Mendelssohns „Elias“ beim Rheingau Musik Festival

Pressefoto: Der Kammerchor der HfMDK unter der Leitung von Florian Lohmann im Kloster Eberbach 2022. Foto: Marvin Fuchs
(Foto: Marvin Fuchs)
pressemitteilung

Mit dem Ora­to­ri­um „Eli­as“ von Fe­lix Men­dels­sohn Bar­thol­dy sind der Hoch­schul­chor, der Kam­mer­chor und das Sym­pho­nie­or­ches­ter der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt (HfMDK) die­ses Jahr un­ter der Lei­tung von Flo­ri­an Loh­mann am 27. Juni 2024 um 19 Uhr beim Rhein­gau Mu­sik Fes­ti­val im Klos­ter Eber­bach zu Gast.

Als Pro­phet Eli­as ist der Ba­ri­ton Dany­lo Matvi­i­en­ko aus dem En­sem­ble der Oper Frank­furt zu hö­ren. Die an­de­ren so­lis­ti­schen Par­ti­en wer­den von der So­pra­nis­tin Eva-Ma­ria Hart­mann, der Al­tis­tin Ul­ri­ke Ma­lot­ta und dem Te­nor Ju­li­an Ha­ber­mann ge­stal­tet; alle drei sind Alum­ni der HfMDK. Am 29. Juni wird das Ora­to­ri­um ab 19.30 Uhr im Gro­ßen Saal der Hoch­schu­le ein zwei­tes Mal auf­ge­führt, wo­bei die Lei­tung an die­sem Abend in den Hän­den von Stu­die­ren­den der Chor­lei­tungs­klas­se von Prof. Flo­ri­an Loh­mann liegt.

„Eli­as“, op. 70 von Fe­lix Men­dels­sohn Bar­thol­dy

Über zehn Jah­re sei­nes Le­bens be­schäf­tig­te sich Men­dels­sohn mit dem „Eli­as“-Stoff, der ihn des­halb be­son­ders in­ter­es­siert ha­ben mag, weil die Ge­schich­te zwi­schen Ju­den­tum und Chris­ten­tum ver­an­kert ist, wie es das Le­ben des Kom­po­nis­ten auch war: In eine tra­di­ti­ons­rei­che jü­di­sche Fa­mi­lie hin­ein­ge­bo­ren, wur­de er spä­ter aus ge­sell­schaft­li­chen Grün­den pro­tes­tan­tisch ge­tauft, so­dass er im­mer zwi­schen den bei­den Wel­ten zu Hau­se war.

Für sei­nen „Eli­as“ kom­bi­nier­te Men­dels­sohn den von Bach und Haydn ge­präg­ten Ora­to­ri­en­stil ge­konnt mit der tie­fen Ge­fühls­welt der Ro­man­tik. Eine be­son­de­re Wir­kung ent­fal­ten die zahl­rei­chen, cha­rak­ter­lich sehr un­ter­schied­li­chen Chor­pas­sa­gen des Wer­kes, in de­nen die bei­den Hoch­schul­chö­re ihre In­ter­pre­ta­ti­ons­kunst ein­drucks­voll hö­ren las­sen kön­nen.

Der Pro­phet Eli­as, der dem Al­ten Tes­ta­ment zu­fol­ge die zwi­schen­zeit­lich den Gott Baal an­be­ten­den Is­rae­li­ten wie­der zum Glau­ben an den Gott Jah­we be­keh­ren kann, tritt bei Men­dels­sohn als Un­heils­bo­te, als Zor­ni­ger, als Miss­ver­stan­de­ner und als Zwei­feln­der auf. Mit der An­kün­di­gung ei­ner tat­säch­lich ein­tre­ten­den Dür­re­ka­ta­stro­phe macht er sich Fein­de und ver­liert da­nach als Aus­ge­sto­ße­ner bei­na­he den Glau­ben an sich selbst und an Gott. Doch Jah­we lässt schließ­lich in der Ein­öde mit ei­nem lei­sen Säu­seln von sich hö­ren, so­dass Eli­as neu­en Mut für sei­nen Sen­dungs­auf­trag schöpft und ihn letzt­lich auch er­fül­len kann. Als Pro­phet wird er so­mit nicht als un­an­greif­ba­rer Über­mensch prä­sen­tiert, son­dern sieht sich stark mit den ei­ge­nen mensch­li­chen Ge­füh­len kon­fron­tiert. Auch die­se Nah­bar­keit des Prot­ago­nis­ten hat ne­ben der kom­po­si­to­ri­schen Ex­zel­lenz Men­dels­sohns si­cher­lich zur stets be­geis­ter­ten Auf­nah­me des Ora­to­ri­ums seit sei­ner Ur­auf­füh­rung 1846 in Bir­ming­ham bis heu­te bei­getra­gen.

