„Wie ich ein Sofa mit Bier bestrich“ – Performance (Variante 1)

Performance
Erweiterte Fassung des Stücks, das am 27.09.2024 Premiere im Frankfurt LAB hatte. Im Rahmen des Studienprojekts „Puh! Bis heute ist echt hart“ (Bachelorstudiengang Regie der HfMDK)
Tristan Steeg, Regie
Merlin Jonathan Fischer, Daniel Satanovsky, Robin Völbel, Komposition & Performance
Christina Schulte, Dramaturgie
Antonia Karnetzky, Ausstattung
Es fängt mit nichts an oder eher mit wenig, eigentlich nur einem Sofa. Wenige Menschen sind da. Es kommen Geräte dazu, Material wird an- und eingesammelt, Gegenstände werden in Augenschein genommen. Fühlst du etwas Weiches? Träume werden notiert. Vielleicht wird doch auch ein Text gelesen. Unwahrscheinlich. Geräte werden auseinander- und zusammengebaut, heute vielleicht ein altes UKW-Kofferradio, das anfangs auch ohne drei Transistoren funktioniert hat. Irgendwo segelt ein Puderzuckerkorn aus einer Wolke auf ein Industriegebiet.
Aufbauend auf der Entwicklung, dass menschliches Handeln zunehmend von Maschinen ersetzt wird, stellt sich „Wie ich ein Sofa mit Bier bestrich“ die Frage, wie ein Theater aussieht, in dem die Hauptfiguren die Geräte unseres Alltags sind. Durch die spontane Anhäufung von Automaten auf der Bühne und der damit einhergehenden automatisierten Bewegung, entsteht eine Anders-Welt in der das menschliche Handeln und das Sich-Bewegen, jeden Zweck verloren hat. Doch eine Welt, in der sich die Dinge von allein bewegen, lässt nur so lange über die entstandene Leere hinwegtäuschen, bis der Strom ausgeht. Wohin bewegt sich die Menschheit, indem sie immer mehr anhäuft? Inwieweit lösen wir uns selbst ab, weil wir uns mit Automaten ersetzen? „Wie ich ein Sofa mit Bier bestrich“ setzt sich durch die Anhäufung von Geräten mit einer Form von Nachhaltigkeit auseinander, in der wir gemeinsam auditiv und visuell über diese entstehende Anders-Welt reflektieren, nachfühlen und stellt gleichzeitig die Frage, ob in der zunehmenden Vermüllung unserer Zeit nicht auch die Möglichkeit einer Poesie liegen kann.