"Try-Out: Kohlhaas" am Staatstheater Mainz

Zwei Männer auf einer Wiese.
(Photo: (c) Luis Dekant)
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Lenn­art KI­appstein aus dem Stu­dio­jahr Schau­spiel so­wie Alum­nus Sa­bah Qalo spie­len am Staats­thea­ter Mainz in der In­sze­nie­rung nach der No­vel­le von Hein­rich von Kleist.

Mit der Mainz Re­si­denz im Kur­fürst­li­chen Schloss schaf­fen wir ei­nen neu­en Mög­lich­keits­raum für Be­geg­nung, Aus­tausch und Ex­pe­ri­men­te. Thea­ter­ma­cher*in­nen aus dem Haus, Au­tor*in­nen so­wie na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Grup­pen aus der frei­en Sze­ne ar­bei­ten hier an neu­en Pro­jek­ten oder be­fra­gen be­kann­te Stof­fe aus heu­ti­ger Sicht. Mit ver­schie­de­nen For­ma­ten und Try-Outs wol­len wir die­se Pro­zes­se für das Pu­bli­kum öff­nen.

Hin­ter dem Be­griff des Try-Outs ver­birgt sich ein For­mat, dass sich zwi­schen öf­fent­li­cher Pro­be und Vor­ab-Prä­sen­ta­ti­on an­sie­delt. Das Pu­bli­kum er­hält hier­bei ex­klu­si­ve Ein­bli­cke in ak­tu­el­le Thea­ter­ar­bei­ten be­reits vor ei­ner fi­na­len, of­fi­zi­el­len Pre­mie­re. Und die Künst­ler*in­nen be­kom­men die Mög­lich­keit, ihre bis dato ent­wi­ckel­ten Ide­en und sze­ni­schen An­sät­ze „live“ zu tes­ten und dank der Pu­bli­kums­re­ak­ti­on wei­ter­zu­brin­gen.

Kohl­haas

Der Pfer­de­händ­ler Mi­cha­el Kohl­haas kommt an eine Gren­ze und soll ei­nen Pas­sier­schein lö­sen. Man ei­nigt sich dar­auf, dass er zwei Pfer­de als Pfand zu­rück­lässt. Als er die­se auf der Rück­rei­se ab­ho­len will, fin­det er sie halb ver­hun­gert. Da­mit be­ginnt eine höchst ver­wi­ckel­te Ge­schich­te, in der aus ei­nem Grenz­vor­fall ein Rechts­streit wird, der zu ei­ner un­glaub­li­chen Es­ka­la­ti­on von Ge­walt führt, weil Mi­cha­el Kohl­haas ei­nen Ra­che­feld­zug be­ginnt...

In sei­nem Try out über­prüft Luis De­kant zu­sam­men mit den Spie­lern Sa­bah Qalo und Lenn­art Klappstein Hein­rich von Kleists be­rühm­te No­vel­le Mi­cha­el Kohl­haas auf ihre heu­ti­ge Gül­tig­keit. Da­bei ste­hen im Mit­tel­punkt die Fra­gen nach der Ohn­macht des In­di­vi­du­ums ge­gen­über ei­nem staat­li­chen Sys­tem und ei­ner so­ge­nann­ten mensch­li­chen Ord­nung. Mit wel­cher Le­gi­ti­mi­tät wird je­man­dem Recht ein­ge­räumt, je­mand an­de­rem aber nicht? In­wie­fern ist Mo­ral eine Grund­la­ge für Ge­rech­tig­keit? Und was pas­siert, wenn aus Ge­rech­tig­keit Ra­che wird, was, wenn sich Rechts­su­che zu blin­dem Ter­ror ra­di­ka­li­siert?

Zwei Männer auf einer Wiese.
(Foto: (c) Luis Dekant)

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