Denken hören – Hören denken
Die HfMDK ehrt das vielstimmige Wirken von Hans Zender, der 2026 90 Jahre alt geworden wäre. In Konzerten, Vorträgen und Gesprächen nähern wir uns seiner vielseitigen Persönlichkeit: Komponist, Musikdenker, Interpret, Lehrer und Initiator. Mit dem IEMA-Ensemble, Studierenden sowie Lehrenden der HfMDK und Gästen.
Programmkonzeption: Lucas Fels
Samstag, 4. Juli 2026
16 Uhr, Opernstudio der HfMDK
Hans Zender – Komponist, Lehrer, Interpret und Initiator
Gespräch über den Komponisten und Lehrer Hans Zender
mit Dániel Péter Biró, Christopher Brandt, Frank Gerhard und Hans Thomalla
Stefan Fricke (Moderation)
Gespräch über den Interpreten und Dirigenten Hans Zender
mit Salome Kammer, Lucas Fels, Rainer Peters, Dietmar Wiesner
Stefan Fricke (Moderation)
dazwischen: Hans Zender (1936-2019): "Lo-Shu VI", 5 Haiku für Flöte und Violoncello (1989)
Dietmar Wiesner (Flöte) | Lucas Fels (Violoncello)
19.30 Uhr, Großer Saal der HfMDK
Veränderungen über Veränderungen mit dem IEMA-Ensemble, Studierenden der HfMDK und Gästen
Begrüßung Vizepräsident Ulrich Kreppein und Lucas Fels
Impulsvortrag Klaus Reichert
Hans Zender: "Issei no kyo" (Lied vom einen Ton) (2008/09) (21')
Daria Tymoshenko (Stimme) | Michael Wendeberg (Dirigat)
Moderation Rainer Peters
Hans Zender: "33 Veränderungen über 33 Veränderungen. Eine komponierte Interpretation von Beethovens Diabelli-Variationen" (2011, Neufassung 2019) (57')
Michael Wendeberg (Dirigat)
Sonntag, 5. Juli 2026
10.30 Uhr, Großer Saal der HfMDK
Hölderlin lesen
Gespräch: Hans Zender, der Denker und Musikschriftsteller
mit Jörn-Peter Hiekel und Stefan Fricke
Hans Zender: "Denn wiederkommen - Hölderlin lesen III" für Streichquartett und Sprechstimme (1991) (24')
Salome Kammer (Stimme)
Fabrik Quartett: Federico Ceppetelli, Muzi Lyu (Violine), Jacobo Elio Díaz Robledillo (Viola), Elena Cappelletti (Violoncello)
12 Uhr, Großer Saal der HfMDK
Zenders Frankfurt – Hommage an Christoph Schulte
Rolf Riehm (1937-2026): "Notturno für die trauerlos Sterbenden" für Gitarre (1977) (5')
Christopher Brandt (Gitarre)
Dániel Péter Biró (*1969): "Et Tsarah" (Zeit der Drangsal) für Violoncello und Elektronik (2025/26) (25')
Lucas Fels (Violoncello) | Dániel Péter Biró & Vincent Cusson (Klangregie)
Hommage an Christoph Schulte
Gesprächsrunde mit Dániel Péter Biró, Hans Thomalla, Frank Gerhardt, Christopher Brandt u.a.
Stefan Fricke (Moderation)
Isabel Mundry (*1963): "turning around" für Klavier (2013) (6')
Florian Hölscher (Klavier)
Frank Gerhardt (*1967): "Musica Notturna Marciana 1" für Gitarre (2003/04) (7-8')
Christopher Brandt (Gitarre)
Hans Thomalla (*1975): "Albumblatt" für Streichquartett (2010) (13')
YAY_MA Quartet: Paul Rodríguez Flys, Suzuné Masumoto (Violine), Ynyr Pritchard (Viola), Mari Nagahara (Violoncello)
Hans Zender
Hans Zender (1936–2019) wirkte über mehrere Jahrzehnte als Komponist, Dirigent und Hochschullehrer. Nach seinem Studium in Frankfurt und Freiburg, unter anderem bei Wolfgang Fortner, übernahm er Positionen als Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken sowie als Generalmusikdirektor an der Hamburgischen Staatsoper.
Ab 1988 lehrte er als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) Frankfurt am Main. In seiner Lehrtätigkeit betonte er neben den handwerklichen Grundlagen die intellektuelle und philosophische Auseinandersetzung mit der Musik.
In seinen theoretischen Schriften befasste sich Zender intensiv mit den Grenzen der Sprache gegenüber der musikalischen Bedeutung. Aus diesen Überlegungen heraus prägte er Begriffe wie das „Denken in Fragmenten“ oder den „Pluralismus der Zeiten“. Sein eigenes kompositorisches Werk zeigt Einflüsse fernöstlicher Philosophien und thematisiert wiederholt Phänomene der Stille und der Zeitstrukturierung. Neben Opern (Stephen Climax, Don Quijote de la Mancha) und literarischen Zyklen nach Texten von Hölderlin oder Joyce bilden die „komponierten Interpretationen“ einen Schwerpunkt seines Schaffens. Seine Neudeutung von Franz Schuberts Winterreise (1993) für Tenor und kleines Orchester, die das historische Material mit zeitgenössischen Klangmitteln verbindet, wird bis heute international aufgeführt.
Die "Happy New Ears"-Konzerte, die das Ensemble Modern seit 1993 in Frankfurt veranstaltet, gehen auf eine Initiative von Hans Zender zurück.
Förderer und Partner
Die Veranstaltung „Denken hören – Hören denken“ ist ein Projekt der HfMDK Frankfurt, gefördert von der Hans und Gertrud Zender Stiftung und des Instituts für zeitgenössische Musik IzM der HfMDK, in Zusammenarbeit mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie. Die Aufführung des Werkes von Dániel Péter Biró wird unterstützt von der Zürcher Hochschule der Künste, der Grieg Academy der Universität Bergen sowie vom Arts Council Norway.




