Ein Musical mit allen Sinnen erleben
Elena Schröder erhält im HfMDK-Sommersemester 2026 eines der fünf Arbeitsstipendien der Carls Stiftung: Gefördert wird ein musikpädagogisches Projekt der Lehramtsstudierenden im Fach Querflöte mit Schüler*innen der Bad Camberger Freiherr-von-Schütz-Schule. Die Schule in Trägerschaft des Landeswohlfahrtverbandes Hessen legt einen Förderschwerpunkt auf das Hören. Die Herausforderung bei diesem Projekt liegt also darin, das Konzept an den speziellen Bedürfnissen von jungen Menschen auszurichten, die eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung haben oder ein Cochlea-Implantat tragen.
Ziel ist es, Mitte Januar 2027 acht Jugendlichen den Besuch des Musicals „Der Glöckner von Notre Dame“ in der Alten Oper Frankfurt zu ermöglichen. Elena Schröder möchte den Schüler*innen dadurch einen besonderen Zugang in die Welt des Musiktheaters eröffnen.
Ausgewählte Lieblingszenen
Die Idee entstand im Unterricht einer achten Klasse – es ging um Orte, an denen Musik erlebt werden kann. Die Erwähnung der Alten Oper Frankfurt weckte großes Interesse und Begeisterung bei den Schüler*innen. Viele Jugendliche kennen das eindrucksvolle Gebäude von außen und wünschen sich, diesen besonderen Ort selbst zu erleben. Da kulturelle Veranstaltungen für manche Familien finanziell schwer zugänglich sind, bietet das Projekt eine wertvolle Möglichkeit zur kulturellen Teilhabe.
Die Verbindung von Musik, Schauspiel, Choreografie, Licht, Bühnenbild und Kostümen in diesem Musical ermöglicht es den Jugendlichen, Geschichten und Gefühle auf unterschiedliche Weise wahrzunehmen. Das ist besonders für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen von Bedeutung, da visuelle und musikalische Eindrücke gemeinsam das Verständnis der Handlung unterstützen.
Das Projekt umfasst sowohl eine Vor- als auch eine Nachbereitung im Rahmen der schulischen Nachmittagsbetreuung. An bis zu vier Nachmittagen lernen die Jugendlichen zunächst grundlegende Elemente des Musicals und die Ausdrucksmöglichkeiten des Theaters kennen. Nach dem Besuch der Aufführung setzen sie sich an vier weiteren Nachmittagen kreativ mit ausgewählten Lieblingsszenen auseinander.
In Gruppen entwickeln sie eigene Interpretationen und gestalten diese beispielsweise durch Gebärden, Tanz, szenisches Spiel, musikalische Elemente oder Klanggeschichten. Dabei können sie ihre individuellen Fähigkeiten und Ideen einbringen.
Das Projekt verbindet kulturelle Bildung mit kreativem Gestalten und gemeinschaftlichem Lernen. Es stärkt die Ausdrucksmöglichkeiten der Jugendlichen und fördert ihre Fantasie. Es eröffnet ihnen die Chance, Musiktheater auf vielfältige Weise zu erleben und eigene künstlerische Ideen sichtbar zu machen.
Das Carls Stipendium
Mit einem pädagogischen Konzept für ein musikalisches Projekt in einer Schule haben sich Lehramtsstudierende sowie Studierende des Master Musikpädagogik der HfMDK um insgesamt fünf Arbeitsstipendien der Carls Stiftung beworben.
Die Projekte können in Schulklassen oder in schulischen Arbeitsgemeinschaften (z.B. Chor, Instrumentalgruppen) durchgeführt werden. Inhaltlich sollen sie an eine aktuelle oder bereits absolvierte künstlerische, musikdidaktische oder musikpädagogische Lehrveranstaltung der Hochschule angebunden sein oder können im Rahmen einer wissenschaftlichen Hausarbeit stattfinden. Jedes der fünf Stipendien ist mit 5.000 Euro dotiert und hat eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.
Für die Studierenden ist das Carls Stipendium ein wichtiger Schritt in Richtung Berufsrealität: Sie planen ein Projekt von der ersten Idee über die Organisation bis hin zur Durchführung. Sie schreiben Konzepte, kommunizieren mit Schulen, koordinieren Unterrichte bzw. Proben und reflektieren anschließend die Ergebnisse. Damit sammeln sie Erfahrungen, die im späteren Lehrberuf oder in der musikpädagogischen Arbeit unverzichtbar sind – und können zugleich ihr eigenes Profil als künstlerisch-pädagogische Persönlichkeit schärfen.
Ein herzlicher Dank gilt der Carls Stiftung für ihre großzügige Unterstützung unserer Studierenden!
