Sym­po­si­um Künst­le­ri­sche For­schung 2015

Die AG Künst­le­ri­sche For­schung lud am 9. Mai 2015 zu ei­nem of­fe­nen Aus­tausch über For­schungs­vor­ha­ben von Leh­ren­den der HfMDK Frank­furt und der HfG Of­fen­bach ein. Die Ar­beits­ge­mein­schaft Künst­le­ri­sche For­schung prä­sen­tier­te ih­ren Ar­beits­stand, an­schlie­ßend gab es eine Dis­kus­si­on mit Gäs­ten aus Kunst und Wis­sen­schaft.

Flyer mit der Aufschrift: Künstlerische Praxis als Forschung, Was, wie, warum?
(Photo: HfMDK Frankfurt)

Programm

Abs­trac­ts

Kom­po­si­to­ri­sche Ar­beit im Kon­text tech­no­lo­gi­scher Re­fle­xi­on

Prof. Orm Fin­nen­dahl (Kom­po­si­ti­on - HfMDK)

In Orm Fin­nen­dahls kom­po­si­to­ri­scher Ar­beit steht zu­meist das Ver­hält­nis von In­stru­men­ta­lis­ten und Tech­no­lo­gie (re­prä­sen­tiert durch Live-Elek­tro­nik, Zu­spie­lun­gen, Ma­schi­nen oder Vi­de­os) in ei­nem per­for­ma­ti­ven Zu­sam­men­hang im Vor­der­grund. Die­ses Ver­hält­nis ver­steht er als stell­ver­tre­tend für vie­le, mit Tech­no­lo­gie ver­bun­de­ne ge­sell­schaft­li­che Kon­stel­la­tio­nen. Da­bei spielt die Re­fle­xi­on  des Com­pu­ters in mu­si­ka­li­scher, so­zia­ler, aber auch in­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gi­scher Hin­sicht eine be­son­de­re Rol­le. 

In sei­nem Vor­trag wird Orm Fin­nen­dahl eine selbst ent­wi­ckel­te Ar­beits­um­ge­bung für Live-Elek­tro­nik vor­stel­len, die spe­zi­ell auf eine be­son­de­re Form der Ko­ope­ra­ti­on mit In­stru­men­ta­lis­ten zielt und ei­nen Ein­blick in die Hin­ter­grün­de ih­rer Ent­ste­hung ge­ben. 

Die hö­ren­de Hand

Prof. Ca­the­ri­ne Vi­ckers (Kla­vier - HfMDK)

In den letz­ten ca. zwölf Jah­ren ent­wi­ckel­te die Pia­nis­tin und Päd­ago­gin Ca­the­ri­ne Vi­ckers Kla­vier­übun­gen, spe­zi­ell für zeit­ge­nös­si­sche Mu­sik: Die hö­ren­de Hand. 

Die grund­ton­be­zo­ge­ne Mu­sik bringt, nicht zu­letzt ih­res Ter­zen- und leit­tö­ni­gen Auf­baus we­gen, spe­zi­el­le "Schwün­ge" der Hän­de und Lo­gi­ken des ge­sam­ten Mus­kel­sinn mit sich. Durch das im­mer häu­fi­ger ge­for­der­te Ver­las­sen de To­na­li­tät, ist es un­ver­zicht­bar, die be­reits ver­in­ner­lich­ten "Schwün­ge" der tra­di­tio­nel­len Pia­nis­tik für an­de­re Ton­be­zie­hun­gen zu mo­di­fi­zie­ren und zu er­wei­tern. Nicht nur die Oh­ren, son­dern vor al­lem auch die Hän­de kön­nen so in den ver­schie­de­nen Stil­wel­ten der neu­en Mu­sik eine emo­tio­na­le wie kör­per­li­che Be­rei­che­rung er­le­ben, ge­wis­ser­ma­ßen in sie hin­ein­tau­chen. 

In ih­rem Vor­trag wird Ca­the­ri­ne Vi­ckers die Ent­ste­hungs­be­din­gun­gen die­ser Übun­gen, ih­ren Grund­la­gen und Auf­bau vor­stel­len.

