Vom Klassenzimmer zum Filmset: Film-Workshop mit Dominik Graf

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Ein in­ten­si­ver Film-Work­shop mit dem re­nom­mier­ten Re­gis­seur Do­mi­nik Graf bot den Stu­die­ren­den des Ab­schluss­jahr­gangs 2026 Schau­spiel ei­nen rea­lis­ti­schen und hoch­pro­fes­sio­nel­len Ein­blick in die Ar­beit vor der Ka­me­ra.

Zu Gast in der HfMDK

Der her­aus­ra­gen­de Re­gis­seur des deut­schen Films ist be­kannt für sei­ne enor­me hand­werk­li­che Prä­zi­si­on, sein ho­hes Ar­beits­tem­po und sei­ne Fä­hig­keit, Sze­nen eine un­ver­gleich­li­che Le­ben­dig­keit und Dich­te zu ver­lei­hen. Für sein um­fang­rei­ches Film­schaf­fen wur­de Do­mi­nik Graf viel­fach un­ter an­de­rem mit dem Adolf-Grim­me-Preis, dem Baye­ri­schen Fern­seh­preis und dem Deut­schen Fern­seh­preis Gol­de­ne Lola aus­ge­zeich­net (zum Bei­spiel für "Fa­bi­an oder der Gang vor die Hun­de" und "Im An­ge­sicht des Ver­bre­chens").

Dominik Graf
Der Regisseur Dominik Graf.(Photo: Caroline Link)

Hand­werk und Pro­fes­sio­na­li­tät

Der Film-Work­shop in der HfMDK bot Ar­beits­be­din­gun­gen an, die ei­nem rea­len Set-All­tag na­he­ka­men. So pro­fi­tier­ten die Stu­die­ren­den vom Ein­satz ei­nes pro­fes­sio­nel­len Equip­ments und konn­ten mit ei­nem Ka­me­ra­mann und ei­ner Auf­nah­me­lei­tung zu­sam­men­ar­bei­ten.

Der Work­shop um­fass­te: Sze­ne­ner­ar­bei­tung, Mo­tiv­ar­beit und ge­gen­sei­ti­ge Un­terst­püt­zung. Je­der Stu­die­ren­de er­ar­bei­te­te in­ten­siv zwei Du­o­sze­nen, in de­nen die Fein­hei­ten des fil­mi­schen Spiels un­ter­sucht wur­den. Die an­ge­hen­den Schau­spie­ler*in­nen nutz­ten die Ar­chi­tek­tur der Hoch­schu­le in krea­ti­ver Wei­se. Durch ge­ziel­te Aus­stat­tung und Licht­set­zung ver­wan­del­ten sich schlich­te Gän­ge in ei­nen ste­ri­len Kran­ken­haus­flur oder in ein be­leb­tes Schul­ge­bäu­de. Die jun­gen Schau­spie­len­den ar­bei­te­ten nicht nur vor der Ka­me­ra, son­dern auch da­hin­ter – etwa beim ge­gen­sei­ti­gen Füh­ren der Ton­an­gel, was das Ver­ständ­nis für das ge­sam­te Team­ge­fü­ge am Set stärk­te.

» Dominik Graf fackelt nicht lange rum – der weiß genau, was er sehen will. Aus einem Flur der Hochschule ein glaubwürdiges Krankenhaus zu machen und dabei mit Profi-Equipment zu drehen, war ein Wahnsinns-Gefühl. «Dominika Hebel, Diplom Schauspiel
Dominika Hebel
(Foto: Christian Kleiner)
Leseprobe
Der Workshop startete mit einer Leseprobe am Tisch. Bereits hier war höchste Präzision gefordert. (Photo: Simion Martin)

Die Her­aus­for­de­rung: Krea­ti­vi­tät un­ter Zeit­druck

Die Ar­beit mit Do­mi­nik Graf war für die Stu­die­ren­den eine Lek­ti­on in Sa­chen künst­le­ri­scher Ef­fi­zi­enz. Er ver­mit­tel­te, wie man auch un­ter dem na­tür­li­chen Zeit­druck ei­nes Dreh­tags die krea­ti­ve Frei­heit be­hält. Die Stu­die­ren­den muss­ten schnell um­schal­ten, sich auf ver­schie­de­ne Mo­ti­ve ein­stel­len und die psy­cho­lo­gi­sche Tie­fe ih­rer Fi­gu­ren in der tech­ni­schen Stren­ge des Bild­aus­schnitts be­wah­ren.

