"Ma­rat – Die Ge­schich­te ei­ner Re­vo­lu­ti­on:oder die Mensch­heit er­krankt an sich selbst" am Frank­furt LAB

Schauspiel

Theater

Studiojahr Schauspiel

EIne Frau mit barocken Kleidern und Perücke steht neben einer Büste
(Foto: (c) Frankfurt LAB)

Sehr frei nach “Die Freiheit, frei zu sein” von Hannah Arendt

Die Geschichte beginnt mit dem Bild „Der Tod des Marat“ von Jacques-Louis David, 1793, Öl auf Leinwand, 162 mal 128 cm. Das Werk liest sich wie der Tatort eines Mordes: Die Einstichwunde in der Brust, die Badewanne voller Blut, die Mordwaffe am Boden und das Bekenner*innenschreiben in seiner linken Hand.

Doch wie kam es zu der Mordtat?

Die Inszenierung geht vom bildnerischen Werk Davids aus und transformiert dieses in den Bühnenraum des Theaters. Es entsteht ein Spiel zwischen den unterschiedlichen Dimensionen der Malerei und des theatralen Raumes. Um die Frage nach dem Mord zu beantworten, wird die Perspektive des Publikums auf die beiden Hauptfiguren Jean Paul Marat und Charlotte Corday gelenkt.

Das zentrale Motiv der Inszenierung ist die Feminisierung des Raumes: d. h. in der Lesart der Aufführung die Aneignung des politischen Raumes durch die Figur der Charlotte Corday. Das SCHAU:SPIEL bewegt sich zwischen politischen, sozialen und dem persönlich-individuellen Raum der Charaktere. Dabei wird deutlich, wie das weibliche Körperbild kulturell codiert ist.

Und natürlich geht es um Macht, Willkür, Gewalt, Krieg, Wahnsinn: denn es geht schließlich um die Revolution.

Mit Lisa Edith Frei­ber­ger