In memoriam Gabriele Schnaut

pressemitteilung

Am 19. Juni 2023 ist die 1951 in Mann­heim ge­bo­re­ne Sän­ge­rin Ga­brie­le Schnaut im Al­ter von 72 Jah­ren ge­stor­ben.

Im Jahr 1971 nahm sie ihr Stu­diem für Ge­sang an der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt (HfMDK) bei der Schwei­zer Sän­ge­rin und Ge­sangs­päd­ago­gin Elsa Ca­vel­ti auf. Und, so wie ihre Leh­re­rin, wech­sel­te auch Ga­brie­le Schnaut in den nächs­ten Jahr­zehn­ten vom Alt über den Mez­zo ins So­pran­fach.

»Als junger Spielleiter an der Düsseldorfer Oper wurde ich Zeuge, wie sich Gabriele Schnaut die großen Partien des Sopranfachs erarbeitete, mit Sorgfalt, Genauigkeit und Klugheit. Auf der Probebühne war sie stets die Erste, nachdem sie ihrem Sportwagen, einem Karman Ghia, beigefarben mit roten Ledersitzen, entstiegen war. Jedes Mal bestens vorbereitet, eingesungen und mit klarer Vorstellung von den Menschen und ihren Gefühlen, die sie mit kontrollierter Leidenschaft und dennoch völliger Hingabe verkörperte.«Hochschulpräsident Prof. Elmar Fulda

Ihr ers­tes En­ga­ge­ment er­hielt sie 1976 als Mez­zo­so­pran an der Staats­oper Stutt­gart. Schon im Jahr dar­auf folg­te das De­büt bei den Bay­reu­ther Fest­spie­len, wo sie – als eine der größ­ten Wag­ner-Sän­ge­rin­nen ih­rer Zeit – bis ins Jahr 2000 re­gel­mä­ßig als So­lis­tin in un­ter­schied­li­chen Rol­len bril­lier­te.

Erst 1985, mit knapp 35 Jah­ren, stieg sie mit Wag­ners Isol­de die letz­te Stu­fe hin­auf zum hoch­dra­ma­ti­schen So­pran. Ei­ni­ge Jah­re spä­ter folg­te dann Straus­s' Elek­tra – eine ih­rer Pa­ra­de­par­ti­en.

Ne­ben Fest­enga­ge­ments bei­spiels­wei­se am Staats­thea­ter Darm­stadt, dem Na­tio­nal­thea­ter Mann­heim, der Deut­schen Oper am Rhein in Düs­sel­dorf und der Ham­bur­gi­schen Staats­oper führ­ten re­gel­mä­ßi­ge Gast­spie­le die ge­fei­er­te Künst­le­rin un­ter an­de­rem an die Baye­ri­sche Staats­oper nach Mün­chen, die Deut­sche Oper Ber­lin so­wie an die gro­ßen Opern­häu­ser nach Wien, Zü­rich, Mai­land, Pa­ris, Lon­don, New York und To­kio.

Von 2005 bis 2014 gab sie als Pro­fes­so­rin für Ge­sang an der Uni­ver­si­tät der Küns­te Ber­lin ihr Wis­sen und ihre Er­fah­rung an die jun­ge Ge­nera­ti­on wei­ter.

Die HfMDK trau­ert um eine her­aus­ra­gen­de Künst­le­rin und ihre ehe­ma­li­ge Stu­den­tin.
Un­ser Mit­ge­fühl gilt ih­ren An­ge­hö­ri­gen.

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