die­ser Zu­sam­men­halt als auch die kul­tu­rel­le Bil­dung selbst be­droht sind. Eine Kon­se­quenz dar­aus: Es ist an der HfMDK nicht mehr mög­lich, ei­nen künst­le­risch-mu­si­ka­li­schen Ba­che­lor­stu­di­en­gang zu stu­die­ren, ohne päd­ago­gi­sche Grund­fer­tig­kei­ten zu er­ler­nen, alle Mu­sik­stu­die­ren­de er­hal­ten eine Di­dak­tisch-Me­tho­di­sche Aus­bil­dung. Zu­gleich ist die Hoch­schu­le be­strebt, den An­teil Stu­die­ren­der im Mas­ter In­stru­men­tal­päd­ago­gik zu er­hö­hen und durch Work­shops mit Mu­sik-schü­lern, An­ge­bo­ten zu Auf­nah­me­prü­fung und päd­ago­gi­schen For­ma­ten in Ko­ope­ra­ti­on mit Part­ne­rin-sti­tu­tio­nen die Sicht­bar­keit und den Pra­xis­be­zug der künst­le­risch-päd­ago­gi­schen Aus­bil­dung zu er­hö­hen.”

Staats­se­kre­tär Chris­toph De­gen, Hes­si­sches Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und For­schung, Kunst und Kul­tur (HMWK):
„Kul­tu­rel­le Bil­dung zu stär­ken und Teil­ha­be zu er­mög­li­chen, ist mir ein Her­zens­an­lie­gen. Des­halb set­ze ich mich seit Lan­gem für die ge­sam­te Band­brei­te mu­si­ka­li­scher Aus­bil­dung ein, ins­be­son­de­re  für eine Ver­bes­se­rung der Si­tua­ti­on der hes­si­schen Mu­sik­schu­len. Mit ei­ner neu­en För­der­richt­li­nie, die im HMWK ent­steht, wol­len wir die Qua­li­tät des Un­ter­richts wei­ter­ent­wi­ckeln – durch hö­he­re Stan­dards und bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen für Lehr­kräf­te. Be­reits 2023 und 2024 konn­ten die Lan­des­mit­tel um jähr­lich 600.000  Euro ge­stei­gert wer­den, für 2025 ist so­gar eine Mit­tel­stei­ge­rung von ins­ge­samt 1,2 Mil­lio­nen auf ins­ge­samt rund 6 Mil­lio­nen Euro vor­ge­se­hen. Die dies­jäh­ri­ge Stei­ge­rung der Mit­tel ist spe­zi­ell da­für vor­ge­se­hen, be­son­ders res­sour­cen­schwa­chen Mu­sik­schu­len da­bei zu hel­fen, die neu­en Qua­li­täts-stan­dards um­zu­set­zen. Die ge­plan­te För­der­richt­li­nie setzt da­mit ein star­kes Zei­chen für so­zia­le Ge­rech-tig­keit und die Be­deu­tung der Mu­sik­schu­len als kul­tu­rel­le und bil­dungs­po­li­ti­sche In­sti­tu­tio­nen in Hes­sen.“

Ma­thi­as Metz­ner, Lei­ter der Mu­sik­schu­le Frank­furt am Main:
„In vie­len hes­si­schen Mu­sik­schu­len sind die Fol­gen des Her­ren­berg-Ur­teils deut­lich spür­bar. Ei­ni­ge wer­den schlie­ßen müs­sen, weil sich die klei­nen Kom­mu­nen die Um­stel­lung auf Fest­an­stel­lung nicht leis­ten kön­nen. An­de­re Schu­len stel­len auf Fest­an­stel­lung um, be­zah­len mit Haus­ta­rif­ver­trä­gen un­ter TvöD. Die Lehr­kräf­te er­le­ben Ein­kom­mens­ein­bu­ßen le­ben und ver­lie­ren ihre Fle­xi­bi­li­tät durch die fes­ten Ver­trä­ge. Die zer­klüf­te­te Mu­sik­schul­land­schaft be­steht wei­ter.
Es gibt auch eine po­si­ti­ve Ent­wick­lung: Der Pakt für Mu­sik­schu­len stellt deut­lich mehr Lan­des­mit­tel für Mu­sik­schu­len zur Ver­fü­gung! Das ist ein gro­ßer Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung.
Was al­ler­dings fehlt ist eine Fi­nan­zie­rung von Zu­kunfts­auf­ga­ben wie von Mu­sik­schul-Ganz­tagsan-ge­bo­ten. Da­mit der Ganz­tag ge­lingt, müs­sen auch die An­ge­bo­te der au­ßer­schu­li­schen Ko­ope­ra­ti­ons-part­ner (Mu­sik­schu­len) fi­nan­ziert wer­den. Denn die An­ge­bo­te im Ganz­tag sol­len für die Kin­der bei­trags­frei sein. Eine zen­tra­le Rol­le bei den Ganz­tags­an­ge­bo­ten spielt die EMP. Es fehlt seit Jahr­zehn­ten ein Stu­di­en­gang an der HfMDK. Selbst wenn die­ser Stu­di­en­gang zum Win­ter­se­mes­ter 2025/ 26 ein­ge­rich­tet wird, feh­len uns bis 2030 wei­ter­hin die Fach­kräf­te.“

