Ab­schieds­vor­le­sung von Prof. Dr. Ma­ria Spychi­ger

Forschung

Connecting patterns. Von der Bedeutsamkeit des Ästhetischen in äußeren und inneren Welten.

HfMDK, Kleiner SaalEschersheimer Landstraße 29,60322 Frankfurt am Main Auf Karte anzeigen
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„By ae­s­the­tic, I mean re­spon­si­ve to the pat­tern which con­nec­ts.“ (Gre­go­ry Ba­te­son, 1979, S. 8).

Die­ser Satz steht als Im­puls­ge­ber hin­ter dem Ti­tel des Vor­trags. Er be­leuch­tet Spiel­räu­me des Ver­bin­den­den und nutzt zur Ori­en­tie­rung ein be­reits be­stehen­des öko­lo­gi­sches Mo­dell des Per­son-Welt-Be­zugs. Um den Be­reich des Äs­the­ti­schen – die sinn­li­che Wahr­neh­mung und Äu­ße­rung, wie sie für die er­fah­ren­de Per­son eine un­be­ding­te Be­deu­tung er­langt – mit sei­nem Po­ten­zi­al und an­thro­po­lo­gi­schen Ge­wicht zu er­fas­sen, wird die­ses Mo­dell aus den Ar­bei­ten der Re­fe­ren­tin um die Sphä­re der Vor­stel­lungs­wel­ten mit ih­ren spe­zi­fi­schen In­hal­ten, Or­ten und Er­fah­run­gen er­wei­tert.

Die in­di­vi­du­el­len und kol­lek­ti­ven äs­the­ti­schen Er­fah­run­gen sind für sich selbst be­deut­sam, aber ihre pro­duk­ti­ve ge­sell­schaft­li­che Kraft er­hal­ten sie erst in der wech­sel­sei­ti­gen An­er­ken­nung und den Netz­wer­ken, in de­nen die­se Art der re­co­gni­ti­on oder re­con­nais­sance er­folgt. Auf den Haupt­ti­tel des Vor­trags rück­füh­rend kön­nen meh­re­re ver­bin­den­de Mus­ter be­nannt wer­den; die wech­sel­sei­ti­ge An­er­ken­nung ist dar­un­ter ein sehr wich­ti­ges (in der Ter­mi­no­lo­gie von Ba­te­son ein „me­ta­pat­tern“). Um die ein­zel­nen ver­bin­den­den Mus­ter zu­ver­deut­li­chen, wer­den auch die kon­tras­tie­ren­den For­men dis­ku­tiert, die als „dis­con­nec­ting pat­terns“ iden­ti­fi­ziert wer­den und wirk­sam sind. Im Fal­le der wech­sel­sei­ti­gen An­er­ken­nung sind dies das Un­sicht­bar­ma­chen, Ab­erken­nen und Ver­fol­gen bis hin zum Ver­nich­ten von Ar­te­fak­ten, Per­so­nen und Le­be­we­sen al­ler Art.

Die Ein­ord­nung der conncec­ting pat­terns in den Kon­text der äs­the­ti­schen Bil­dung er­folgt an­hand kon­kre­ter Bei­spie­le. Die Mu­sik­päd­ago­gik ist eine na­he­lie­gen­de Dis­zi­plin, um sie auf­zu­zei­gen, in in­ne­ren Er­fah­run­gen und klei­nen In­ter­ak­tio­nen eben­so wie in gro­ßen Grup­pen­pro­zes­sen: Die Ma­te­ria­li­en aus der em­pi­ri­schen For­schung im Rah­men der wis­sen­schaft­li­chen Be­glei­tung von Re­spon­se, dem Kom­po­si­ti­ons­pro­jekt der HfMDK für Schul­klas­sen, hal­ten vie­le Sze­nen und Mo­men­te be­reit. Ei­ni­ge (nur sehr we­ni­ge da­von!) wer­den an­hand ei­nes ge­schnit­te­nen Vi­deo­do­ku­ments und ins­be­son­de­re via ori­gi­na­len Sät­zen aus Schü­ler­brie­fen vor­ge­stellt. – Der Aus­blick wird ein wei­ter sein, die Grenz­gän­ge der Äs­the­tik, auch die­je­ni­gen der Ab­schied neh­men­den Re­fe­ren­tin, ver­lau­fen zwi­schen den Dis­zi­pli­nen und sind trans­dis­zi­pli­när ge­wor­den.