Rückblick: Aktionstag KUNST.MACHT.MENSCHLICHKEIT. – Ein Impuls für den Wandel
Am 27. November 2025 setzten die 24 staatlichen Musikhochschulen mit einem bundesweiten Aktionstag ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch. Unter dem Motto KUNST.MACHT.MENSCHLICHKEIT. wurde an der HfMDK Frankfurt unter der Leitung der neuen Antidiskriminierungsbeauftragten, Prof. Gesa Behrens und Prof. Isaac Spencer, ein vielfältiges Programm organisiert, das sich kritisch mit den Machtstrukturen an der HfMDK auseinandersetzte.
Mit zahlreichen Aktionsangeboten, einem Diskussionsraum und einer abschließenden künstlerischen Performance von Spoken Word Artistin Jessy James LaFleur bot der Tag Raum für tiefgehende Auseinandersetzungen mit Machtstrukturen im künstlerischen Kontext. Der Fokus lag dabei besonders auf dem Austausch zwischen Expert*innen und Studierenden. In regen Diskussionen wurden gängige Denkmuster in der Vermittlung – auch im Hinblick auf zukünftige Arbeitssituationen – hinterfragt und kritisch beleuchtet.
Interaktive Vorträge und Workshops luden die Teilnehmenden ein, sich dem Thema aus vielfältigen theoretischen und künstlerischen Perspektiven zu nähern. So konnten sich Studierende und Lehrende in den Workshops „Körper.Sprache.Grenzen.“ von Prof. Stephanie Köhler und „Entwicklung von Consent Practice in der Contact Improvisation“ von Peter Pleyer eigener und fremder Grenzen bewusst werden und nützliche Strategien zum Umgang mit ihnen lernen. Beim interaktiven Vortrag „Agency as Creative Practice – Tools and Approaches to transform Hierarchies” mit Victoria McConnell und Ana Torre von dancersconnect wurden Ansätze zu handlungsfähigem Umgang mit Machtstrukturen vorgestellt und Utopien für einen diskriminierungsfreien Hochschulalltag erarbeitet.
Zwei studentische Beiträge vervollständigten das Programm. Im Theaterstück „Die Nichte des Kreon“ nach Bertolt Brechts „Antigone“ und der anschließenden Diskussionsrunde mit den Schauspiel-Studierenden Philine Heyer und Ujjol Teichmann sowie der Regie führenden Julia Chaplygina wurde die Gedankenwelt von Machthabenden kritisch betrachtet. Im Rahmen des Vortrags „Machtmissbrauch hat viele Gesichter“ führten die Vertrauensstudierenden des Studierendenparlaments Helene Schuchardt und Luis Gehrmann Interviews mit den amtierenden und ehemaligen Antidiskriminierungsbeauftragten Prof. Gesa Behrens, Prof. Isaac Spencer, Prof. Silke Rüdinger und den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Sabine Schubert und Lisa Beck. Dadurch warfen sie einen umfassenden Blick auf Probleme sowie Unterstützungsangebote und Maßnahmen, die Betroffenen helfen.
Diskriminierung und Missbrauch erstrecken sich über viele Bereiche und sind häufig erst bei näherem Hinschauen zu erkennen. So versteht sich der Aktionstag als Sprungbrett für eine weitere Arbeit, die das Bewusstsein für ein diskriminierungskritisches Miteinander stärkt. Ein zentraler Aspekt war hierbei die Einführung von Konsenspraktiken in den künstlerischen Alltag. Passend dazu wurde die neue Aufklärungsbroschüre vorgestellt, die künftig als Leitfaden und Unterstützung für alle Hochschulangehörigen dient.
Danke!
Die vielen Denkanstöße dieses Tages zeigen: Der Weg zu einer diskriminierungsfreien Hochschule ist ein fortlaufender Prozess. Deshalb danken wir allen, die sich auf die vielfältigen Angebote eingelassen haben und dazu beitragen, das Thema gemeinsam und engagiert anzugehen. Ein besonderer Dank gilt den Referent*innen und Künstler*innen Prof. Stefanie Köhler, Peter Pleyer, Victoria McConnell, Ana Torre, Helene Schuchardt, Luis Gehrmann, Prof. Silke Rüdinger, Lisa Beck, Julia Chaplygina, Philine Heyer, Ujjol Teichmann, Prof. Martin Nachbar und Jessy James LaFleur sowie dem Organisationsteam bestehend aus Prof. Gesa Behrens, Prof. Isaac Spencer, Dr. Carla Seeger, Sabine Schubert und Mira Urbassek.
JESSY JAMES LAFLEUR - THE VOICE OF AN ORCHESTRA
POETIC RECORDING, 27.11.2025: Der Vortrag zum Nachlesen










