Pro­Di­Muk

Pro­fes­sio­na­li­sie­rung di­ver­si­täts­sen­si­bler Pra­xis in der mu­si­ka­lisch-kul­tu­rel­len Bil­dung

Ein Schlagzeug in stimmungsvoller, warmer Beleuchtung.
(Photo: Robert Schittko)

In der Dis­kus­si­on um In­klu­si­on gilt mu­si­ka­lisch-kul­tu­rel­le Bil­dung ei­ner­seits als be­son­ders ge­eig­net für in­klu­si­ve Bil­dung. An­de­rer­seits deu­ten em­pi­ri­sche Be­fun­de dar­auf hin, dass Dif­fe­renz­set­zun­gen und ex­klu­die­ren­de Me­cha­nis­men auch in in­klu­si­ven Mu­sik- bzw. Mu­si­zier­un­ter­richts­set­tings auf­find­bar sind.

Das Ver­bund­pro­jekt Pro­Di­Muk lo­tet die­ses Span­nungs­feld aus und zielt auf den Trans­fer der Er­kennt­nis­se in Pra­xis­fel­der, um nach­hal­ti­ge Im­pul­se für die in­klu­si­ons­ori­en­tier­te mu­si­ka­lisch-kul­tu­rel­le Bil­dungs­pra­xis so­wie für Hoch­schul­leh­re und Wei­ter­bil­dung zu set­zen.

In­klu­si­ons­ori­en­tier­te mu­sik­päd­ago­gi­sche Pra­xis wird da­bei kon­kret am Bei­spiel von Lehr-Lern­set­tings be­trach­tet, an de­nen Schü­ler*in­nen mit so­ge­nann­ter geis­ti­ger Be­hin­de­rung be­tei­ligt sind.

 Im Ver­bund wer­den zwei un­ter­schied­li­che Bil­dungs­kon­tex­te in den Blick ge­nom­men:

  • Mu­sik­un­ter­richt an in­klu­si­ven Schu­len und För­der­schu­len
  • in­klu­si­ons­ori­en­tier­ter Un­ter­richt an Mu­sik­schu­len
»Die Einblicke in ProDiMuk verdeutlichen mir die Vielfalt inklusiver Formen des gemeinsamen Musizierens und zeigen, wie viel Freude die geteilte musikalische Erfahrung bringen kann.«(Johanna Hüge, Studentische Mitarbeiterin)

In­ter­views und Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs­bau­stei­ne: Die Me­tho­den und die Zie­le des Pro­jekts

Pro­Di­Muk un­ter­sucht dazu fol­gen­de Fra­gen mit Hil­fe in­ter­view- und vi­deo­ba­sier­ter For­schungs­zu­gän­ge: 

  • Wie ent­ste­hen Dif­fe­renz­kon­struk­tio­nen von Lehr­kräf­ten vor dem Hin­ter­grund bio­gra­fi­scher Er­fah­run­gen und pro­fes­si­ons­be­zo­ge­ner Be­liefs?
  • Wie wer­den Dif­fe­ren­zen in un­ter­richt­li­chen Si­tua­tio­nen in­ter­ak­tiv her­ge­stellt und (ir)re­le­vant ge­setzt?
  • Wie kön­nen mu­sik­be­zo­ge­ne Prak­ti­ken das Ir­rele­vant-Set­zen von Dif­fe­renz­mar­kie­run­gen der Be­hin­de­rung er­mög­li­chen?

Pro­Di­Muk lie­fert da­mit Ant­wor­ten auf die Fra­gen, wie sich mu­si­ka­li­sche Bil­dung wei­ter­ent­wi­ckeln muss, um best­mög­lich zur Bil­dungs­teil­ha­be und zur per­sön­li­chen Ent­fal­tung von Schü­ler*in­nen mit un­ter­schied­li­chen Aus­gangs­la­gen bei­zu­tra­gen und wie sich mu­si­ka­li­sche Bil­dung wei­ter­ent­wi­ckeln muss, um Di­ver­si­tät als selbst­ver­ständ­li­chen und be­rei­chern­den Mo­ment des Zu­sam­men­le­bens zu er­le­ben. Ziel ist die Re­fle­xi­on di­ver­si­täts- und in­klu­si­ons­be­zo­ge­ner Be­liefs und die Eta­blie­rung ei­ner ent­spre­chen­den Un­ter­richts­pra­xis ent­lang ge­sell­schaft­li­cher Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se.

