60 Jah­re Tanz­aus­bil­dung

Ein Tänzer mit weit geöffnetem Mund in Bewegung mit anderen Studierenden
(Photo: Ramon Haindl)

2021: 60 Jah­re Tanz­ab­tei­lung

2021: 60 Jahre Tanzabteilung

1961 wur­de eine pri­va­te Bal­lett­schu­le für klas­si­schen Tanz in die Hoch­schu­le in­te­griert. Seit­dem ent­wi­ckelt die Tanz­ab­tei­lung in ei­nem krea­ti­ven und dy­na­mi­schen Pro­zess das Cur­ri­cu­lum kon­ti­nu­ier­lich wei­ter. Ak­tu­el­le Po­si­tio­nen und Bli­cke zu­rück fin­den sich in ei­nem der Tanz­ab­tei­lung ge­wid­me­ten Schwer­punkt von Frank­furt in Takt (FiT 1/21).  

Frankfurt in Takt 21-1: Körpersinn(e) - Bewegung in den Künsten

In die­ser Aus­ga­be un­se­res Ma­ga­zins geht es um un­ter­schied­li­che und in­ter­dis­zi­pli­nä­re As­pek­te der Be­we­gung in den Küns­ten. Und dann gibt es auch noch et­was zu fei­ern: 60 Jah­re Tanz­aus­bil­dung. Wir gra­tu­lie­ren!

2011 bis heu­te

2011 bis heute

2016 wur­de die Tanz­ab­tei­lung er­folg­reich ak­kre­di­tiert. Eine Auf­la­ge der Ak­kre­di­tie­rungs­kom­mis­si­on war, den Ver­än­de­run­gen im Lehr­plan auch per­so­nell Rech­nung zu tra­gen und eine Pro­fes­sur für Tanz­theo­rie ein­zu­rich­ten. Mit der Be­ru­fung von Kat­ja Schnei­der wur­de die­ses Ziel er­füllt. Vor­her schon war die Pro­fes­sur von Su­san­ne Noodt in eine Pro­fes­sur für Zeit­ge­nös­si­schen Tanz um­ge­wan­delt und mit Han­nah Shak­ti-Büh­ler (Zeit­ge­nös­si­scher Tanz) be­setzt wur­den. In der Fol­ge die­ser Ver­än­de­run­gen wur­de die SPO grund­sätz­lich über­ar­bei­tet, im Zuge des­sen wur­de der Aus­bil­dungs­be­reich ZuKT im Win­ter­se­mes­ter 2019/20 um­be­nannt in AB Tanz. Die Aus­bil­dung am AB Tanz um­fasst in der neu­en SPO Zeit­ge­nös­si­schen Tanz, Tech­ni­ken des Bal­letts und Tanz­theo­rie.

Zum Win­ter­se­mes­ter 2020/21 wur­de Pro­fes­sor Marc Sprad­ling pen­sio­niert. Er wird von Isaac Spen­cer ver­tre­ten.

Seit dem Som­mer­se­mes­ter 2020 sorgt die Co­vid-19-Pan­de­mie für star­ke Ver­än­de­run­gen in der Tanz­ab­tei­lung. Der Un­ter­richt ent­fiel nicht, son­dern wur­de den Co­ro­na-Re­gu­la­ri­en an­ge­passt und über­gangs­wei­se in On­line-Leh­re und Live-Strea­mings ver­la­gert.

2011: 50 Jah­re Tanz­aus­bil­dung

2011: 50 Jahre Tanzausbildung

Im Jahr 2011 wur­de die Tanz­ab­tei­lung der HfMDK 50 Jah­re jung. Es ist sehr viel in Be­we­gung ge­setzt wor­den seit der Grün­dung im Jah­re 1961. Mit Freu­de, Dank­bar­keit und Stolz bli­cken wir zu­rück, spü­ren den Re­so­nan­zen nach, bau­en auf den Er­fah­run­gen auf, ge­stal­ten die Ge­gen­wart und schau­en mu­tig nach vorn.

Zum 50jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um der Tanz­ab­tei­lung er­schien eine 112-sei­ti­ge Fest­zeit­schrift.

