In me­mo­ri­am Vic­tor Ull­mann

Kammermusik

Hansjacob Staemmler, Katharina Deserno und Dana Barak auf der Bühne des Großen Saals während eines Konzerts
(Foto: Wolfgang Runkel)

Mit Musik von Victor Ullmann, Arnold Schönberg, Alban Berg, Alexander von Zemlinsky, Franz Schreker, Alois Hába und Dana Barak (UA).

Es spielen: Hansjacob Staemmler am Klavier, Katharina Deserno am Violoncello, Dana Barak an der Klarinette sowie Studierende.

HfMDK, Großer SaalEschersheimer Landstraße 29,60322 Frankfurt am Main Auf Karte anzeigen

Sie wa­ren Zeit­ge­nos­sen, kann­ten sich gut und wa­ren mit­ein­an­der sehr ver­bun­den. Sie wa­ren Kol­le­gen, ha­ben ein­an­der be­wun­dert, sich ge­gen­sei­tig un­ter­stützt, nach Rat ge­fragt und auch ge­ge­ben und ha­ben sich für Auf­füh­run­gen und Ar­beits­mög­lich­kei­ten des an­de­ren ein­ge­setzt. Sie ha­ben von­ein­an­der ge­lernt und sich ge­gen­sei­tig be­wun­dert. Sie wa­ren Freun­de.

Ihr Le­ben un­ter­schei­det sich al­ler­dings sehr von­ein­an­der. Ent­las­sung, Ver­trei­bung, Exil bis zur Ver­nich­tung. Die­ses Schick­sal ist ne­ga­tiv ent­schei­dend für das Wei­ter­le­ben ih­rer mu­si­ka­li­schen Schöp­fun­gen.

Vic­tor Ull­mann kom­po­nier­te 1936 sei­ne So­na­te in b-Moll für Vier­tel­ton-Kla­ri­net­te und Vier­tel­ton-Kla­vier, op. 16, und wid­me­te sie „Mei­nem lie­ben Freund Prof. Alois Hába“. Von ihm hat­te Ull­mann die Vier­tel­ton-Tech­nik ge­lernt, die er je­doch nur in die­sem Stück ver­wen­det hat. Trotz mehr­fa­cher Auf­füh­run­gen hat die Kla­vier­stim­me die­ser So­na­te den Zwei­ten Welt­krieg - wie ihr Schöp­fer - lei­der nicht über­lebt.

Das war der An­lass für die­ses Kon­zert. Dana Ba­rak kom­po­nier­te hier­für die „So­na­te für Kla­ri­net­te und Kla­vier – In me­mo­ri­am Vik­tor Ull­mann“, in der sie Mo­ti­ve aus Ull­manns al­lein er­hal­te­ner Kla­ri­net­ten­stim­me ver­wen­det. Ull­mann als Mensch und Mu­si­ker ist eine gro­ße In­spi­ra­ti­on für ihr ei­ge­nes Werk.