UNERHÖRT: Die neue HfMDK CD!

CD Titel: UNERHÖRT
(Foto: Rebecca Hahn)
pressemitteilung

Was eint die meis­ter­haf­ten Stil- und Klang­wech­sel, die bra­chia­le Rhyth­mik Stra­win­skys und die ele­gan­ten Me­lo­di­en Tschai­kow­skys zu die­sem fas­zi­nie­ren­den und be­rüh­ren­den Hör­erleb­nis? Di­ri­gent Vas­si­lis Chris­to­pou­los und Kon­zert­meis­te­rin Fe­li­ci­tas Schiff­ner sind sich ei­nig: „Der Reich­tum an Far­ben, die Lei­den­schaft, das hat uns völ­lig ge­packt. Und die sti­lis­ti­sche Viel­falt, die auf un­ter­schied­lichs­te Wei­se so un­ver­wech­sel­bar rus­sisch bleibt!“

Die neue Hoch­schul-CD mit Or­ches­ter­wer­ken von Stra­win­sky und Ta­schai­kow­sky und dem So­lis­ten Utku Asan (Kla­vier) so­wie dem Or­ches­ter der HfMDK un­ter der Lei­tung von Vas­si­lis Chris­to­pou­los kann on­line zu ei­ner Schutz­ge­bühr von 5.- Euro er­wor­ben wer­den.

Kein Kon­zert­mit­schnitt son­dern eine pro­fes­sio­nel­le Pro­duk­ti­on

Erst­mals kein Kon­zert­mit­schnitt, son­dern eine pro­fes­sio­nel­le Pro­duk­ti­on an his­to­risch be­deu­ten­dem Ort: Di­ri­gier­pro­fes­sor Vas­si­lis Chris­to­pou­los fin­det eine krea­ti­ve Ant­wort auf die Pan­de­mie-Ein­schrän­kun­gen. Im Gro­ßen Saal der Hoch­schu­le, 1930 als Auf­nah­me­stu­dio des da­ma­li­gen Süd­west-Rund­funks im Stil der Frank­fur­ter Mo­der­ne er­rich­tet, knüpft er an le­gen­dä­re Ein­spie­lun­gen an. Den un­ge­wohnt gro­ßen Ab­stand zwi­schen den Mu­si­ke­rin­nen und Mu­si­kern, der das Zu­sam­men­spiel er­schwert, hört man der Auf­nah­me nicht an – Dank der groß­ar­ti­gen Leis­tung des Hoch­schul­or­ches­ters und der drei Ton­meis­ter. „Tschai­kow­sky war von uns al­len der am meis­ten rus­si­sche“, ur­teil­te sein gut 40 Jah­re jün­ge­rer Kol­le­ge Stra­win­sky. Und De­bus­sy wie­der­um sag­te 1916 des über Stra­win­sky: „Er ist ein jun­ger Wil­der Im Al­ter wird er un­er­träg­lich sein. Aber im Au­gen­blick ist er un­er­hört“.

Mehrere Studierende mit Streichinstrumenten im Orchester
Ein Pianist sitzt am Flügel und spielt
Blick aus der Vogelperspektive auf das Hochschulorchester, das mit Abstand im gesamten Großen Saal verteilt sitzt. Auf dem Boden kleben schwarze Markierungen.
Oboistin im Orchester
Ein Pianist sitzt am Flügel während eine andere Hand die Noten umblättert

Das Rus­si­sche des ei­nen, das Un­er­hör­te des an­de­ren ...

Was macht das Rus­si­sche des ei­nen, was das Un­er­hör­te des an­de­ren Kom­po­nis­ten aus? Bei­de ha­ben rus­si­sche Wur­zeln, bei­de such­ten den Aus­tausch mit der Mu­sik­welt im Wes­ten.

Stra­win­sky – Neue­rer der Mo­der­ne und Kom­po­nist der Avant­gar­de – griff ger­ne und oft un­ter­schied­lichs­te Sti­le der Mu­sik­ge­schich­te auf. Sei­ne ar­cha­isch an­mu­ten­den Blä­ser­sin­fo­ni­en be­ein­dru­cken durch ihre selt­sam star­re, ri­tu­el­le Mu­sik. Das Kon­zert für Kla­vier und Blas­in­stru­men­te ist ein Werk der Über­ra­schun­gen und Brü­che: sti­lis­tisch, har­mo­nisch, rhyth­misch. Ba­ro­cke Ele­men­te im ers­ten Satz wech­seln mit ly­risch-ro­man­ti­schen im zwei­ten, die an Brahms er­in­nern, bis hin zum fran­zö­sisch an­mu­ten­den drit­ten Satz: spie­le­risch, ele­gant, sinn­lich. Für den Pia­nis­ten ein ex­trem vir­tuo­ses Werk! „Utku Asan zeigt eine Meis­ter­leis­tung, tech­nisch und mu­si­ka­lisch“, so Chris­to­pou­los.