Pro­Di­Muk ent­wi­ckelt als Bei­trag für die mu­sik- bzw. mu­si­zier­un­ter­richt­li­che Pra­xis frei zu­gäng­li­che Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs­bau­stei­ne (Open Edu­ca­tio­nal Re­sour­ces) für in­klu­si­ons­ori­en­tier­te Hoch­schul­leh­re und Wei­ter­bil­dung. Hier­zu ge­hö­ren u. a. Fach­tex­te mit Re­fle­xi­ons- und Ent­wick­lungs­im­pul­sen so­wie auf­be­rei­te­te Vi­deo-Vi­gnet­ten mit Kom­men­tie­run­gen und Be­ar­bei­tungs­auf­ga­ben für eine in­klu­si­ons­ori­en­tier­te mu­sik­päd­ago­gi­sche Fall­ar­beit mit Un­ter­richts­vi­de­os.

»Mich begeistert an ProDiMuk die Möglichkeit gemeinsam mit Personen aus der musikpädagogischen Praxis forschen zu können. Ich verspreche mir davon besonders wertvolle Erkenntnisse mehr Inklusionsorientierung in der Musikpädagogik. «(Juliane Gerland, Professorin für empirische Musikpädagogik, Projektleitung Teilprojekt Frankfurt am Main)

Ko-kon­struk­ti­ve For­schung: Der Trans­fer­zir­kel

Eine Grafik, die den Transferzirkel des Projekts schematisch darstellt.
(Photo: R.B.)

Ein Trans­fer­zir­kel, dem Per­so­nen aus Hoch­schu­le, Mu­sik­schu­le, Schu­le, Ver­bän­den und Bil­dungs­po­li­tik an­ge­hö­ren, si­chert den Dia­log zwi­schen For­schung und Pra­xis. Der Trans­fer­zir­kel:

  • dis­ku­tiert und be­rät zu den For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten, 
  • un­ter­stützt bei Zu­gän­gen zum Feld,
  • sorgt für eine an­ge­mes­se­ne Theo­rie-Pra­xis-Re­la­tio­nie­rung,
  • be­rät im Hin­blick auf die Ent­wick­lung von Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs­bau­stei­nen für die Hoch­schul­leh­re und Wei­ter­bil­dung und 
  • si­chert da­mit den Wis­sens­trans­fer.

 

»„ProDiMuk“ ist für mich als angehende Lehrkraft relevant, weil es erforscht, wie inklusiver Unterricht gelingt und das eigene Handeln als Lehrperson reflektiert werden kann. «(Marie Steinberg, Studentische Mitarbeiterin)

Projektphasen und Arbeitspakete

»Die Verbindung verschiedener Forschungsmethoden und die enge Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen im Verbundprojekt bietet mir die Möglichkeit, viele unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und Erfahrungen für meine eigene Forschung zu sammeln.«(Rabea Beier, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin)

Zwi­schen Han­no­ver und Frank­furt: Zur För­de­rung und zu den Pro­jekt­teams

Pro­Di­Muk ist ein Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jekt des In­sti­tuts für Son­der­päd­ago­gik an der Uni­ver­si­tät Han­no­ver und der Pro­fes­sur für Em­pi­ri­sche Mu­sik­päd­ago­gik an der HfMDK Frank­furt. Das Pro­jekt wird ge­för­dert aus Mit­teln des BMBFS­FJ (Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung, Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frau­en und Ju­gend) un­ter dem För­der­kenn­zei­chen 01JKT2401B. Das Pro­jekt läuft von 2024 bis 2027.

An der Uni­ver­si­tät Han­no­ver wird das Pro­jekt be­treut von Prof. Dr. Imke Nie­dek und Fe­lix Kap­pel­ler. (Ein Link zum dor­ti­gen Teil­pro­jekt fin­det sich hier.)

An der HfMDK Frank­furt wird das Teil­pro­jekt Pro­Di­Muk-M durch­ge­führt und da­bei von Prof. Dr. Ju­lia­ne Ger­land und Ra­bea Bei­er be­treut.

Fra­gen & Kon­takt