Hap­py New Ears

Zeitgenössische Musik

Schriftzug Konzert Happy New Ears mit Iris ter Schiphorst im Porträt
(Foto: Oper Frankfurt)

PORTRÄT IRIS TER SCHIPHORST

Hyper-Dub für Stimme, Ensemble und Sampler (2019)

...und Pommernland ist abgebrannt (2003)

DIRIGENT Alexander Sinan Binder

STIMME Dirk von Lowtzow

GESPRÄCHSPARTNERIN Iris ter Schiphorst

MODERATION Christian Hommel

HfMDK, Großer SaalEschersheimer Landstraße 29,60322 Frankfurt am Main Auf Karte anzeigen

Die deutsch-nie­der­län­di­sche Kom­po­nis­tin Iris ter Schip­horst ist als Pia­nis­tin im klas­si­schen Be­reich so­wie als Key­boar­de­rin, Schlag­zeu­ge­rin, Bas­sis­tin und Ton­tech­ni­ke­rin mit di­ver­sen Rock­bands auf­ge­tre­ten. Die Schü­le­rin von Lui­gi Nono und Die­ter Schne­bel war bis 2022 Pro­fes­so­rin für Me­di­en­kom­po­si­ti­on an der Uni­ver­si­tät für Mu­sik und dar­stel­len­de Kunst in Wien. Ihr Werk­ver­zeich­nis um­fasst alle Gat­tun­gen, dar­un­ter meh­re­re abend­fül­len­de Mu­sik­thea­ter­wer­ke, di­ver­se Film­mu­si­ken und mul­ti-me­dia­le Ar­bei­ten. Iris ter Schip­horst er­hielt zahl­rei­che Prei­se und Sti­pen­di­en, u.a. den re­nom­mier­ten Hei­del­ber­ger Künst­le­rin­nen­preis 2015 so­wie den Deut­schen Mu­sik­au­tor*in­nen­preis 2024. Seit 2013 ist sie Mit­glied der Aka­de­mie der Küns­te Ber­lin. Ihre viel­be­ach­te­te Kin­der­oper „Die Gän­se­magd“ (2009) wur­de jüngst in ei­ner Neu­in­sze­nie­rung von To­bi­as Krat­zer zur Er­öff­nung sei­ner In­ten­danz an der Ham­bur­gi­schen Staats­oper auf­ge­führt. In „Hy­per-Dub“ greift sie ei­nen Sound auf, der als Sam­ple von ei­nem ur­alten Syn­the­si­zer (MS 20) über­lie­fert ist, und ar­bei­tet mit dem Mu­si­ker und Schau­spie­ler Dirk von Lowt­zow, Grün­der und Front­man der Band To­co­tro­nic, zu­sam­men. Das Kam­mer­stück „...und Pom­mern­land ist ab­ge­brannt“ be­zieht sich auf ein deut­sches Kin­der­lied aus dem 17. Jh., das Pom­mern als zer­stör­tes Sehn­suchts­land der Deut­schen be­singt. Der in der Ro­man­tik wie­der auf­ge­grif­fe­ne To­pos wur­de von den Na­zis miss­braucht; nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Lied­zei­le zum Syn­onym für die (er­neu­te) Ver­wüs­tung und den end­gül­ti­gen Ver­lust der ehe­ma­li­gen deut­schen Ost­ge­bie­te, die nun nicht mehr als Sehn­suchts­ort tau­gen.