Ma­ria­na Röh­mer-Litz­mann, HfMDK-Stu­den­tin In­stru­men­tal­päd­ago­gik mit mehr­jäh­ri­ger Er­fah­rung als Lehr­kraft an Mu­sik­schu­len:
„Mu­sik­schu­len in Hes­sen ste­hen der­zeit vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen. Durch den an­hal­ten­den Leh­rer­kräf­te­man­gel wer­den auch In­stru­ment­al­lehr­kräf­te ohne päd­ago­gi­sche Qua­li­fi­ka­ti­on ein­ge­stellt – ein päd­ago­gi­sches Stu­di­um ist also nicht zwin­gend not­wen­dig für den Be­rufs­ein­stieg. Dar­über hin­aus un­ter­rich­ten in pri­va­ten Mu­sik­schu­len teils Leh­ren­de, die ihr In­stru­ment nur als Ne­ben­fach stu­diert ha­ben. Ob man eine fun­dier­te päd­ago­gi­sche Aus­bil­dung als Ba­sis für qua­li­fi­zier­ten und mo­ti­vie­ren­den Un­ter­richt an­strebt, bleibt je­der Per­son selbst über­las­sen – not­wen­dig für eine An­stel­lung ist sie nicht. Doch päd­ago­gi­sche Kom­pe­tenz ent­wi­ckelt sich nicht au­to­ma­tisch durch Be­rufs­er­fah­rung.
Die Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt bie­tet eine hoch­wer­ti­ge Aus­bil­dung und be­rei­tet ihre Stu­die­ren­den um­fas­send auf den Be­ruf vor, in­dem sie so­wohl künst­le­ri­sche als auch päd­ago­gi­sche Kom­pe­ten­zen för­dert. Ein be­son­de­rer Fo­kus liegt auf der päd­ago­gi­schen Pro­fes­sio­na­li-sie­rung, die durch ver­schie­de­ne Me­tho­den und Re­fle­xi­on des ei­ge­nen Han­delns un­ter­stützt wird. Zu­sätz­lich ha­ben die Stu­die­ren­den die Mög­lich­keit, aus ei­ner brei­ten Aus­wahl an Se­mi­na­ren, Kur­sen, Pro­jek­ten und Work­shops ihre in­di­vi­du­el­len Schwer­punk­te zu wäh­len und ihre ei­ge­nen Be­rufs­pro­fi­le zu ge­stal­ten. Trotz bun­des­wei­ter fi­nan­zi­el­ler Her­aus­for­de­run­gen durch das Her­ren­berg-Ur­teil bie­ten Mu­sik­schu­len in Bay­ern und Ba­den-Würt­tem­berg et­was bes­se­re Kon­di­tio­nen und Ta­ri­fe als in Hes­sen.“

Syl­via We­ber, Frank­fur­ter De­zer­nen­tin für Bil­dung, Im­mo­bi­li­en und Neu­es Bau­en
(kurz­fris­tig ver­hin­dert):
Als Schirm­her­rin freue ich mich sehr, dass wir den Mu­sik Mo­nat Mai er­neut tat­kräf­tig un­ter­stüt­zen konn­ten. Pro­jek­te wie der Mu­sik Mo­nat Mai ste­hen für Teil­ha­be, Chan­cen­gleich­heit und Viel­falt, er­öff­nen Schü­le­rin­nen und Schü­lern neue Aus­drucks- und Er­fah­rungs­wel­ten und stär­ken sie in ih­rer per­sön­li­chen Ent­wick­lung. Un­se­ren Frank­fur­ter Mu­sik­schu­len und kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen kommt da­bei als Pro­jekt­part­nern eine wich­ti­ge Rol­le zu. Sie sind ak­ti­ve Part­ner in un­se­rer Frank­fur­ter Bil­dungs­land­schaft, wir­ken ko­ope­ra­tiv in Ki­tas, Schu­len und Bil­dungs­or­ten im Quar­tier an ei­ner ganz­heit­li­chen und in­klu­si­ven Bil­dung mit. Ge­mein­sam mit dem Land müs­sen wir uns als Kom­mu­ne da­für ein­set­zen, dass Mu­sik­schu­len gute Rah­men­be­din­gun­gen für die­se Auf­ga­be vor­fin­den.“

