Franziska Henschel

Franz.iska Henschel, Regisseurin – schreibt, entwickelt und inszeniert Stücke für Kinder und Erwachsene, erforscht Schauspiel als choreografische Praxis und entwickelt aleatorische Inspirationswerkzeuge zur künstlerischen Selbstermächtigung.
1976 in Berlin Pankow geboren, studierte sie zunächst Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, ging ins Ensemble des Staatstheaters Hannover, wo sie u.a. mit René Pollesch, Rimini-Protokoll, Nicolas Stemann, Luk Perceval und Hans Kresnik zusammenarbeitete und 2003 als „beste Nachwuchsschauspielerin“ ausgezeichnet wurde.
Es folgte ein Regiestudium an der Theaterakademie Hamburg und eine intensive Auseinandersetzung mit Formsprachen, Arbeitsweisen und zeitgenössischem Tanz. Ihre interdisziplinären Arbeiten „Herakles 2 oder die Hydra“, „Einsame Menschen“ und „Ich weiß gar nicht wie das gehen soll, sich vereinigen“ wurden zum „Höhenrausch“ Festival für Kunst und Mathematik, zum „Körber Studio Junge Regie 2010“ bzw. zum LIFE ART Festival eingeladen.
Im Rahmen des Künstlerinnenstipendiums des Dorothea von Erxleben Programms erforschte sie „interdisziplinäre Denk- und Arbeitsweisen für das zeitgenössische Theater“ und entwarf eine Tool & To Do Box mit aleatorischen Improvisations- und Inspirationswerkzeugen zur künstlerischen Selbstermächtigung von Schauspieler*innen, die sie seitdem beständig weiterentwickelt.
Franz.iska Henschel inszeniert als freie Regisseurin an Staatstheatern und in der freien Szene Stücke für Kinder und Erwachsene. Ihre Inszenierung „ENTE TOD UND TULPE“ gewann den 2013 den großen Preis der Jury beim Westwind Festival / Theatertreffen NRW. „NACHTS“, eine Stückentwicklung mit dem Ensemble am Theater Oberhausen, wurde zum Theatertreffen „Augenblick mal!“ 2019 nach Berlin eingeladen.
Sie ist Co-Kuratorin des internationalen Arbeitsformats TREFFEN TOTAL, das seit 2010 kollaborative Arbeitsformen im erweiterten choreografischen Feld erforscht, sowie Gründungsmitglied und Dramaturgin von [IN]OPERABILITIES, einem künstlerischen Kollektiv von Menschen mit verschiedenen Wahrnehmungsstilen, das seit 2020 die Kunstform Oper mit Fragen nach deren Zugänglichkeit verknüpft und VIELSINNLICHES Musiktheater erarbeitet und produziert.
Die ausgebildete Mediatorin begleitet Teams, Gruppen und Einzelpersonen in künstlerischen Prozessen, Krisen und Konflikten. Als Dozentin unterrichtet sie u.a. an der Theaterakademie Hamburg, der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, an der Universität der Künste Berlin, der Musikhochschule Basel, der Akademie für Darstellende Kunst BW und der Hochschule für Künste im Sozialen.
2020-25 hatte sie, für die Dauer ihres Bestehens, die Professur für interdisziplinäre künstlerische Praxis und Theorie an der MSH Hamburg inne. Seit dem Sommersemester 2026 ist sie Vertretungsprofessorin für Regie an der HfMDK Frankfurt.