Festzeitschrift: 50 Jahre Tanzausbildung an der HfMDK

1998 bis 2010

1998 bis 2010

Von der dro­hen­den Schlie­ßung zum neu­en Aus­bil­dungs­kon­zept

Durch den Über­gang von zwei Pro­fes­so­ren in den Ru­he­stand und den Dis­kus­si­ons­ver­lauf der Stu­di­en­st­ruk­tur­re­form droh­te die Schlie­ßung der Bal­lett­ab­tei­lung. Die­se konn­te durch den in­ten­si­ven Wi­der­stand des Kol­le­gi­ums mit Un­ter­stüt­zung wei­te­rer Do­zen­ten er­folg­reich ab­ge­wen­det wer­den. Die­ter Heit­kamp (Tanz­fa­brik Ber­lin) er­hielt eine Ver­tre­tungs­pro­fes­sur für die durch den Weg­gang von Prof. Strol­ka frei wer­den­de Stel­le. Das neu ge­bil­de­te Lei­tungs­team, be­stehend aus den Pro­fes­so­ren Die­ter Heit­kamp, Su­san­ne Noodt, An­ge­la Schmidt, Ja­mes Schar (künst­le­ri­scher Mit­ar­bei­ter) und Marc Sprad­ling (Frank­furt Bal­lett / 2000 Ver­tre­tungs­pro­fes­sur für Klas­si­schen Tanz), ent­wi­ckel­te ein neu­es Aus­bil­dungs­kon­zept. Die Bal­lett­ab­tei­lung wur­de in den Aus­bil­dungs­be­reich Zeit­ge­nös­si­scher und Klas­si­scher Tanz (ZuKT) um­ge­wan­delt. Das Theo­rie­an­ge­bot wur­de er­wei­tert, Kör­per­be­wusst­heits­me­tho­den ins Cur­ri­cu­lum auf­ge­nom­men und zu­sätz­lich zur be­stehen­den Aus­rich­tung auf Klas­si­schen Tanz ein wei­te­rer Schwer­punkt auf Zeit­ge­nös­si­chen Tanz ge­legt. 1999 er­hielt Wil­liam For­sy­the eine Ho­no­rar­pro­fes­sur.

Es ent­wi­ckel­te sich eine rege und sehr frucht­ba­re Ar­beits­be­zie­hung mit dem Bal­lett Frank­furt, die mit The For­sy­the Com­pa­ny wei­ter aus­ge­baut wird. Auch mit an­de­ren Thea­tern  und Tanz­ensem­bles wie der Don­lon Dance Com­pa­ny/Bal­lett des Saar­län­di­schen Staats­thea­ters und der Tanz­kom­pa­gnie Mar­co San­ti / Thea­ter St.Gal­len und Cho­reo­gra­phen aus der Frei­en Tanz­sze­ne hat sich ein kon­ti­nu­ier­li­cher Aus­tausch ent­wi­ckelt. 2001 wur­de Prof. Die­ter Heit­kamp zum Di­rek­tor des Aus­bil­dungs­be­reichs Tanz ge­wählt.

Ba­che­lor und Mas­ter

Das Jahr 2007 ist der Be­ginn ei­ner wei­te­ren Ent­wick­lungs­pha­se der Tanz­ab­tei­lung. Das Stu­di­en­pro­gramm des Di­plom­stu­di­en­gang Büh­nen­tanz wur­de er­neut kom­plett über­abei­tet und der Ba­che­lor­stu­di­en­gang ZuKT_BA­tanz ein­ge­führt. Mit Un­ter­stüt­zung von "Tanz­la­bor_21/ Ein Pro­jekt von Tanz­plan Deutsch­land" wur­den zwei neue Mas­ter­stu­di­en­gän­ge ein­ge­rich­tet: Der MAztp für Zeit­ge­nös­si­sche Tanz­päd­ago­gik und der MA CuP für Cho­reo­gra­phie und Per­for­mance in Ko­ope­ra­ti­on mit dem In­sti­tut für An­ge­wand­te Thea­ter­wis­sen­schaft der Jus­tus-Lie­big Uni­ver­si­tät Gie­ßen.

1980 bis 1998

1980 bis 1998

1980 über­nimmt Prof. Eg­bert Strol­ka die Lei­tung der Bal­lett­ab­tei­lung. Er ent­wi­ckel­te ge­mein­sam mit den Do­zen­ten Prof. Su­san­ne Noodt (In­ter­na­tio­na­le Folk­lo­re, Mo­der­ner Tanz), Prof. Rus­sell Fa­len (Klas­si­scher Tanz) so­wie den Kor­re­pe­ti­to­ren und Lehr­be­auf­trag­ten und ab 1986 auch mit Prof. An­ge­la Schmidt (Klas­si­scher Tanz) das Aus­bil­dungs­kon­zept wei­ter.