sieben Personen

Pressefoto: Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion im Rahmen Musik Monat Mai 2025

v.li.: Prof. Cars­ten Wie­busch, Prof. Chris­to­pher Brandt, Staats­se­kre­tär Chris­toph De­gen, Ma­ria­na Röh­mer-Litz­mann, Ma­thi­as Metz­ner, Prof. El­mar Ful­da, Ul­ri­ke Voi­del

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen Mu­sik Mo­nat Mai 2025

HfMDK-Vi­ze­prä­si­dent Prof. Cars­ten Wie­busch:
„Die kul­tu­rel­le Bil­dung in al­len Al­ters­grup­pen, aber auch und vor al­lem bei den Jüngs­ten zu för­dern, ist der HfMDK ein gro­ßes An­lie­gen, es ge­hört zu un­se­rem er­klär­ten Ver­ständ­nis von Nach­hal­tig­keit.Des­halb freut es mich be­son­ders, dass die Zah­len der be­tei­lig­ten Schü­ler*in­nen von Jahr zu Jahr stei­gen und auch im­mer mehr Frank­fur­ter Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen da­bei sind - wie nun erst­mals Kir­chen­ge­mein­den mit ih­rer rei­chen mu­si­ka­li­schen Tä­tig­keit. Auch wenn die schlim­men Aus­wir­kun­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie auf mu­si­sche und kul­tu­rel­le Teil­ha­be zum Glück schon län­ger zu­rück lie­gen: Es ist wis­sen­schaft­lich er­wie­sen, dass ge­ra­de mu­si­ka­li­sche Bil­dung für die ko­gni­ti­ve und so­zia­le Ent­wick­lung ab­so­lut un­ver-zicht­bar ist. Wir hö­ren die Kla­gen über man­geln­de Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit, Ge­walt in Schu­len und feh­len­de Ba­sis­fä­hig­kei­ten - wer möch­te, dass Kin­der gut rech­nen, sich kon­zen­trie­ren und kom­mu­ni­zie-ren kön­nen, muss ih­nen ent­spre­chend Mu­sik­un­ter­richt, Tanz, Thea­ter, En­sem­bles, künst­le­risch spie­le­ri­sches Mit­ein­an­der, äs­the­ti­sche Er­fah­rung in den Schu­len bie­ten. Dazu tra­gen wir, im Sin­ne un­se­rer ho­hen ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung, ger­ne mit dem Mu­sik Mo­nat Mai und ge­mein­sam mit un­se­ren zahl­rei­chen und wun­der­ba­ren Ko­ope­ra­ti­ons­part­nern bei.“

Das Be­son­de­re am Mu­sik Mo­nat Mai: Na­he­zu alle Mu­sik­in­sti­tu­tio­nen in Frank­furt rea­li­sie­ren seit bald zwei Jahr­zehn­ten ge­mein­sam die­se Ko­ope­ra­ti­on: Alte Oper Frank­furt, Brid­ges – Mu­sik ver­bin­det, Dr. Hoch‘s Kon­ser­va­to­ri­um, Frank­fur­ter Mu­se­ums­ge­sell­schaft, Frank­fur­ter Mu­sik­werk­statt, Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt (HfMDK), hr-Big­band, hr-Sin­fo­nie­or­ches­ter, In­ter­na­tio­na­le En­sem­ble Mo­dern Aka­de­mie, Jun­ge Deut­sche Phil­har­mo­nie, la­ter­na mu­si­ca, Mu­sik­schu­le Ber­gen-Enk­heim e.V., Mu­sik­schu­le Frank­furt am Main e.V., Oper Frank­furt, Schü­ler­kon­zer­te der Stadt Frank­furt am Main, Ta­daa – ein­fach Klang, Wag­gong e.V.. Er­mög­licht wird die­se Zu­sam­men­ar­beit durch die Stif­tung der Frank­fur­ter Spar­kas­se und der Spar­kas­sen-Kul­tur­stif­tung Hes­sen-Thü­rin­gen.