Das Gast­spiel der HfMDK im Klos­ter Eber­bach fin­det mit freund­li­cher Un­ter­stüt­zung der Deut­sche Bank Stif­tung statt. Das Kon­zert wird von Ton­meis­tern der HfMDK mit­ge­schnit­ten und im Rah­men der Kul­tur­part­ner­schaft mit hr2-kul­tur zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt ge­sen­det.

Das Rhein­gau-Gast­spiel von 2023

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Die Mit­wir­ken­den

Fe­lix Men­dels­sohn Bar­thol­dy: „Eli­as“, op. 70

Eva-Ma­ria Hart­mann: So­pran
Ul­ri­ke Ma­lot­ta: Alt
Ju­li­an Ha­ber­mann: Te­nor (am 27. Juni); Yuli Zhang: Te­nor (am 29. Juni)
Dany­lo Matvi­i­en­ko: Ba­ri­ton
Hoch­schul­chor, Kam­mer­chor und Sym­pho­nie­or­ches­ter der HfMDK
Lei­tung: Flo­ri­an Loh­mann (27. Juni)
und Stu­die­ren­de der Chor­lei­tungs­klas­se von Prof. Flo­ri­an Loh­mann (29. Juni)

Eva-Ma­ria Hart­mann stu­dier­te im Mas­ter­stu­di­en­gang Ge­sang an der HfMDK Frank­furt bei Prof. Thi­lo Dah­l­mann, nach­dem sie ihr Ba­che­lor­stu­di­um in Stutt­gart ab­sol­viert hat­te. Sie sang be­reits u.a. im Rah­men di­ver­ser Pro­jek­te die Par­tie der Mimì in Puc­ci­nis „La Bo­hè­me“, Aus­schnit­te aus Schön­bergs „Er­war­tung“, die Par­tie der Ru­sal­ka in Dvořáks gleich­na­mi­ger Oper so­wie die Par­tie der Ma­rie in Sme­ta­nas „Die ver­kauf­te Braut“. Als In­ter­pre­tin geist­li­cher Wer­ke von Bach, Men­dels­sohn, Haydn, Orff u.v.m. konn­te sie sich be­reits im Rah­men zahl­rei­cher Kon­zer­te ei­nen Na­men ma­chen. Auch dem Kunst­lied wid­met die in­ter­na­tio­nal en­ga­gier­te So­pra­nis­tin viel Auf­merk­sam­keit. So ist sie auch auf der Ende 2023 er­schie­ne­nen CD „Lied­stadt Frank­furt“ mit Kom­po­si­tio­nen aus den Jah­ren 1878 bis 1933 zu hö­ren, die mit Stu­die­ren­den, Leh­ren­den und Alum­ni der HfMDK pro­du­ziert wur­de und eine Rei­he von Ersteinspie­lun­gen ent­hält. Im Som­mer 2024 er­scheint ihre Solo-CD „Love Sto­ry Short“, die sie mit dem Pia­nis­ten Hil­ko Dum­no auf­ge­nom­men hat.

Ul­ri­ke Ma­lottas ein­fühl­sa­mes Mu­si­zie­ren und ihre star­ke Büh­nen­prä­senz ha­ben die Mez­zo­so­pra­nis­tin in kur­zer Zeit zu ei­ner in­ter­na­tio­nal ge­frag­ten Künst­le­rin ge­macht. In der Sai­son 2023/24 gibt sie ihre De­büts in der Elb­phil­har­mo­nie so­wie der Ton­hal­le Zü­rich. In­ter­na­tio­na­le Kon­zert­rei­sen führ­ten sie be­reits ins eu­ro­päi­sche Aus­land so­wie nach Süd­afri­ka, Russ­land, Ka­na­da und Is­ra­el. Ul­ri­ke Ma­lot­ta stu­dier­te Ge­sang an den Mu­sik­hoch­schu­len von Mün­chen und Frank­furt. Sie be­such­te Meis­ter­kur­se bei Chris­ta Lud­wig, Chris­ti­an Ger­ha­her, Hel­mut Deutsch, An­dre­as Scholl, An­ge­li­ka Kirch­schla­ger, Ru­dolf Pi­er­nay und Hel­muth Ril­ling und ar­bei­te­te be­reits mit Or­ches­tern wie der Aka­de­mie für Alte Mu­sik, den Bo­chu­mer Sym­pho­ni­kern, dem Münch­ner Rund­funk­or­ches­ter und den Bam­ber­ger Sym­pho­ni­kern zu­sam­men.

