Jazz – das Synonym für ein besseres Leben

Jazzfest
(Photo: Robert Schittko)
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Jazz
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Vom 8. bis 11. De­zem­ber 2022 fand das jähr­li­che Hes­si­sche Jazz­po­di­um in den Räu­men der HfMDK statt. Die Hoch­schu­le ver­wan­del­te sich da­für in ei­nen Ort des mu­si­ka­li­schen Groo­ves.

Das Hes­si­sche Jazz­po­di­um ist ein jähr­lich statt­fin­den­des Fes­ti­val, wel­ches die ak­tu­el­len Strö­mun­gen des Jazz­le­bens in Hes­sen prä­sen­tiert. Das Hes­si­sche Jazz­po­di­um wird je­weils von ei­ner re­gio­na­len Jazz-In­iti­ta­ti­ve aus­ge­rich­tet – die­ses Jahr an der HfMDK. Als Fes­ti­val bie­tet es abend­li­che Kon­zer­te und Jam­ses­si­ons. Die Ver­an­stal­tung wur­de er­mög­licht durch die freund­li­che Un­ter­stüt­zung des Hes­si­schen Mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft und Kunst, des Spar­kas­sen- und Gi­ro­ver­bands Hes­sen-Thü­rin­gen und des Kul­tur­fonds Frank­furt Rhein­Main.

 

Am Frei­tag, den 9. De­zem­ber, fand das Kon­zert der hes­si­schen Ju­ni­or-Band des Lan­des­ju­gend­jazz­or­ches­ters (LJJO) Hes­sen statt. Der mu­si­ka­li­sche Abends stand ganz im Sin­ne der Ju­gend­för­de­rung.

Die Ju­ni­or-Band des Lan­des­ju­gend­jazz­or­ches­ters Hes­sen wur­de 2007 ge­grün­det und ver­eint die ta­len­tier­tes­ten Nach­wuchs­mu­si­ker*in­nen im Al­ter von 12 bis 20 Jah­ren. Ziel der För­de­rung ist es, ih­nen den Weg zur pro­fes­sio­nel­len Jazz- und Big Band-Sze­ne zu eb­nen – ih­nen Er­fah­run­gen zu schen­ken, die für das spä­te­re Mu­si­ker*in­nen-Da­sein un­ent­behr­lich sind. Da­für brin­gen die Ta­len­te sehr viel Zeit und En­er­gie auf: Wäh­rend ein­wö­chi­ger Ar­beits­pha­sen in den Os­ter- und Herbst­fe­ri­en stu­die­ren die rund 40 Mu­si­ker*in­nen neue, teils ex­klu­si­ve Ar­ran­ge­ments ein, wie das weih­nacht­li­che „Am Weih­nachts­bau­me die Lich­ter bren­nen“ in ei­ner ei­ge­nen In­ter­pre­ta­ti­on im 13/4 Takt.

Wer zu­vor noch nicht auf den Ge­schmack von Jazz ge­kom­men war, ist es spä­tes­tens an die­sem Abend.

Un­ter der Lei­tung des Band­lea­ders und lang­jäh­ri­gen Mit­glieds des LJJO, Dr. Hol­ger Fröh­lich, prä­sen­tier­ten die jun­gen Ta­len­te beim HfMDK-Jazz­po­di­um eine bun­te Mi­schung an be­kann­ten und we­ni­ger be­kann­ten Jazz-Stü­cken. Vom im­po­san­ten „I left my heart in San Fran­cis­co“ über das me­lan­cho­li­sche „But not for me“ in Be­ge­lei­tung der Ju­ni­or Voices bis hin zum ab­so­lu­ten Klas­si­ker „Sing Sing Sing“ – wer zu­vor noch nicht auf den Ge­schmack von Jazz ge­kom­men war, ist es spä­tes­tens an die­sem Abend.

Jede*r Mu­si­ker*in hat­te da­bei die Ge­le­gen­heit, ei­ge­ne Soli zu zei­gen: das ehe­ma­li­ge Mit­glied Da­ri­us Blair, der jetzt Sa­xo­phon in Ber­lin spielt; die schon ge­nann­ten Ju­ni­or Voices Sa­man­tha Jo­seph, Ma­ria Cor­ne­jo Mar­tin, Mi­le­na Schrö­her, La­ris­sa Pi­pert­zis und Ben­ja Walt­her, de­ren Har­mo­ni­en für Gän­se­haut sorg­ten; und Sö­ren Ries­ner, der mit flie­gen­den Fin­gern be­wies, dass der neu­ge­schaf­fe­ne Mas­ter­stu­di­en­gang Big­Band zu­recht eta­bliert wur­de – um nur ei­ni­ge High­lights zu nen­nen. Ob das dra­ma­tisch in­sze­nier­te „Vol­ga Boat­men“ mit ei­nem Sa­xo­phon-Solo der jun­gen Pau­li­ne Pat­z­elt oder eine das Ori­gi­nal fast über­tref­fen­de In­ter­pre­ta­ti­on von „Fee­ling Good“ – das Kon­zert im Klei­nen Saal ließ kei­ne Wün­sche of­fen, von der Mu­sik­aus­wahl, den flie­gen­den Be­set­zungs­wech­seln im Or­ches­ter so­wie der Licht- und Ton­tech­nik.

Die jun­gen Ta­len­te le­gen größ­ten Ehr­geiz an den Tag und pro­ben mit Lei­den­schaft, trotz der kur­zen Fe­ri­en- und da­mit auch Pro­ben­zeit. So ha­ben sie das Rock­stück „A few good men“, das ei­gent­lich gar nicht für eine Ju­gend­band ge­schrie­ben wur­de, schnell noch ein­stu­diert. Zu­recht gab es am Ende des Abends to­sen­den Ap­plaus, der mit ei­ner Zu­ga­be des, wie Hol­ger Fröh­lich for­mu­lier­te, „schnells­ten Stücks, das wir ha­ben“, be­lohnt wur­de.