Abschlusskonzert Komposition „un mattino, alla finestra“

Synopsis
An einem gewöhnlichen Morgen erwacht ein Mensch und blickt hinaus in die Welt – eine Welt, die sich in endlosen Rhythmen bewegt, im Wechselspiel von Ordnung und Zufall. Zwischen Außen und Innen entspinnt sich ein leises Ringen: Bewusstes berührt das Unbewusste, Gedanken schweifen, formen Bilder und Worte zu einer bildhaften Traumlandschaft zwischen Schlaf und Erwachen.
Aus verschwommenen Visionen treten Fragen hervor, unausgesprochen und doch spürbar – Spiegel eines zerrissenen Inneren, das im Schatten des Daseins nach Klarheit sucht. In dieser Unruhe, die zugleich die Unruhe der Welt ist, offenbart sich die Sehnsucht nach Liebe: jener Liebe, die rettet und verweigert, die süß melancholisch bleibt – ein Hafen, der sich nur im eigenen Inneren andeutet.
Werkkommentar
„Un mattino, alla finestra“ ist ein innerer Monolog, eindringlich und bisweilen beklemmend, der Zerbrechlichkeiten und Unzulänglichkeiten von deutlich autobiografischer Prägung ans Licht bringt. Die introspektive Reflexion, die den Autor nur scheinbar von der Außenwelt isoliert, wird zum Anlass eines generationenübergreifenden Dialogs über eine psychologische und soziale Verfasstheit, die sowohl den Autor als auch den Komponisten – Vater und Sohn – geprägt hat.
Der Sohn nimmt die Worte des Vaters auf und verinnerlicht sie, verwandelt sie in das Material seiner eigenen künstlerischen Forschung: Stimmen vieler Körper, die sich nun ausweiten und dann wieder ersticken, sich vervielfachen und vergehen, sich lauschen oder ignorieren, languorös verklingen oder resonieren in einem Raum, der sich mal ausdehnt, mal verengt, mal vibriert und mal verstummt.
Durch ihre jeweils eigenen Ausdruckssprachen begegnen sich die beiden an einem Fenster, das sich zum anderen hin öffnet und dessen Obsessionen und Unruhen offenbart – in einer Zeit und an einem Ort, die wie aufgehoben scheinen: wie für jemanden, der am Morgen erwacht mit dem Gefühl, weder wirklich geschlafen noch gewacht noch gelebt zu haben.
Gesamtdauer ca. 45 Minuten
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Konzept und Musik von Francesco Borghetti nach einem Originaltext von Roberto Borghetti
Regie von Tristan Steeg
Dirigat Daniel Satanovski
Klangregie von Francesco Borghetti unter Einsatz u. a. der Software „quo“, entwickelt von Orm Finnendahl
Performer:innen
Schauspiel: Alessandro Pizzuto
Blockflöte: Caroline Rohde
Oboe: Dayoung Yoon
Klarinette: Tomás Jesús Ocaña-González
Fagott: Kyriakos Nikolaou
Horn: Merlin Jonathan Fischer
Trompete: Levi Burmeister
Posaune: Dario Moehrke
Geigen: Juan Sebastián González Rodríguez, Seongkyung Jeon
Bratsche: Yeh-Hsin Lin
Cello: Lucélia Cruz
Kontrabass: Johanna Winter
Technische Betreuung: Steffen Lange, Moritz Fischer
Projekt realisiert durch die KunstPAKT-Förderung