Im­pul­se von Gast­do­zie­ren­den und aus der Frei­en Tanz­sze­ne

Die zwei­te Ent­wick­lungs­pha­se der Tanz­ab­tei­lung ist ge­kenn­zeich­net durch die Ver­fei­ne­rung der Ver­mitt­lung des Klas­si­schen Tan­zes, die ver­mehr­te Ein­be­zie­hung Mo­der­ner Tanz­tech­ni­ken, die Ein­bin­dung in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­ter Gast­do­zen­ten und die Öff­nung für Ent­wick­lun­gen aus der Frei­en Tanz­sze­ne.

Cho­reo­gra­phen wie Mau­ricio Wain­rot, Roys­ton Mal­doom, Anna Markard, Dick O'S­wan­born, Anne Wool­liams, Tsu­to­mu Ben Ida, Gün­ter Pick, Ste­fan Hau­fe, Die­ter Heit­kamp und Lo­thar Höf­gen stu­dier­ten Stü­cke ein oder schu­fen neue Cho­reo­gra­phi­en mit den Stu­die­ren­den. Neu ein­ge­rich­tet wur­de der Auf­bau­stu­di­en­gang Tanz- und Büh­nen­tanz­päd­ago­gik.

Um­zug an die Eschers­hei­mer Land­stra­ße

1985 er­folg­te die Grün­dung der „Jun­gen Bal­lett­kom­pa­nie Hes­sen“. Die Stu­die­ren­den wirk­ten in vie­len Bal­lett­pro­duk­tio­nen der Städ­ti­schen Büh­nen Frank­furt und der Staats­thea­ter in Wies­ba­den und Mainz mit. Jähr­li­che Auf­füh­rung­rei­hen fan­den zu­nächst im Thea­ter am Turm, dann im Staats­thea­ter Wies­ba­den und nach dem Um­zug 1990 in den Neu­bau der HfMDK in die Eschers­hei­mer Land­stras­se im Klei­nen Saal der Hoch­schu­le statt.

1961 bis 1980

1961 bis 1980

Im Win­ter­se­mes­ter 1961 wur­de die Pri­vat­schu­le von Tat­ja­na Fi­ckel­scher-Luhow­en­ko in die Hoch­schu­le in­te­griert und in­sti­tu­tio­na­li­siert. Der Auf­bau und die Aus­rich­tung der Tanz­ab­tei­lung wäh­rend der ers­ten neun­zehn Jah­re wur­den durch den Lei­ter Prof. Pe­ter Ah­ren­kiel (Klas­si­scher Tanz) und die Do­zen­tin­nen Prof. Tat­ja­na Fi­ckel­scher-Luhow­en­ko (Klas­si­scher Tanz), Prof. Bri­git­te Mietz­ner-Som­mer (Folk­lo­re Tanz, Klas­si­scher Tanz für Kin­der) und Prof. Ma­ri­an­ne Seip­pel-Schö­ner (Mo­der­ner und Frei­er Tanz) ge­prägt. Das Stu­di­um schloss mit ei­ner „Künst­le­ri­schen Rei­fe­prü­fung Tanz“ ab. Um 1970 kam eine Tanz­päd­ago­gen Aus­bil­dung hin­zu.

Frü­he Ko­ope­ra­tio­nen mit Thea­tern und Opern­häu­sern

Die Tanz­ab­tei­lung ko­ope­rier­te mit dem Bal­lett der Städ­ti­schen Büh­nen Frank­furt. In der Zeit der Bal­lett­di­rek­ti­on von John Neu­mei­er (1969 - 1973) fand wö­chent­lich ein ge­mein­sa­mes Trai­ning (Büh­nen­klas­se) mit dem Trai­nings­lei­ter Ray Bar­ra statt. Un­ter der  Bal­lett­di­rek­ti­on von Al­fon­so Catà (1973 bis 1976) wur­de die­ser Un­ter­richt mit den Trai­nings­lei­tern Kent Sto­well und Fran­cia Rus­sell fort­ge­setzt. Stu­die­ren­de wirk­ten in Bal­lett- und Opern­pro­duk­tio­nen der Oper Frank­furt und des Staats­thea­ters Darm­stadt mit. Von An­fang an be­stand eine enge Ar­beits­be­zie­hung zu der Kin­der­bal­lett­schu­le des Dr. Hoch’s Kon­ser­va­to­ri­ums.