2006 in­iti­ier­te die Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt (HfMDK) den 1. Tag der Schul­mu­sik mit ei­nem Ak­ti­ons­tag. 2010 wa­ren es be­reits fünf Tage, seit 2012 ein gan­zer Mo­nat, an dem alle Frank­fur­ter Mu­sik­in­sti­tu­tio­nen mit­wir­ken und Un­ter­richts-, Work­shop- und Vor­trags­an­ge­bo­te rund um die Mu­sik in die Schu­len brin­gen. Mitt­ler­wei­le eine Er­folgs­ge­schich­te: In den ver­gan­ge­nen 12 Jah­ren mach­ten je­den Mai etwa 300 Mu­si­ker*in­nen eh­ren­amt­lich für rund 3.800 Schü­ler*in­nen aus je­weils durch­schnitt­lich 50 Frank­fur­ter Schu­len Mu­sik zum Live-Er­leb­nis, das sind ins­ge­samt über 38.000 Be­geg­nun­gen mit Mu­sik. Und die Nach­fra­ge steigt seit Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich.

Bri­git­te Or­band, Ge­schäfts­füh­re­rin der Stif­tung der Frank­fur­ter Spar­kas­se:
„Die Frank­fur­ter Spar­kas­se mit Ih­rer Stif­tung ist sich ih­rer ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung be­wusst und för­dert aus tie­fer Über­zeu­gung das kul­tu­rel­le Le­ben der Re­gi­on. Und sie hat es sich zur Auf­ga­be ge­macht, nicht nur fi­nan­zi­el­le Dienst­leis­tun­gen an­zu­bie­ten, son­dern auch ak­tiv die Ent­wick­lung in der Re­gi­on zu för­dern. Die Un­ter­stüt­zung des Mu­sik Mo­nat Mai ist ein leuch­ten­des Bei­spiel da­für, wie wir ge­mein­sam Kul­tur und Bil­dung vor­an­brin­gen kön­nen. Durch die­ses En­ga­ge­ment er­mög­li­chen wir es der nächs­ten Ge­nera­ti­on, ihre mu­si­ka­li­schen Fä­hig­kei­ten zu schär­fen, ihre Lei­den­schaft zur Mu­sik zu ent­wi­ckeln und zu tei­len. Wir in­ves­tie­ren da­mit in die Zu­kunft der Küns­te und in die Zu­kunft un­se­rer Ge­sell­schaft. Da die Stif­tun­gen der Frank­fur­ter Spar­kas­se seit vie­len Jah­ren der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst sehr eng ver­bun­den ist, ha­ben wir auch in die­sem Jahr das wun­der­ba­re Pro­jekt sehr ger­ne fi­nan­zi­ell un­ter­stützt.“

Ni­co­le Schla­bach M.A., Stv. Ge­schäfts­füh­re­rin der Spar­kas­sen-Kul­tur­stif­tung Hes­sen-Thü­rin­gen:
„Der Mu­sik Mo­nat Mai ist ein prä­de­sti­nier­tes Pro­jekt da­für, Schü­ler*in­nen zum Mu­si­zie­ren aber auch zur Re­fle­xi­on über Mu­sik und ihre In­ter­pre­ta­ti­on zu er­mu­ti­gen. Die Spar­kas­sen-Kul­tur­stif­tung Hes­sen-Thü­rin­gen setzt ei­nen För­der­schwer­punkt in der kul­tu­rel­len, mu­si­schen Bil­dung. Durch Pro­jek­te wie den Mu­sik Mo­nat Mai ge­lingt es, Kin­der und Ju­gend­li­che über den schu­li­schen Un­ter­richt hin­aus für Kul­tur zu in­ter­es­sie­ren und zu be­geis­tern. Des­halb sind wir froh dar­über, die­ses so wert­vol­le Pro­jekt ge­mein­sam mit der Stif­tung der Frank­fur­ter Spar­kas­se 1822 be­glei­ten zu kön­nen.“

Schüler*innen

Pressefoto: Musik Monat Mai 2025: Minna-Specht-Schule

Mu­sik Mo­nat Mai 2025: ein Pro­jekt von Mu­si­ker*in­nen der Jun­gen Deut­schen Phil­har­mo­nie, die Grund­schul­kin­dern ihr Or­ches­ter vor­stel­len.

Pres­se­kon­takt