Vom Klassenzimmer zum Filmset: Film-Workshop mit Dominik Graf
Ein intensiver Film-Workshop mit dem renommierten Regisseur Dominik Graf bot den Studierenden des Abschlussjahrgangs 2026 Schauspiel einen realistischen und hochprofessionellen Einblick in die Arbeit vor der Kamera.
Zu Gast in der HfMDK
Der herausragende Regisseur des deutschen Films ist bekannt für seine enorme handwerkliche Präzision, sein hohes Arbeitstempo und seine Fähigkeit, Szenen eine unvergleichliche Lebendigkeit und Dichte zu verleihen. Für sein umfangreiches Filmschaffen wurde Dominik Graf vielfach unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Deutschen Fernsehpreis Goldene Lola ausgezeichnet (zum Beispiel für "Fabian oder der Gang vor die Hunde" und "Im Angesicht des Verbrechens").
Handwerk und Professionalität
Der Film-Workshop in der HfMDK bot Arbeitsbedingungen an, die einem realen Set-Alltag nahekamen. So profitierten die Studierenden vom Einsatz eines professionellen Equipments und konnten mit einem Kameramann und einer Aufnahmeleitung zusammenarbeiten.
Der Workshop umfasste: Szenenerarbeitung, Motivarbeit und gegenseitige Unterstpützung. Jeder Studierende erarbeitete intensiv zwei Duoszenen, in denen die Feinheiten des filmischen Spiels untersucht wurden. Die angehenden Schauspieler*innen nutzten die Architektur der Hochschule in kreativer Weise. Durch gezielte Ausstattung und Lichtsetzung verwandelten sich schlichte Gänge in einen sterilen Krankenhausflur oder in ein belebtes Schulgebäude. Die jungen Schauspielenden arbeiteten nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter – etwa beim gegenseitigen Führen der Tonangel, was das Verständnis für das gesamte Teamgefüge am Set stärkte.
» Dominik Graf fackelt nicht lange rum – der weiß genau, was er sehen will. Aus einem Flur der Hochschule ein glaubwürdiges Krankenhaus zu machen und dabei mit Profi-Equipment zu drehen, war ein Wahnsinns-Gefühl. «Dominika Hebel, Diplom Schauspiel

Die Herausforderung: Kreativität unter Zeitdruck
Die Arbeit mit Dominik Graf war für die Studierenden eine Lektion in Sachen künstlerischer Effizienz. Er vermittelte, wie man auch unter dem natürlichen Zeitdruck eines Drehtags die kreative Freiheit behält. Die Studierenden mussten schnell umschalten, sich auf verschiedene Motive einstellen und die psychologische Tiefe ihrer Figuren in der technischen Strenge des Bildausschnitts bewahren.
Als besonders lehrreich empfanden sie, wie durch eine klare Regie-Vision und professionelle Technik aus alltäglichen Räumen filmische Welten entstehen. Die Anwesenheit eines professionellen Stabs ermöglichte es den Workshop-Teilnehmenden, sich voll und ganz auf das „Spiel im Moment“ zu konzentrieren, während sie gleichzeitig die technische Disziplin lernten, die das Medium Film verlangt. Darüber hinaus vermittelte Dominik Graf, wie wichtig die physische Präzision im Zusammenspiel mit der Kamera ist. Der Profi forderte eine Wachheit, die über das reine Auswendiglernen von Text hinausgeht: Es war wichtig zu verstehen, wie eine minimale Kopfbewegung oder ein kurzes Innehalten die gesamte Dynamik einer Aufnahme verändern kann.
Ein Workshop zum perfekten Zeitpunkt
Die entstandenen Szenen sind für den Abschlussjahrgang Schauspiel nicht nur wertvolles Demomaterial an der Schwelle zum Berufsleben. Vielmehr hat die Arbeit mit Dominik Graf ein großes Selbstvertrauen vermittelt, vor der Kamera professionell zu bestehen. Und es wurde deutlich, dass Schnelligkeit und künstlerische Tiefe kein Widerspruch sein müssen, sondern sich gegenseitig befeuern können.
Ein entscheidender Punkt, den Dominik Graf den Studierenden mit auf den Weg gab, war das Bewusstsein für den gesamten Prozess: „Das Filmen ist das eine, aber der eigentliche Film entsteht am Ende im Schnitt.“ Graf betonte, wie viel man in der Montage noch gewinnen, aber eben auch vergeigen kann. Um das Maximum aus den produzierten Workshop-Szenen herauszuholen, bot er den Studierenden an, das Material selbst zu sichten und die Postproduktion zu begleiten.
» Dass ein Regisseur seines Formats ein solches Interesse an der bestmöglichen Sichtbarkeit unseres Materials zeigt, ist für uns eine enorme Wertschätzung. Der Workshop war eine direkte Investition in unsere praktische Berufsfähigkeit. Wir sind zutiefst dankbar, dass uns diese Begegnung auf Augenhöhe mit der filmischen Praxis ermöglicht wurde. Die gemeinsamen Tage werden uns als ein Highlight unserer Ausbildung und als wichtiger Meilenstein für unseren Weg in die Branche in Erinnerung bleiben. «Daniel Krimsky, Diplom Schauspiel






