RARE WARE Lied: „Wie soll ich meine Seele halten“
Rainer Maria Rilkes Lyrik öffnet einen Blick auf das Innenleben der Welt, auf die inneren Dimensionen menschlicher Erfahrungen: ihre Schönheit, ihre Einsamkeit, ihre Geheimnisse. Obwohl Rilke Vertonungen seiner Gedichte skeptisch gegenüberstand, schufen viele Komponist*innen berührende Lieder, die bis heute kaum bekannt sind.
Mit dem Liederabend „Wie soll ich meine Seele halten“ widmet sich die Reihe RARE WARE Lied dem 100. Todestag von Rainer Maria Rilke – und den musikalischen Entdeckungen, von denen einige wahrscheinlich erstmals seit Jahrzehnten erklingen.
Die Konzertreihe RARE WARE Lied steht für die kreative Auseinandersetzung mit seltenem und in Vergessenheit geratenem Repertoire. Seit ihrer Gründung im Jahr 2019 verbindet sie künstlerische Praxis mit forschendem Lernen und eröffnet Studierenden neue Wege der Interpretation. Im Mittelpunkt steht die eigenständige Erarbeitung musikalischer Werke – von der Recherche in internationalen Archiven bis hin zur Aufführung auf der Bühne.
Dieses innovative Lehrkonzept wurde 2025 mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre ausgezeichnet; Prof. Djeddikar erhielt dafür den 3. Projektpreis.
RARE WARE Lied vereint Studierende, Alumni und Lehrende in einem gemeinsamen künstlerischen Forschungsprozess und schafft so außergewöhnliche Konzertformate jenseits des gängigen Repertoires.
Der Liederabend am 17. Mai steht im Rahmen von „Ein Tag für die Musik“ unter dem Motto „Hessen in Concert“ und würdigt seinen 100. Todestag mit selten gehörten Entdeckungen.
Das Lehrprojekt RARE WARE Lied
Mit RARE WARE Lied wurde ein in der deutschen Hochschullandschaft einzigartiges Format ausgezeichnet, das Lehre, Forschung und künstlerische Praxis auf besondere Weise miteinander verbindet. Seit seiner Gründung im Jahr 2019 widmet sich das Projekt seltenem und vielfach in Vergessenheit geratenem Liedrepertoire – Musik, von der es oftmals weder Einspielungen noch unterstützt Editionen gibt.
Der Fokus liegt dabei nicht allein auf der Wiederentdeckung dieser Werke, sondern auf der Entwicklung individueller Interpretationsansätze und einer forschenden, schöpferischen Haltung der Studierenden. Vom Quellenstudium in internationalen Archiven bis hin zur öffentlichen Aufführung oder Aufnahme erarbeiten sie eigenständig neue Zugänge zu bislang unbeachtetem musikalischem Erbe. So fördert das Projekt analytisches Denken ebenso wie künstlerische Imagination, Kreativität und Selbstvertrauen – und unterstützt Studierende, wie Djeddikar betont, „in der Stärkung ihrer eigenen Künstlerpersönlichkeit.“