Zwei Preisträger-Ensembles beim Ina- und Gustav Lenzewski-Stiftungspreis für Kammermusik 2026
Sechs Ensembles mit insgesamt 19 Teilnehmer*innen stellten sich dem hochschulinternen musikalischen Wettstreit 2026. Zwei Klarinettentrios erspielten sich zu je gleichen Teilen den mit insgesamt 4.000 Euro dotierten Stiftungspreis. Kammermusik steht für Dialog, Experimentierfreude und künstlerische Neugier. Der Wettbewerb bietet Studierenden der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) die Möglichkeit, ihr künstlerisches Profil auf der Bühne zu schärfen und ihr erarbeitetes Repertoire einem Fachpublikum zu präsentieren. Alle Ensembles haben die Jury durch ihren Enthusiasmus, ihre Offenheit und hohe interpretatorische Qualität überzeugt. Was einmal mehr die Bedeutung der Kammermusik an der HfMDK belegt.
Der Geiger Gustav Lenzewski (1896 – 1988) war als Solist, Quartett-Primarius und Konzertmeister ein engagierter Interpret der musikalischen Moderne. Er unterrichtete an der damaligen „Staatlichen Hochschule für Musik Frankfurt am Main“ Kammermusik und war Leiter des 1960 gegründeten „Studios für Neue Musik“ sowie von 1954 bis 1958 gemeinsam mit den Professorenkollegen Helmut Walcha und Erich Flinsch Mitglied des Hochschuldirektoriums. Die aus seinem Nachlass gebildete Lenzewski-Stiftung wurde 2016 in die neu gegründete Stiftung für die HfMDK überführt. Damit will die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) an den Stifter Gustav Lenzewski erinnern. Zudem trägt der hausinterne, jährlich zu vergebende Preis dazu bei, die Ausbildungsbedingungen in der Kammermusik attraktiver zu gestalten.
Der Ina- und Gustav Lenzewski-Stiftungspreis für Kammermusik 2026 geht in diesem Jahr an das Trio Contrastes – mit Maria Amparo Molina (Klarinette), Johannes Braun (Violine), Younsu Cho (Klavier) – das von Prof. Hansjacob Staemmler betreut wird; und an das Trio mit Neus Molero Beneito (Klarinette), Suzune Masumoto (Violine) und Yue Zou (Klavier) – das bei Prof. Jaan Bossier unterrichtet wird; die drei Musiker*innen sind Studierende des MA IEMA CoMP.
»Beide Ensembles überzeugten die Jury mit einer sehr persönlichen und zugleich technisch herausragenden Interpretation von „Contrasts“ von Béla Bartók. Darüber hinaus begeisterte das Trio Contrastes mit einer besonders spielerischen Darbietung von „L’invitation au château“ von Francis Poulenc. Das zweite Trio überzeugte mit einer eindrucksvollen Interpretation der zeitgenössischen Komposition „The Under-side of Green“ von Rebecca Saunders.«Jaan Bossier, Juryvorsitzender und HfMDK-Bläserkammermusikprofessor
Der in 2021 neu aufgelegte Ina- und Gustav Lenzewski-Preis war in diesem Jahr ausgeschrieben für Klavierkammermusik-Ensembles (ab Klaviertrio), gemischte Ensembles (Streicher/Bläser/Klavier) und Bläserkammermusik-Ensembles. Insgesamt haben sich sechs Ensembles mit je 45 Minuten freigewähltem Programm vorgestellt. Der Wettbewerb fand unter Ausschluss der Ensembles statt, die im Masterstudiengang Kammermusik oder im Konzertexamen professionell Kammermusik studieren.
Der Grund dafür: An der HfMDK gibt es mehrere hochschulinterne Wettbewerbe für Kammermusik. Damit auch Ensembles, die nicht dauerhaft Kammermusik miteinander studieren, eine realistische Chance auf Förderung bekommen, wurde diese Änderung beschlossen.
Der konkrete Termin für das Preisträgerkonzert wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Jury
Der Jury gehörten an:
- Prof. Jaan Bossier (Bläserkammermusik, Juryvorsitz)
- Prof. Angelika Merkle (Klavierkammermusik)
- Prof. Hansjacob Staemmler (Kammermusik/ Instrumentalkorrepetition)
- Prof. Tim Vogler (Streicherkammermusik)

Pressefoto Trio Contrastes; Foto: privat

Pressefoto: Trio Neus Molero Beneito, Suzune Masumoto, Yue Zou; Foto privat
Pressefoto: Trio Neus Molero Beneito, Suzune Masumoto, Yue Zou; Foto privat

