Stu­diert habe ich an der Folk­wangschu­le in Es­sen - Wer­den. Im In­nen­hof der al­ten Ab­tei, (vor­her war sie ein Ge­fäng­nis und wur­de dann erst zur Schu­le), hör­te man aus al­len Fens­tern die Sän­ger, Tän­zer, Mu­si­ker ihre Kunst aus­üben. (Die Pan­to­mi­men hör­te man nicht.) Nach zwei­ein­halb Jah­ren „Pass mal auf“ Me­tho­dik, ver­ließ ich die Schu­le, um mei­ne Klet­ter­par­tie am deut­schen Stadt­thea­ter an­zu­tre­ten.

Bre­mer­ha­ven, Gie­ßen, Mann­heim, Düs­sel­dorf, dann erst mal Luft ho­len und nach Ber­lin zie­hen, (in Lon­don habe ich mal Wern­her von Braun in „Wo­man in the Moon“, von Ju­lia Pas­cal ge­spielt), dann Neu­start in Leip­zig, Frank­furt, Bonn, Re­si­denz­thea­ter Mün­chen. Uff.

Be­kann­te Re­gis­seu­re wa­ren Da­vid Mouchtar-Sa­mu­rai, Wolf­gang En­gel, Di­mi­ter Gotts­cheff, Ka­rin Hen­kel, Mi­cha­el Thal­hei­mer, Ka­rin Bai­er, Da­vid Bösch und vie­le an­de­re jun­ge be­gab­te Leu­te, die lei­der ver­schwun­den sind. Ich habe alle mög­li­chen In­sze­nie­rungs­sti­le und Mo­den mit­ge­macht, mal mit, mal ohne Schmer­zen, was mich im­mer ge­ret­tet hat, war mein hand­fes­ter Trotz, es so zu ma­chen, wie ich es füh­le.

Gleich­zei­tig woll­te ich im­mer zum Film. Das ge­fühlt in­sze­nie­rungs­lo­se Spie­len zog mich un­ge­heu­er an. Mal Lei­che, mal fal­sche Spur, ver­däch­tig Un­ver­däch­ti­ger, so­wie harm­lo­ser Fa­mi­li­en­va­ter, die gan­ze Kla­via­tur des deut­schen Fern­se­hens war mein Zu­hau­se.

Fran­zö­si­sche Fil­me wa­ren da­bei (La Lu­miè­re des Ètoi­les Mor­tes, Rem­brandt), und auch ein paar Aus­flü­ge nach Ame­ri­ka (Roh­ten­burg, Aeon Flux), für die ich als Bes­ter Dar­stel­ler in Süd Ko­rea und Bar­ce­lo­na aus­ge­zeich­net wur­de. (Die Por­zel­lan­va­se und der Sci-Fi Os­car ste­hen auf der Kom­mo­de ne­ben dem Bad.)

Dre­hen ist Kon­zen­tra­ti­on. Man muss Mar­kie­run­gen tref­fen und gleich­zei­tig völ­lig na­tür­lich rü­ber­kom­men. Man muss das gan­ze Drum­her­um (Mas­ke, Re­gie, mamp­fen­de Kom­par­sen, etc.) aus­blen­den. Das ge­lingt mal bes­ser, mal we­ni­ger gut. Fil­me, in de­nen ich mit­spie­le, sehe ich mir nie an, es sei denn, es zwingt mich je­mand dazu. Mein in­ne­res Er­le­ben beim Spie­len passt nicht zum fer­ti­gen Film.

Ich habe vie­le Stü­cke über­setzt, (Ten­nes­see Wil­liams, sei­ne traum­haf­te Nacht­wan­de­lei beim Schrei­ben ist mir be­son­ders nahe, dann noch u.a. Eric Bo­gosi­an, Tim Firth, Tim Crouch.)

In den Städ­ten, in den ich ge­ar­bei­tet habe, habe ich im­mer auch un­ter­rich­tet. (Es­sen, Leip­zig, Frank­furt, Salz­burg, Mün­chen). Die Be­geg­nun­gen mit den jun­gen Schau­spie­ler*in­nen führt mich un­wei­ger­lich zu dem hin, was ich selbst ein­mal war (und noch im­mer bin).

Das Thea­ter ver­än­dert sich stän­dig. Was bleibt, ist das Fun­da­ment auf dem der Spie­ler sich be­wegt. Höchs­te Frei­heit bei gleich­zei­ti­ger Kon­trol­le. Das will ich er­rei­chen.

Wir se­hen uns auf der Pro­be­büh­ne!

Euer Tho­mas Hu­ber

2026 Lebenslauf Thomas Huber.pdf

Stand: Fe­bru­ar 2026