Ab­schluss­kon­zert Kom­po­si­ti­on „un mat­ti­no, alla fi­nes­t­ra“

Komposition

Ein handgemaltes Wohnzimmer mit Bett und Stuhl
(Foto: Wikimedia Commons: Schiele - Mein Wohnzimmer (Das Zimmer des Künstlers in Neulengbach), 1911)

Abschlusskonzert von Francesco Borghetti (Master Komposition): Szenisches Melodram für Sprechstimme, Kammerorchester und Live-Klangverarbeitung nach einem Originaltext von Roberto Borghetti

HfMDK, SchauspielstudioEschersheimer Landstraße 29,60322 Frankfurt am Main Auf Karte anzeigen
free admission

Syn­op­sis

An ei­nem ge­wöhn­li­chen Mor­gen er­wacht ein Mensch und blickt hin­aus in die Welt – eine Welt, die sich in end­lo­sen Rhyth­men be­wegt, im Wech­sel­spiel von Ord­nung und Zu­fall. Zwi­schen Au­ßen und In­nen ent­spinnt sich ein lei­ses Rin­gen: Be­wuss­tes be­rührt das Un­be­wuss­te, Ge­dan­ken schwei­fen, for­men Bil­der und Wor­te zu ei­ner bild­haf­ten Traum­land­schaft zwi­schen Schlaf und Er­wa­chen.

Aus ver­schwom­me­nen Vi­sio­nen tre­ten Fra­gen her­vor, un­aus­ge­spro­chen und doch spür­bar – Spie­gel ei­nes zer­ris­se­nen In­ne­ren, das im Schat­ten des Da­seins nach Klar­heit sucht. In die­ser Un­ru­he, die zu­gleich die Un­ru­he der Welt ist, of­fen­bart sich die Sehn­sucht nach Lie­be: je­ner Lie­be, die ret­tet und ver­wei­gert, die süß me­lan­cho­lisch bleibt – ein Ha­fen, der sich nur im ei­ge­nen In­ne­ren an­deu­tet.

 

Werk­kom­men­tar

„Un mat­ti­no, alla fi­nes­t­ra“ ist ein in­ne­rer Mo­no­log, ein­dring­lich und bis­wei­len be­klem­mend, der Zer­brech­lich­kei­ten und Un­zu­läng­lich­kei­ten von deut­lich au­to­bio­gra­fi­scher Prä­gung ans Licht bringt. Die in­tro­spek­ti­ve Re­fle­xi­on, die den Au­tor nur schein­bar von der Au­ßen­welt iso­liert, wird zum An­lass ei­nes ge­nera­tio­nen­über­grei­fen­den Dia­logs über eine psy­cho­lo­gi­sche und so­zia­le Ver­fasst­heit, die so­wohl den Au­tor als auch den Kom­po­nis­ten – Va­ter und Sohn – ge­prägt hat.

Der Sohn nimmt die Wor­te des Va­ters auf und ver­in­ner­licht sie, ver­wan­delt sie in das Ma­te­ri­al sei­ner ei­ge­nen künst­le­ri­schen For­schung: Stim­men vie­ler Kör­per, die sich nun aus­wei­ten und dann wie­der er­sti­cken, sich ver­viel­fa­chen und ver­ge­hen, sich lau­schen oder igno­rie­ren, lan­guo­rös ver­klin­gen oder re­so­nie­ren in ei­nem Raum, der sich mal aus­dehnt, mal ver­engt, mal vi­briert und mal ver­stummt.

Durch ihre je­weils ei­ge­nen Aus­drucks­spra­chen be­geg­nen sich die bei­den an ei­nem Fens­ter, das sich zum an­de­ren hin öff­net und des­sen Ob­ses­sio­nen und Un­ru­hen of­fen­bart – in ei­ner Zeit und an ei­nem Ort, die wie auf­ge­ho­ben schei­nen: wie für je­man­den, der am Mor­gen er­wacht mit dem Ge­fühl, we­der wirk­lich ge­schla­fen noch ge­wacht noch ge­lebt zu ha­ben.

 

Ge­samt­dau­er ca. 45 Mi­nu­ten

In ita­lie­ni­scher Spra­che mit deut­schen Über­ti­teln

Kon­zept und Mu­sik von Fran­ces­co Bor­ghet­ti nach ei­nem Ori­gi­nal­text von Ro­ber­to Bor­ghet­ti

 

Re­gie von Tris­tan Steeg 

Di­ri­gat Da­ni­el Sa­ta­nov­ski

Klang­re­gie von Fran­ces­co Bor­ghet­ti un­ter Ein­satz u. a. der Soft­ware „quo“, ent­wi­ckelt von Orm Fin­nen­dahl

 

Per­for­mer:in­nen

Schau­spiel: Ales­san­dro Piz­zu­to

Block­flö­te: Ca­ro­li­ne Roh­de

Oboe: Dayoung Yoon

Kla­ri­net­te: Tomás Jesús Ocaña-Gon­zá­lez

Fa­gott: Ky­ria­kos Ni­ko­laou

Horn: Mer­lin Jo­na­than Fi­scher

Trom­pe­te: Levi Bur­meis­ter

Po­sau­ne: Da­rio Mo­ehr­ke

Gei­gen: Juan Se­bas­tián Gon­zá­lez Ro­dríguez, Se­ong­kyung Jeon

Brat­sche: Yeh-Hsin Lin

Cel­lo: Lu­cé­lia Cruz

Kon­tra­bass: Jo­han­na Win­ter

 

Tech­ni­sche Be­treu­ung: Stef­fen Lan­ge, Mo­ritz Fi­scher

 

Pro­jekt rea­li­siert durch die Kunst­PAKT-För­de­rung