Der aus der Ukrai­ne stam­men­de Ba­ri­ton Dany­lo Matvi­i­en­ko wech­sel­te zu Be­ginn der Sai­son 2021/22 vom Opern­stu­dio, dem er seit 2019/20 an­ge­hör­te, in das En­sem­ble der Oper Frank­furt. Zu­vor war er Mit­glied der Opern­aka­de­mie des Tea­tr Wie­l­ki War­schau und des Opern­stu­di­os der Opé­ra Na­tio­nal de Pa­ris. An der Oper Frank­furt tritt er in der Sai­son 2023/24 als Graf Al­ma­vi­va in der Neu­in­sze­nie­rung von „Le Noz­ze di Fi­ga­ro“, als Don Po­li­do­ro in „L‘Ita­lia­na in Lon­dra“ und als Al­bert in „La Jui­ve“ auf, zu­dem als Pa­pa­ge­no in „Die Zau­ber­flö­te“. Ne­ben sei­ner mu­si­ka­li­schen Aus­bil­dung in Do­nezk schloss Dany­lo Matvi­i­en­ko an der dor­ti­gen Uni­ver­si­tät zu­sätz­lich ein Ma­the­ma­tik­stu­di­um ab.

Ju­li­an Ha­ber­mann war in sei­ner Kind­heit und Ju­gend Mit­glied der Re­gens­bur­ger Dom­spat­zen und stu­dier­te spä­ter an den Mu­sik­hoch­schu­len von Würz­burg und Frank­furt. Seit 2021 bil­det er sich un­ter der An­lei­tung von Lio­ba Braun wei­ter. Der Künst­ler war Preis­trä­ger im Ju­nior­wett­be­werb des Bun­des­wett­be­werbs Ge­sang so­wie beim in­ter­na­tio­na­len Lied­wett­be­werb „Das Lied“, au­ßer­dem Sti­pen­di­at beim Hei­del­ber­ger Früh­ling und beim Kis­sin­ger Som­mer. Von 2019 bis 2022 ge­hör­te er dem En­sem­ble des Hes­si­schen Staats­thea­ters Wies­ba­den an. Er ist ein eu­ro­pa­weit ge­frag­ter Kon­zert­so­list, u.a. für Bachs Pas­sio­nen und das Weih­nachts­ora­to­ri­um. Auf­trit­te führ­ten ihn be­reits in die Ton­hal­le Zü­rich, ins Théât­re des Champs Ely­sées, in die Phil­har­mo­nie Ber­lin, das Con­cert­ge­bouw Ams­ter­dam und die Elb­phil­har­mo­nie.

Seit dem Win­ter­se­mes­ter 2019/20 un­ter­rich­tet Flo­ri­an Loh­mann als Pro­fes­sor für Chor­lei­tung an der HfMDK Frank­furt. Dort ist er ver­ant­wort­lich für die chor­lei­te­ri­sche Aus­bil­dung so­wohl in der Kir­chen­mu­sik­ab­tei­lung als auch im Ba­che­lor- und Mas­ter­stu­di­en­gang Künst­le­ri­sche Aus­bil­dung Mu­sik (KAM) und lei­tet den Kam­mer- und den Hoch­schul­chor. Er selbst stu­dier­te Schul­mu­sik, Ger­ma­nis­tik, Ge­sang und Ge­sangs­päd­ago­gik und war Sti­pen­di­at der Evan­ge­li­schen Stu­di­en­stif­tung Vil­ligst. Seit mehr als zehn Jah­ren ist er künst­le­ri­scher Lei­ter der Ca­pel­la St. Cru­cis und des Col­le­gi­um Vo­ca­le in Han­no­ver. Ein­la­dun­gen zu Fes­ti­vals und Wett­be­wer­ben im In- und Aus­land so­wie CD- und Rund­funk­pro­duk­tio­nen im ge­sam­ten sti­lis­ti­schen Spek­trum von der his­to­ri­schen Auf­füh­rungs­pra­xis bis hin zur zeit­ge­nös­si­schen Vo­kal­mu­sik, ein­schließ­lich ei­ni­ger Ur­auf­füh­run­gen, do­ku­men­tie­ren sei­ne Ar­beit. 2022 wur­de ihm ein Hes­si­scher Hoch­schul­preis für Ex­zel­lenz in der Leh­re ver­lie­hen.