Tschai­kow­skys Mu­sik­spra­che ist eu­ro­pä­isch, spät­ro­man­tisch – mit un­ver­wech­sel­bar rus­si­schem Cha­rak­ter. In sei­ner Se­re­na­de für Streich­or­ches­ter ist der sti­lis­ti­sche Kon­trast be­son­ders greif­bar und reiz­voll: der (vor­klas­si­sche) schwung­vol­le ers­te Satz, der hei­te­re, po­pu­lä­re Wal­zer, der ro­man­ti­sche­le­gi­sche drit­te Satz und der feu­rig­tem­pe­ra­ment­vol­le Fi­nal­satz mit rus­si­schem Ko­lo­rit. Trotz der Schwie­rig­keit, ist sie nicht zu­fäl­lig eine der be­lieb­tes­ten Kom­po­si­tio­nen al­ler Streich­or­ches­ter.

Das Hoch­schul­or­ches­ter

Es ist ein be­son­de­res En­sem­ble, das Or­ches­ter der HfMDK. Denn die Be­set­zung wech­selt. Stu­die­ren­de fin­den im Rah­men der künst­le­ri­schen In­stru­men­tal­aus­bil­dung im­mer wie­der neu zu ei­nem ho­mo­ge­nen, pro­fes­sio­nel­len Klang­kör­per zu­sam­men. Sie ler­nen das Mit­ein­an­der­mu­si­zie­ren und er­ar­bei­ten ein sti­lis­tisch breit ge­fä­cher­tes Re­per­toire. Am Ende ei­ner Ar­beits­pha­se steht meist ein Kon­zert, um in Dia­log mit dem Pu­bli­kum zu tre­ten, oder die Auf­nah­me für eine ima­gi­nä­re Zu­hö­rer­schaft. Das Or­ches­ter gas­tiert auch re­gel­mä­ßig au­ßer­halb der Hoch­schu­le, so im Sen­de­saal des Hes­si­schen Rund­funks, in der Hei­lig-Geist-Kir­che in Frank­furt oder in der Ba­si­li­ka Klos­ter Eber­bach beim Rhein­gau Mu­sik Fes­ti­val.

Vas­si­lis Chris­to­pou­los

Vas­si­lis Chris­to­pou­los ist seit 2016 als Pro­fes­sor für Di­ri­gie­ren für die Or­ches­ter­aus­bil­dung an der HfMDK ver­ant­wort­lich. Er hat neue Aus­bil­dungs­kon­zep­te für Or­ches­ter­spiel und Di­ri­gie­ren in­iti­iert so­wie na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Netz­wer­ke ge­knüpft – und da­mit die Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten für Stu­die­ren­de ein­drucks­voll er­wei­tert. Chris­to­pou­los ist Grie­che, wur­de aber in Mün­chen ge­bo­ren. Er stu­dier­te in Athen und Mün­chen. Er ist Wan­de­rer zwi­schen den Kul­tu­ren, kon­zer­tiert heu­te mit re­nom­mier­ten Or­ches­tern im In- und Aus­land. So er­öff­ne­te er im Ok­to­ber 2017 die neue Spiel­stät­te der Grie­chi­schen Na­tio­nal­oper mit dem Mu­sik­thea­ter­werk ei­nes deut­schen Kom­po­nis­ten, das in Grie­chen­land spielt: „Elek­tra“ von Ri­chard Strauss.

Utku Asan

In den 1930er Jah­ren reis­te Paul Hin­de­mith mehr­fach in die Tür­kei. Das Land in­ter­es­sier­te sich für die klas­si­sche mit­tel­eu­ro­päi­sche Mu­sik, er un­ter­stütz­te die Re­for­men der Mu­si­ker­aus­bil­dung. Heu­te braucht die Tür­kei kei­ne Nach­hil­fe. Sie bringt her­vor­ra­gen­de Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten her­vor. Utku Asan wur­de 1999 in Is­tan­bul ge­bo­ren und be­gann im Al­ter von sie­ben Jah­ren Kla­vier zu spie­len. Er stu­dier­te in Is­tan­bul bei Ece Dir­mici, an der HfMDK dann zu­nächst bei Prof. Ale­xej Gor­latch und ak­tu­ell bei Dmitry Ab­lo­gin.

Auf­nah­men: Mai 2021 im Gro­ßen Saal der HfMDK
Ton­meis­ter: Win­fried Hy­roni­mus, Jens Mei­er, Chris­toph Schul­te

 

Pres­se­kon­takt