Der Klang von innen - opening lecture: Tristan Murail

pressemitteilung

Was ver­birgt sich im In­ners­ten ei­nes Klangs – und wie ent­ste­hen dar­aus neue mu­si­ka­li­sche Räu­me? Der fran­zö­si­sche Kom­po­nist Tris­tan Mu­rail macht die akus­ti­schen Ei­gen­schaf­ten ei­nes Tons zum Aus­gangs­punkt sei­ner Mu­sik. Als ei­ner der prä­gen­den Ver­tre­ter der fran­zö­si­schen Spek­tral­mu­sik hat er da­mit die zeit­ge­nös­si­sche Mu­sik nach­hal­tig be­ein­flusst. In sei­ner An­tritts­vor­le­sung als HfMDK-Stif­tungs­gast­pro­fes­sor Kom­po­si­ti­on 2026/27 stellt er sei­ne Mu­sik und Äs­the­tik vor und spricht dar­über, wie sich sein Schaf­fen seit den An­fän­gen der Spek­tral­mu­sik ent­wi­ckelt hat und wel­che Rol­le In­stru­men­tal­tech­ni­ken, Live-Elek­tro­nik und com­pu­ter­ge­stütz­te Kom­po­si­ti­on heu­te spie­len.

Ge­mein­sam mit Gé­rard Gri­sey und Hu­gues Du­fourt ent­wi­ckel­te Mu­rail seit den 1970er-Jah­ren eine Kom­po­si­ti­ons­wei­se, die das Ober­ton­spek­trum und die phy­si­ka­li­schen Ei­gen­schaf­ten von Klän­gen ins Zen­trum rückt. Aus den feins­ten Nu­an­cen ei­nes Tons ent­ste­hen viel­schich­ti­ge Klang­wel­ten, in de­nen sich akus­ti­sche und elek­tro­ni­sche Ele­men­te ver­bin­den. Die An­tritts­vor­le­sung gibt Ein­blick in Mu­rails kom­po­si­to­ri­sches Den­ken und zeigt, wie tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen neue Wege des mu­si­ka­li­schen Ge­stal­tens er­öff­nen.

Mu­rails künst­le­ri­scher Weg ver­bin­det mu­si­ka­li­sche Tra­di­ti­on mit kon­se­quen­ter Klang­for­schung. Als Schü­ler Oli­vi­er Mes­siaens am Pa­ri­ser Kon­ser­va­to­ri­um er­hielt er 1971 den Prix de Rome. Wäh­rend sei­nes an­schlie­ßen­den Auf­ent­halts in Rom be­geg­ne­te er Gi­a­c­in­to Scel­si, des­sen Be­schäf­ti­gung mit den in­ne­ren Di­men­sio­nen des Klangs ihn nach­hal­tig präg­te. 1973 grün­de­te Mu­rail das En­sem­ble L’Itin­é­rai­re, das neue In­stru­men­tal­tech­ni­ken und Live-Elek­tro­nik er­forsch­te. In den 1980er-Jah­ren wand­te er sich ver­stärkt der com­pu­ter­ge­stütz­ten Ana­ly­se und Ge­ne­rie­rung von Klän­gen zu. Von 1991 bis 1997 lehr­te er am Pa­ri­ser For­schungs­zen­trum IR­CAM, be­vor er bis 2011 eine Kom­po­si­ti­ons­pro­fes­sur an der Co­lum­bia Uni­ver­si­ty in New York in­ne­hat­te. Als Kom­po­nist und Leh­rer hat er Ge­ne­ra­tio­nen jün­ge­rer Mu­sik­schaf­fen­der be­ein­flusst.

An der HfMDK wird Tris­tan Mu­rail in den kom­men­den Mo­na­ten in drei Ar­beits­in­seln mit dem En­sem­ble der In­ter­na­tio­na­len En­sem­ble Mo­dern Aka­de­mie (IEMA), In­stru­men­tal­stu­die­ren­den und der Kom­po­si­ti­ons­klas­se ar­bei­ten. Die Stif­tungs­gast­pro­fes­sur schafft Raum für den di­rek­ten künst­le­ri­schen Aus­tausch und da­für, Mu­rails Ideen ge­mein­sam prak­tisch zu er­pro­ben.

Ein Pro­jekt des IzM, ge­för­dert von der HfMDK-Stif­tung.

Tristan Murail

Tristan Murail

Pres­se­kon­takt