Der Hoch­schul­chor der HfMDK Frank­furt setzt sich aus Stu­die­ren­den ver­schie­dens­ter Stu­di­en­gän­ge al­ler Fach­be­rei­che zu­sam­men. Das En­sem­ble er­ar­bei­tet sti­lis­tisch breit ge­fä­cher­te Kon­zert­pro­gram­me – a cap­pel­la, kam­mer­mu­si­ka­lisch be­glei­tet und mit gro­ßer Or­ches­ter­be­set­zung. Ko­ope­ra­tio­nen führ­ten den Chor be­reits mehr­fach in den Gro­ßen Saal der Al­ten Oper Frank­furt, wo er u.a. beim Deut­schen Chor­fest auf­trat. Des Wei­te­ren be­steht eine Zu­sam­men­ar­beit mit der Ab­tei­lung für His­to­ri­sche In­ter­pre­ta­ti­ons­pra­xis der HfMDK, im Zuge de­rer der Chor sich bei­spiel­wei­se be­reits an den Ba­rock­näch­ten be­tei­ligt hat. Eine in­ten­si­ve Zu­sam­men­ar­beit im ora­to­ri­schen Re­per­toire ver­bin­det den Hoch­schul­chor mit dem Sym­pho­nie­or­ches­ter der HfMDK. Seit Herbst 2019 lei­tet Prof. Flo­ri­an Loh­mann das En­sem­ble.

Der Kam­mer­chor der HfMDK Frank­furt prä­sen­tiert bei sei­nen Auf­trit­ten an­spruchs­vol­le Chor­wer­ke von der Re­nais­sance bis zur Mo­der­ne. Stu­die­ren­de ver­schie­dens­ter Stu­di­en­gän­ge aus al­len Fach­be­rei­chen er­ar­bei­ten un­ter der Lei­tung von Prof. Flo­ri­an Loh­mann sti­lis­tisch aus­ge­feil­te und ei­nem bril­lan­ten und zu­gleich ho­mo­ge­nen Chor­klang ver­pflich­te­te In­ter­pre­ta­tio­nen. Sie mu­si­zie­ren da­bei auch so­lis­tisch und in Solo-En­sem­bles aus dem Chor her­aus. Dar­über hin­aus bie­tet der Kam­mer­chor den Haupt­fach-Stu­die­ren­den im Fach Chor­lei­tung die Mög­lich­keit, selbst Pro­ben zu lei­ten und Kon­zer­te zu di­ri­gie­ren. Auch au­ßer­halb der Hoch­schu­le tritt das En­sem­ble auf, wie z.B. bei der Stutt­gar­ter Stun­de der Kir­chen­mu­sik.

Das Sym­pho­nie­or­ches­ter der HfMDK Frank­furt setzt sich vor­nehm­lich aus Stu­die­ren­den der Ba­che­lor- und Mas­ter­stu­di­en­gän­ge Künst­le­ri­sche Aus­bil­dung Mu­sik (KAM) mit ei­nem Or­ches­ter­in­stru­ment im Haupt­fach zu­sam­men und rea­li­siert mehr­mals im Se­mes­ter mu­si­ka­li­sche Pro­jek­te, die ent­we­der in ein Kon­zert oder in eine Au­dio- oder Vi­deo­auf­nah­me mün­den. Das En­sem­ble, des­sen mu­si­ka­li­scher Lei­ter seit dem Win­ter­se­mes­ter 2023/24 Prof. Mi­cha­el San­der­ling ist, ar­bei­tet in wech­seln­den Be­set­zun­gen, um al­len Stu­die­ren­den eine Teil­nah­me zu er­mög­li­chen, de­ren Cur­ri­cu­lum das Or­ches­ter­spiel vor­sieht. Das ge­spiel­te Re­per­toire ist breit ge­fä­chert, um mög­lichst vie­le cha­rak­te­ris­ti­sche Kom­po­si­tio­nen aus al­len Epo­chen und Stil­rich­tun­gen der abend­län­di­schen Sym­pho­nik ab­zu­de­cken. Re­gel­mä­ßig fin­den Pro­jek­te mit den Hoch­schul­chö­ren so­wie Opern­pro­duk­tio­nen in Zu­sam­men­ar­beit mit der Ge­sangs­ab­tei­lung der HfMDK statt.

 

Pressefoto: Der Kammerchor der HfMDK unter der Leitung von Florian Lohmann im Kloster Eberbach 2022. Foto: Marvin Fuchs

Florian Lohmann dirigiert den Kammerchor während des Konzerts 2022 im Kloster Eberbach.

Pres­se­kon­takt