Goetheplakette für Sabine Fischmann

Mitmachmusical auf der Bühne, begeisterte Kinder im Pzblikum
Mitmachmusical „Viva Musik“ unter der Leitung von Sabine Fischmann beim Musik Monat Mai 2022.(Photo: Laura Brichta)
pressemitteilung

Sa­bi­ne Fisch­mann und Prof. Dr. Vol­ker Mos­brug­ger er­hal­ten 2022 die Goe­the­pla­ket­te der Stadt Frank­furt am Main. Das hat der Ma­gis­trat der Stadt Frank­furt jüngst be­schlos­sen.

„Wis­sen­schaft und Kunst ge­hö­ren der Welt an, und vor ih­nen ver­schwin­den die Schran­ken der Na­tio­na­li­tät“ (J.W. Goe­the). Pas­sen­der hät­te die Wahl der dies­jäh­ri­gen Preis­trä­ger*in­nen nicht sein kön­nen: In die­sem Jahr er­hal­ten eine Künst­le­rin und ein Wis­sen­schaft­ler die an­ge­se­he­ne Aus­zeich­nung – in ei­ner Zeit, in der für vie­le Men­schen Gren­zen und Si­cher­hei­ten glei­cher­ma­ßen ver­schwin­den.

„Sa­bi­ne Fisch­mann und Prof. Dr. Vol­ker Mos­brug­ger ha­ben viel für Frank­furt ge­tan und es freut mich sehr, dass die Stadt ih­nen nun mit der Goe­the­pla­ket­te et­was zu­rück­ge­ben kann“, sagt Kul­tur- und Wis­sen­schafts­de­zer­nen­tin Ina Hart­wig. „Mit Sa­bi­ne Fisch­mann ehrt die Stadt eine Pia­nis­tin, Schau­spie­le­rin, Sän­ge­rin, Kom­po­nis­tin und Do­zen­tin, die über Jahr­zehn­te das kul­tu­rel­le Le­ben in Frank­furt nach­drück­lich ge­prägt und ein be­geis­ter­tes Pu­bli­kum ge­fun­den hat. Sie be­wegt sich vir­tu­os zwi­schen al­len Mu­sik­epo­chen und -sti­len. Sucht dort nach künst­le­ri­schem Ge­halt und neu­en Aus­drucks­for­men – an­ti­au­to­ri­tär, aber nie re­spekt­los agiert sie zwi­schen den Gen­res. In­so­fern ist Sa­bi­ne Fisch­mann ein gan­zer Kos­mos, selbst al­lei­ne auf der Büh­ne ist sie gro­ße Oper. Au­gen­zwin­kernd und ge­bro­chen ist ihre Kunst trotz­dem au­then­tisch und ge­wal­tig. Das zu­sam­men­zu­brin­gen, schaf­fen auf der Büh­ne nur we­ni­ge”, sagt Hart­wig.

»Dankeschön! Oft habe ich für Menschen gesungen, die geehrt wurden und mir vorgestellt, wie sie sich wohl fühlen. Wie glücklich und dankbar bin ich jetzt, dass ich dieses Gefühl kennen lernen darf. Die letzten Jahre waren für uns alle nicht einfach. Umso schöner ist es jetzt zu wissen, dass meine Kunst den Menschen so viel bedeutet. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt ist diese Auszeichnung für mich die höchste Motivation, meine Kreativität auf allen Ebenen weiterzuleben und weiterzugeben.«Sabine Fischmann

Die Goe­the­pla­ket­te wird – als eine der an­ge­se­hens­ten Aus­zeich­nun­gen der Stadt Frank­furt – in un­re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den an „be­deu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten des Geis­tes für ihre kul­tu­rel­len Ver­diens­te“ ver­lie­hen, an Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler, Künst­le­rin­nen und Künst­ler so­wie Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler. Da­mit ge­sellt sich Sa­bi­ne Fisch­mann in eine il­lus­tre Rei­he nam­haf­ter Kol­leg*in­nen ein – u.a. Theo­dor W. Ador­no, Ma­rie Lui­se Ka­schnitz, Mar­cel Reich-Ra­ni­cki, Eva Dem­ski, Lie­sel Christ, Chris­tia­ne Nüss­lein-Vol­hard, Hei­ner Go­eb­bels, Eli­a­hu In­bal, Pe­ter Iden, Max Hol­lein und Hans Zim­mer.

