In memoriam Victor Ullmann

Sie waren Zeitgenossen, kannten sich gut und waren miteinander sehr verbunden. Sie waren Kollegen, haben einander bewundert, sich gegenseitig unterstützt, nach Rat gefragt und auch gegeben und haben sich für Aufführungen und Arbeitsmöglichkeiten des anderen eingesetzt. Sie haben voneinander gelernt und sich gegenseitig bewundert. Sie waren Freunde.
Ihr Leben unterscheidet sich allerdings sehr voneinander. Entlassung, Vertreibung, Exil bis zur Vernichtung. Dieses Schicksal ist negativ entscheidend für das Weiterleben ihrer musikalischen Schöpfungen.
Victor Ullmann komponierte 1936 seine Sonate in b-Moll für Viertelton-Klarinette und Viertelton-Klavier, op. 16, und widmete sie „Meinem lieben Freund Prof. Alois Hába“. Von ihm hatte Ullmann die Viertelton-Technik gelernt, die er jedoch nur in diesem Stück verwendet hat. Trotz mehrfacher Aufführungen hat die Klavierstimme dieser Sonate den Zweiten Weltkrieg - wie ihr Schöpfer - leider nicht überlebt.
Das war der Anlass für dieses Konzert. Dana Barak komponierte hierfür die „Sonate für Klarinette und Klavier – In memoriam Viktor Ullmann“, in der sie Motive aus Ullmanns allein erhaltener Klarinettenstimme verwendet. Ullmann als Mensch und Musiker ist eine große Inspiration für ihr eigenes Werk.