Abschied von einer Tanzpionierin: Heide-Marie Böhm-Schmitz

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Mit Be­ginn des Som­mer­se­mes­ters 2024 en­det eine Ära an der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt (HfMDK): Hei­de-Ma­rie Böhm-Schmitz ver­ab­schie­det sich nach 35 Jah­ren, die sie der Kunst des Tan­zes und der Leh­re ge­wid­met hat.

Tän­ze­rin, Cho­reo­gra­fin, Päd­ago­gin – eine be­ein­dru­cken­de Lauf­bahn

Ge­bo­ren in Frank­furt am Main, wur­de Hei­de-Ma­rie Böhm-Schmitz an der Hel­ken­schu­le Frank­furt und der HfMDK zur Tän­ze­rin und Tanz­päd­ago­gin aus­ge­bil­det. Ihre Lei­den­schaft für den Tanz führ­te sie ab 1972 auf ver­schie­de­ne Büh­nen, dar­un­ter zum Hes­si­schen Kam­mer­bal­lett und „Tanz&so­wei­ter“. Par­al­lel dazu ent­fal­te­te sie ihre päd­ago­gi­sche und cho­reo­gra­fi­sche Be­ga­bung, ar­bei­te­te mit Thea­ter­grup­pen wie I Ma­cap und Klapp­maul so­wie für Fern­seh­pro­duk­tio­nen des HR und SWR. Im Jahr 1982 grün­de­te sie ihr ei­ge­nes Stu­dio „Die Tanz­e­ta­ge“ und 1989 das ers­te Pi­la­tes-Stu­dio im Rhein-Main Ge­biet. Ihr Stu­dio „Die Tanz­e­ta­ge“ dien­te auch vie­len frei­en Frank­fur­ter Künst­ler*in­nen als Pro­be­raum, dar­un­ter auch der Tanz­ab­tei­lung der HfMDK.

Über zwei Jahr­zehn­te lang or­ga­ni­sier­te sie den Tanz­som­mer Frank­furt, Work­shops, das Tanz­po­di­um für jun­ge Tän­zer und re­gel­mä­ßi­ge Tanz­pro­duk­tio­nen für Ju­gend­li­che und Kin­der.

35 Jah­re an der HfMDK

Hei­de-Ma­rie Böhm-Schmitz be­gann ihre Lehr­tä­tig­keit an der HfMDK im Som­mer­se­mes­ter 1989 und hört nun zum Ende des Win­ter­se­mes­ters 2023/24 auf. Nach 35 Jah­ren an der Hoch­schu­le hin­ter­lässt sie ein un­schätz­ba­res Erbe. Sie hat­te ei­nen Lehr­auf­trag für Tanz und Be­we­gung in den Aus­bil­dungs­be­rei­chen Mu­sik­thea­ter und Schau­spiel inne. Ihr Un­ter­richt um­fass­te ver­schie­de­ne Tanz­sti­le wie Klas­si­scher Tanz, Mo­dern Dance, Jazz Dance, Stepp­tanz, Spa­ni­scher Tanz, His­to­ri­scher Tanz und Floor Bar­re. Dar­über hin­aus ent­wi­ckel­te sie Cho­reo­gra­fi­en für zahl­rei­che Opern­pro­jek­te und den sze­ni­schen Un­ter­richt.

Ei­ni­ge Hö­he­punk­te ih­rer krea­ti­ven Schaf­fens­kraft sind im fol­gen­den Aus­schnitt aus ih­ren Cho­reo­gra­fi­en er­sicht­lich:

  • 1997: „Don Gio­van­ni“
  • 1999: „Don Qui­cho­te/Ba­rock­nacht“
  • 2001: „Fi­ga­ro“
  • 2006: Ab­schied Prof. P. Iden
  • 2006: „Som­mer­nachts­traum“ im Bo­cken­hei­mer De­pot
  • 2007: „Or­feo“
  • 2008: Für ZBF Schau­spiel
  • 2008: „Fle­der­maus“
  • 2013: Lie­der­abend „Die Uhr schlägt alle“ (Schau­spiel)
  • 2014: Lie­der­abend „Goe­the war auch schon da“ (Schau­spiel)
  • 2015: Vor­di­plom Schau­spiel „Cz­echow – Scher­ben aus ei­nem an­de­ren Le­ben“
  • 2016: Lie­der­abend „No Love no Fear“ am Staats­thea­ter Mainz (Schau­spiel)
  • 2018: Mu­si­cal-Work­shop „Chi­ca­go“ (Mu­sik­thea­ter)
  • 2018: Lie­der­abend „Love, Peace and Har­mo­ny“ (Schau­spiel)
  • 2018: Sze­ne­abend „Trou­ble in Ta­hi­ti“ (Mu­sik­thea­ter)

 

In den letz­ten Jah­ren war Hei­de-Ma­rie Böhm-Schmitz zu­dem wie­der ak­tiv auf der Büh­ne zu se­hen: un­ter an­de­rem 2022 in „Il tri­on­fo del tem­po e del di­sin­gan­no“ am Staats­thea­ter Mainz, wo­hin sie 2024 in der Rol­le der Al­ten Lisa in der Oper „Die Pas­sa­gie­rin“ zu­rück­keh­ren wird.

» Neben dem Tanzen war das Unterrichten meine große Leidenschaft. «Heide-Marie Böhm-Schmitz reflektiert ihre langjährige Karriere und ihren Abschied von der HfMDK
Meide-Marie Böhm-Schmitz
(Foto: Simone Herkommer)

Ihre Hin­ga­be und ihre künst­le­ri­sche Vi­si­on ha­ben un­zäh­li­ge Stu­die­ren­de und Künst­ler*in­nen ge­prägt, und ihre Spu­ren wer­den in der Welt des Tan­zes und der Dar­stel­len­den Kunst noch lan­ge zu se­hen sein. Wir ver­ab­schie­den uns mit herz­li­chem Dank für 35 Jah­re in­spi­rie­ren­de Leh­re und künst­le­ri­sche Weg­be­glei­tung.

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