Über 100.000 Euro für MA CoDE-Stipendiat*innen

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Mit der zwölf­ten Stu­die­ren­den­ge­nera­ti­on des Mas­ter­stu­di­en­gangs MA CoDE be­ginnt er­neut eine viel­fäl­ti­ge Grup­pe in­ter­na­tio­na­ler Künst­ler*in­nen ihre ge­mein­sa­me Rei­se. Dank der Un­ter­stüt­zung der Crespo Foun­da­ti­on wird das Sti­pen­di­en­pro­gramm bis 2030 mit über 100.000 Euro ge­för­dert – ein ent­schei­den­der Bei­trag zur künst­le­ri­schen und päd­ago­gi­schen Ent­wick­lung jun­ger Tanz­schaf­fen­der.

Die ak­tu­el­len Sti­pen­di­at*in­nen ver­ei­nen un­ter­schied­li­che bio­gra­fi­sche Hin­ter­grün­de, künst­le­ri­sche An­sät­ze und ge­sell­schaft­li­che Per­spek­ti­ven. Ver­bun­den sind sie durch die ge­mein­sa­me Su­che nach neu­en For­men von Be­we­gung, Ver­mitt­lung und kol­lek­ti­ver Pra­xis.

In­di­vi­du­el­le Wege in den Tanz

Für Lu­cia­no Bap­tis­te be­gann al­les mit dem Wunsch, pro­fes­sio­nel­ler Skate­boar­der zu wer­den. Die Fas­zi­na­ti­on für Wie­der­ho­lung und kör­per­li­ches Ler­nen führ­te ihn schließ­lich zum zeit­ge­nös­si­schen Tanz. Nach sei­nem Stu­di­um in Frank­furt ent­wi­ckel­te er eine ei­ge­ne Be­we­gungs­pra­xis, ge­prägt un­ter an­de­rem durch die Ar­beit mit der Be­we­gungs­kul­tur von Ido Por­tal. Heu­te un­ter­rich­tet er in­ter­na­tio­nal und ist Mit­in­itia­tor ei­nes Tanz­fes­ti­vals in Darm­stadt. Der Stu­di­en­gang MA CoDE mar­kiert für ihn ei­nen neu­en Ent­wick­lungs­schritt, um sei­ne künst­le­ri­sche Pra­xis wei­ter zu ver­tie­fen.

Auch Ka­tha­ri­na Câ­ma­ra folgt ei­nem ei­ge­nen Weg: Nach ei­nem Mas­ter­ab­schluss in Wirt­schafts­ent­wick­lung ent­schied sie sich be­wusst für den Tanz. In der Frei­en Sze­ne São Pau­los ar­bei­te­te sie an in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Pro­jek­ten zwi­schen Per­for­mance, so­ma­ti­scher Pra­xis und ge­sell­schaft­li­cher Re­fle­xi­on. Ihre Ar­beit ver­bin­det per­sön­li­che Per­spek­ti­ven mit kol­lek­ti­ven Er­fah­run­gen. Im MA CoDE der HfMDK sucht sie nun ge­zielt nach For­men der Ver­mitt­lung und neu­en Mög­lich­kei­ten, Tanz im so­zia­len Kon­text wirk­sam zu ma­chen.

Luciano Baptiste
Luciano Bapiste(Photo: Sebastian Schmid)
Katharina Câmara
Katharina Câmara (Photo: Sebastian Schmid)
» Die MA CoDE-Absolvent*innen leisten mit ihrer künstlerischen Vermittlungsarbeit einen zentralen Beitrag zu unseren Förderprogrammen. An der Schnittstelle von Kunst, Bildung und gesellschaftlichem Engagement eröffnen sie durch Tanz neue Zugänge, ermöglichen Teilhabe und schaffen vielfältige Perspektiven. Mit unserer Förderung ermöglichen wir Freiräume, aus denen eine nachhaltige und zukunftsfähige Tanzvermittlung entsteht. «Hanna Knell, Referentin Tanz & Kulturelle Bildung, Crespo Foundation
Hanna Knell
(Foto: Jessica Schaefer)

In­ter­na­tio­na­le Netz­wer­ke und künst­le­ri­sche For­schung

Gia­da Grie­co bringt eine aus­ge­prägt in­ter­na­tio­na­le Per­spek­ti­ve mit: Nach Stu­di­en in Ita­li­en und künst­le­ri­schen Sta­tio­nen in Eu­ro­pa, In­di­en und Is­ra­el ar­bei­tet sie heu­te als Tän­ze­rin, Cho­reo­gra­fin und Päd­ago­gin. Ihre Ar­bei­ten krei­sen um Iden­ti­tät, Trans­for­ma­ti­on und emo­tio­na­les Be­fin­den. Mit ih­rem ei­ge­nen Kol­lek­tiv ent­wi­ckelt sie in­ter­dis­zi­pli­nä­re For­ma­te, die Im­pro­vi­sa­ti­on und Zu­sam­men­ar­beit in den Mit­tel­punkt stel­len. Im MA CoDE möch­te sie ihre künst­le­ri­sche For­schung er­wei­tern und Cho­reo­gra­fie als ge­sell­schaft­lich re­le­van­te Pra­xis wei­ter­den­ken.

