"Dinge | über | Leben" am Nationaltheater Mannheim

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Pa­blo Wel­ler de la Tor­re spielt am Na­tio­nal­thea­ter Mann­heim.

Die Re­gis­seu­rin Ayşe Gü­ven­diren er­rich­tet ein thea­tra­les Mu­se­um als Lie­bes­er­klä­rung für Mev­lü­de Genç, die 1993 bei ei­nem ras­sis­ti­schen Brand­an­schlag fünf ih­rer Liebs­ten ver­lor und sich bis zu ih­rem Tod als Frie­dens­bot­schaf­te­rin en­ga­giert hat.

Kei­ne Rei­ter­stand­bil­der wer­den hier zu se­hen sein, kei­ne Hym­nen zu hö­ren, kei­ne mo­nu­men­ta­len Ar­te­fak­te aus­ge­stellt und nicht die Hel­den­ta­ten al­ter Kö­ni­ge er­zählt. Mit Ge­schich­ten, Lie­dern, ma­te­ri­el­len Zeug­nis­sen und in en­gem Aus­tausch mit Hin­ter­blie­be­nen er­weckt Ayşe Gü­ven­diren eine Frau zum Le­ben, die vie­len nur als Trau­ern­de in Er­in­ne­rung ge­blie­ben ist und de­ren Le­ben für so viel mehr steht: für Mensch­lich­keit, für kon­kret ge­leb­te Zeit­ge­schich­te im Kon­text bun­des­deut­scher Mi­gra­ti­ons­ge­schich­te und rech­ten Ter­rors und für die Wi­der­stän­dig­keit ei­ner Frau, die sich im All­täg­li­chen und oft un­sicht­bar den gro­ßen, ge­walt­vol­len Nar­ra­ti­ven ent­ge­gen­ge­stellt hat. Was ist es wert, er­in­nert zu wer­den? Der Thea­ter­abend spielt mit mu­sea­len Tra­di­tio­nen und ver­steht sich als Ge­gen­ent­wurf.
Ayşe Gü­ven­diren hat sich am NTM be­reits mit den Ar­bei­ten »Als wäre es ges­tern ge­we­sen« und »DRUCK!« ei­nem Mann­hei­mer Pu­bli­kum vor­ge­stellt. In­spi­riert ist ihr kom­men­des Re­cher­che­pro­jekt vom Werk des Li­te­ra­tur­no­bel­preis­trä­gers Or­han Pa­muk und sei­nem Ro­man »Mu­se­um der Un­schul­d«.

Drei Menschen tragen goldene Anzüge und stehen hinter einer Fontäne
(Foto: (c) Christian Kleiner)

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