Thomas Huber

Studiert habe ich an der Folkwangschule in Essen - Werden. Im Innenhof der alten Abtei, (vorher war sie ein Gefängnis und wurde dann erst zur Schule), hörte man aus allen Fenstern die Sänger, Tänzer, Musiker ihre Kunst ausüben. (Die Pantomimen hörte man nicht.) Nach zweieinhalb Jahren „Pass mal auf“ Methodik, verließ ich die Schule, um meine Kletterpartie am deutschen Stadttheater anzutreten.
Bremerhaven, Gießen, Mannheim, Düsseldorf, dann erst mal Luft holen und nach Berlin ziehen, (in London habe ich mal Wernher von Braun in „Woman in the Moon“, von Julia Pascal gespielt), dann Neustart in Leipzig, Frankfurt, Bonn, Residenztheater München. Uff.
Bekannte Regisseure waren David Mouchtar-Samurai, Wolfgang Engel, Dimiter Gottscheff, Karin Henkel, Michael Thalheimer, Karin Baier, David Bösch und viele andere junge begabte Leute, die leider verschwunden sind. Ich habe alle möglichen Inszenierungsstile und Moden mitgemacht, mal mit, mal ohne Schmerzen, was mich immer gerettet hat, war mein handfester Trotz, es so zu machen, wie ich es fühle.
Gleichzeitig wollte ich immer zum Film. Das gefühlt inszenierungslose Spielen zog mich ungeheuer an. Mal Leiche, mal falsche Spur, verdächtig Unverdächtiger, sowie harmloser Familienvater, die ganze Klaviatur des deutschen Fernsehens war mein Zuhause.
Französische Filme waren dabei (La Lumière des Ètoiles Mortes, Rembrandt), und auch ein paar Ausflüge nach Amerika (Rohtenburg, Aeon Flux), für die ich als Bester Darsteller in Süd Korea und Barcelona ausgezeichnet wurde. (Die Porzellanvase und der Sci-Fi Oscar stehen auf der Kommode neben dem Bad.)
Drehen ist Konzentration. Man muss Markierungen treffen und gleichzeitig völlig natürlich rüberkommen. Man muss das ganze Drumherum (Maske, Regie, mampfende Komparsen, etc.) ausblenden. Das gelingt mal besser, mal weniger gut. Filme, in denen ich mitspiele, sehe ich mir nie an, es sei denn, es zwingt mich jemand dazu. Mein inneres Erleben beim Spielen passt nicht zum fertigen Film.
Ich habe viele Stücke übersetzt, (Tennessee Williams, seine traumhafte Nachtwandelei beim Schreiben ist mir besonders nahe, dann noch u.a. Eric Bogosian, Tim Firth, Tim Crouch.)
In den Städten, in den ich gearbeitet habe, habe ich immer auch unterrichtet. (Essen, Leipzig, Frankfurt, Salzburg, München). Die Begegnungen mit den jungen Schauspieler*innen führt mich unweigerlich zu dem hin, was ich selbst einmal war (und noch immer bin).
Das Theater verändert sich ständig. Was bleibt, ist das Fundament auf dem der Spieler sich bewegt. Höchste Freiheit bei gleichzeitiger Kontrolle. Das will ich erreichen.
Wir sehen uns auf der Probebühne!
Euer Thomas Huber
2026 Lebenslauf Thomas Huber.pdf
Stand: Februar 2026