Zur Per­son

Sa­bi­ne Fisch­mann stu­dier­te an der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt zu­nächst Kla­vier und Kam­mer­mu­sik, spä­ter folg­te ein Auf­bau­stu­di­um für Ge­sang und Dar­stel­len­des Spiel, das sie mit Aus­zeich­nung ab­schloss.

Ihr Pro­gramm „Lie­bens­läng­lich“ mit ei­ge­nen Tex­ten wur­de von HR, SWR und WDR so­wohl im Funk als auch im Fern­se­hen auf­ge­zeich­net und u.a. für den Prix Pan­the­on no­mi­niert. Seit die­ser Zeit steht sie so­wohl als So­lis­tin, als auch in ver­schie­de­nen En­sem­bles, in Deutsch­land, Ös­ter­reich und in der Schweiz auf der Büh­ne. Cross­over-Pro­gram­me führ­ten sie u.a. nach Port­land/Ore­gon und nach New York. Zu­sam­men mit Mi­cha­el Quast brach­te sie 2006 „Don Gio­van­ni a trois“ her­aus. Die­se Pro­duk­ti­on wur­de u.a. zu den Salz­bur­ger Fest­spie­len, nach Athen, Thes­sa­lo­ni­ki und in das Pic­co­lo Tea­tro di Mi­la­no ein­ge­la­den. Das Stück wur­de von ZDF/3Sat auf­ge­zeich­net und mehr­fach im Thea­ter­ka­nal aus­ge­strahlt. Es folg­ten „Die Fle­der­maus a trois“, „Car­men a trois“ (Pre­mie­re: Mai 2014 in der Oper Frank­furt) und „im weis­sen Rössl a trois“ (Pre­mie­re 2017 in der Staats­ope­ret­te Dres­den). Zu­sam­men mit dem Holz­hau­sen­quar­tett spielt sie der­zeit Shake­speares Wer­ke „Som­mer­nachts-traum“ „Was ihr wollt“ und „Viel Lärm um nichts“ so­wie Goe­thes „Faust” als Kam­mer­mu­si­cal. 2015 schrieb sie die Kin­der­mu­si­cals „Viva Mu­sik“ und „Hap­py Hor­ses“ und führ­te Re­gie bei dem Cross­over- Pro­jekt „Frau­en-Lie­be-Le­ben“ so­wie bei den Kin­der­opern „Pi­noc­chio” und „Till Eu­len­spie­gel” (Klei­ne Oper Bad Hom­burg).

2004 grün­de­te sie zu­sam­men mit der Jour­na­lis­tin Bir­gid Gros­curth die Be­ne­fiz­rei­he „Mu­sik hilft- Künst­ler be­geg­nen sich für ei­nen gu­ten Zweck“. Ihr so­zio­kul­tu­rel­les Pro­jekt „Fremd sind wir ein­ge­zo­gen“-Schu­berts Win­ter­rei­se mit Tex­ten von Flücht­lin­gen und Hei­mat­ver­trie­be­nen hat­te 2015 Pre­mie­re in der Lan­des­aka­de­mie Och­sen­hau­sen und wur­de seit­dem in ver­schie­de­nen Fas­sun­gen u.a. im Main­zer Dom­mu­se­um auf­ge­führt. Es folg­ten die Stadt­tei­loper „Sehn­sucht nach Is­fa­han” (mit der ge­sam­ten Hen­ri Dun­ant Grund­schu­le, dem Zu­kunfts­la­bor der Bre­mer Kam­mer­phil­har­mo­nie, der HfMDK so­wie Bür­ge­rin­nen und Bür­gern des Stadt­teils Sos­sen­heim) und „Bad Vil­bel-das Mu­si­cal” ein Mu­si­cal für, von und mit ei­ner gan­zen Stadt. 2020 hat­te sie ge­mein­sam mit Mi­cha­el Quast und dem En­sem­ble Mo­dern Pre­mie­re mit ei­ner Neu­fas­sung des Struw­wel­pe­ters in der Volks­büh­ne Frank­furt.

Sa­bi­ne Fisch­mann ist seit 2011 Do­zen­tin für Sprech­erzie­hung und sze­ni­sche Dar­stel­lung an der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt.

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