Als be­son­ders lehr­reich emp­fan­den sie, wie durch eine kla­re Re­gie-Vi­si­on und pro­fes­sio­nel­le Tech­nik aus all­täg­li­chen Räu­men fil­mi­sche Wel­ten ent­ste­hen. Die An­we­sen­heit ei­nes pro­fes­sio­nel­len Stabs er­mög­lich­te es den Work­shop-Teil­neh­men­den, sich voll und ganz auf das „Spiel im Mo­ment“ zu kon­zen­trie­ren, wäh­rend sie gleich­zei­tig die tech­ni­sche Dis­zi­plin lern­ten, die das Me­di­um Film ver­langt. Dar­über hin­aus ver­mit­tel­te Do­mi­nik Graf, wie wich­tig die phy­si­sche Prä­zi­si­on im Zu­sam­men­spiel mit der Ka­me­ra ist. Der Pro­fi for­der­te eine Wach­heit, die über das rei­ne Aus­wen­dig­ler­nen von Text hin­aus­geht: Es war wich­tig zu ver­ste­hen, wie eine mi­ni­ma­le Kopf­be­we­gung oder ein kur­zes In­ne­hal­ten die ge­sam­te Dy­na­mik ei­ner Auf­nah­me ver­än­dern kann.

Exzellenzworkshop Dominik Graf
Dominik Graf gab zwischen den Takes genaue Anweisungen.(Photo: Simion Martin)

Ein Work­shop zum per­fek­ten Zeit­punkt

Die ent­stan­de­nen Sze­nen sind für den Ab­schluss­jahr­gang Schau­spiel nicht nur wert­vol­les De­mo­ma­te­ri­al an der Schwel­le zum Be­rufs­le­ben. Viel­mehr hat die Ar­beit mit Do­mi­nik Graf ein gro­ßes Selbst­ver­trau­en ver­mit­telt, vor der Ka­me­ra pro­fes­sio­nell zu be­stehen. Und es wur­de deut­lich, dass Schnel­lig­keit und künst­le­ri­sche Tie­fe kein Wi­der­spruch sein müs­sen, son­dern sich ge­gen­sei­tig be­feu­ern kön­nen.

Ein ent­schei­den­der Punkt, den Do­mi­nik Graf den Stu­die­ren­den mit auf den Weg gab, war das Be­wusst­sein für den ge­sam­ten Pro­zess: „Das Fil­men ist das eine, aber der ei­gent­li­che Film ent­steht am Ende im Schnitt.“ Graf be­ton­te, wie viel man in der Mon­ta­ge noch ge­win­nen, aber eben auch ver­gei­gen kann. Um das Ma­xi­mum aus den pro­du­zier­ten Work­shop-Sze­nen her­aus­zu­ho­len, bot er den Stu­die­ren­den an, das Ma­te­ri­al selbst zu sich­ten und die Post­pro­duk­ti­on zu be­glei­ten.

» Dass ein Regisseur seines Formats ein solches Interesse an der bestmöglichen Sichtbarkeit unseres Materials zeigt, ist für uns eine enorme Wertschätzung. Der Workshop war eine direkte Investition in unsere praktische Berufsfähigkeit. Wir sind zutiefst dankbar, dass uns diese Begegnung auf Augenhöhe mit der filmischen Praxis ermöglicht wurde. Die gemeinsamen Tage werden uns als ein Highlight unserer Ausbildung und als wichtiger Meilenstein für unseren Weg in die Branche in Erinnerung bleiben. «Daniel Krimsky, Diplom Schauspiel
Foto
(Foto: Colin Lee)

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