Dayoung Lim ent­deck­te ihre Lei­den­schaft für Tanz über K-Pop und ent­wi­ckel­te dar­aus eine viel­schich­ti­ge Be­we­gungs­spra­che zwi­schen Tra­di­ti­on und Ge­gen­wart. Ihre Aus­bil­dung in Süd­ko­rea und in­ter­na­tio­na­le Er­fah­run­gen prä­gen ihre künst­le­ri­sche Hal­tung. Im Zen­trum ih­res In­ter­es­ses steht die Fra­ge, wie ver­kör­per­tes Wis­sen wei­ter­ge­ge­ben wer­den kann. Das Stu­di­um in Frank­furt bie­tet ihr die Mög­lich­keit, künst­le­ri­sche Pra­xis und theo­re­ti­sche Re­fle­xi­on mit­ein­an­der zu ver­bin­den.

Giada Grieco
Giada Grieco(Photo: Sebastian Schmid)
Dayoung Lim
Dayoung Lim(Photo: Sebastian Schmid)

Zwi­schen Theo­rie, Ge­sell­schaft und künst­le­ri­scher Pra­xis

Nika Mül­ler ver­bin­det Tanz mit so­zi­al­wis­sen­schaft­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen. Ihr Hin­ter­grund in Päd­ago­gik, So­zio­lo­gie und Gen­der Stu­dies fließt di­rekt in ihre künst­le­ri­sche Ar­beit ein. Tanz ver­steht sie als Raum der Ir­ri­ta­ti­on, der ge­sell­schaft­li­che Nor­men hin­ter­fragt und neue For­men des Mit­ein­an­ders er­öff­net. Ihr Ziel ist es, Theo­rie und Pra­xis nach­hal­tig zu ver­bin­den und Tanz als kol­lek­ti­ven Lern­pro­zess zu ge­stal­ten.

Tai­wo Oju­dun bringt eine stark ge­sell­schaft­lich ge­präg­te Per­spek­ti­ve in die Grup­pe ein. Auf­ge­wach­sen in La­gos, ent­wi­ckel­te er sei­ne künst­le­ri­sche Pra­xis zwi­schen Per­for­mance, ur­ba­nem Raum und de­ko­lo­nia­lem Den­ken. Als Grün­der ei­nes ge­mein­nüt­zi­gen Tanz­kol­lek­tivs ar­bei­tet er mit jun­gen Men­schen und setzt Tanz als Werk­zeug so­zia­ler Trans­for­ma­ti­on ein. Sei­ne Ar­bei­ten be­we­gen sich an der Schnitt­stel­le von Kunst, Bil­dung und po­li­ti­schem Dis­kurs.

Nika Müller
Nika Müller(Photo: Sebastian Schmid)
Taiwo Ojudun
Taiwo Ojudun(Photo: Sebastian Schmid)

Die Be­deu­tung des Sti­pen­di­ums

Für alle Sti­pen­di­at*in­nen ist die För­de­rung durch die Crespo Foun­da­ti­on weit mehr als eine fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung. Sie er­mög­licht es ih­nen, sich voll auf ihr Stu­di­um zu kon­zen­trie­ren, künst­le­ri­sche und päd­ago­gi­sche Fä­hig­kei­ten wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und neue Per­spek­ti­ven zu er­schlie­ßen.

Ge­ra­de in ei­nem Feld wie dem zeit­ge­nös­si­schen Tanz, das häu­fig von pre­kä­ren Ar­beits­be­din­gun­gen ge­prägt ist, schafft das Sti­pen­di­um Frei­räu­me für For­schung, Ex­pe­ri­men­te und Aus­tausch. Es stärkt nicht nur in­di­vi­du­el­le Kar­rie­ren, son­dern auch die Ent­wick­lung ei­ner in­ter­na­tio­na­len, so­li­da­ri­schen Tanz­com­mu­ni­ty. 

» Die Fortführung des Stipendienprogramms durch die Crespo Foundation ist für die einzelnen Studierenden im MA CoDE eine substanzielle Erleichterung und Stärkung der jeweiligen Schwerpunktsetzungen. Wir sehen dies auch als Resonanz auf die gute Arbeit der MA CoDE-Alumni in der Region und vor allem als ein klares Bekenntnis zu den Potenzialen von Vermittlung in der Kunstform Tanz. Wir danken für die damit einhergehende Wertschätzung des MA CoDE-Profils. «Prof. Ingo Diehl, Leiter des Studiengangs MA CoDE
Porträt von Ingo Diehl
(Foto: Rebecca Hahn)

Die HfMDK be­dankt sich herz­lich für die groß­zü­gi­ge Un­ter­stüt­zung durch die Crespo Foun­da­ti­on!

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