Die hö­ren­de Hand. Zwei Bän­de sind im Schott Ver­lag Mainz er­schie­nen. Band 3 folgt in Kür­ze.

Si­gna­tu­re Prac­tices als Zeit­do­ku­men­te

Prof. Ingo Diehl (Tanz - HfMDK)

An­schlie­ßend an das For­schungs­pro­jekt Tanz­tech­ni­ken 2010 - Tanz­plan Deutsch­land, das Ingo Diehl zwi­schen 2007 und 2011 für die Kul­tur­stif­tung des Bun­des ent­wi­ckelt und ge­lei­tet hat, stellt er das ge­plan­te Fol­ge­pro­jekt Si­gna­tu­re Prac­tices 2020 vor, mit dem er den Stu­di­en­gang MA CoDE zu­künf­tig als Kom­pe­tenz­zen­trum für zeit­ge­nös­si­sche Trai­nings­for­men po­si­tio­nie­ren möch­te. Die­sen Fol­ge­pro­jekt soll phy­si­schen Prak­ti­ken, Me­tho­den, Tech­ni­ken und de­ren un­ter­schied­li­che An­wen­dung auf ei­ner frei zu­gäng­li­chen Web­site do­ku­men­tie­ren du ver­öf­fent­li­chen. Für die­ses Vor­ha­ben ist vor al­lem Pra­xis und Er­fah­rungs­wis­sen not­wen­dig, um Spe­zi­fi­ka zu kom­mu­ni­zie­ren und in an­de­re Me­di­en als den Kör­per zu über­set­zen. 

Licht_Kunst_Räu­me

Prof. ro­sa­lie (Büh­nen­bild - hfg Of­fen­bach) 

Die Künst­le­rin ro­sa­lie ist mit ih­ren Aus­stel­lungs­pro­jek­ten in der zeit­ge­nös­si­schen Bild­kunst, Licht­kunst so­wie mit ih­rem Thea­ter- und Büh­nen­bild­pro­jek­ten in­ter­na­tio­nal prä­sent. Sie hat in die­sen künst­le­ri­schen Dis­zi­pli­nen neue Spra­chen der Äs­the­tik ent­wi­ckelt und me­dia­le Ver­net­zung in in­no­va­ti­ven Grenz­über­schrei­tun­gen rea­li­siert. In­ner­halb des fa­cet­ten­rei­chen OEu­vre der Stutt­gar­ter Künst­le­rin ist die Licht­kunst in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu ei­nem zen­tra­len The­ma ge­wor­den. Zeit­ge­nös­si­sche Ma­te­ria­len, Tech­no­lo­gi­en von größ­ter Kom­ple­xi­tät und di­gi­ta­le Me­di­en bil­den die Ba­sis, aus de­nen ro­sa­lie "neue Uni­ver­sen des Lichts" her­vor­bringt: Licht­kunst­wer­ke von enor­mer Farb­kraft und Emo­tio­na­li­tät. Mit ih­ren Räu­men für Oper, Schau­spiel und Bal­lett ist ro­sa­lie als Büh­nen- und Kos­tüm­bild­ne­rin so­wohl im klas­si­schen Re­per­toire als auch in der Mo­der­ne tä­tig. We­sent­lich für ihr Schaf­fen sind spe­zi­fi­sche Pro­duk­tio­nen mit zeit­ge­nös­si­scher Mu­sik, die voll­kom­men neue For­men des Zu­sam­men­spiels von Licht, Far­be und Rhyth­mus un­ter dem Blick­win­kel ex­pe­ri­men­tel­ler Räu­me er­öff­nen. 

Per­forming the Ar­chi­ve 

Prof. Die­ter Heit­kamp (Tanz - HfMDK)

Am Bei­spiel von go­ing into con­tact_a per­ma­nent spi­ral­in­stal­la­ti­on wird Die­ter Heit­kamp ei­nen Ein­blick in sei­ne An­sät­ze ge­ben, Ver­bin­dun­gen her­zu­stel­len zwi­schen künst­le­ri­scher Pra­xis, Theo­rie, Ver­mitt­lungs­ar­beit und künst­le­ri­scher For­schung und da­bei auf die Ent­wick­lung von Lec­tu­re Per­for­man­ces so­wei die Er­stel­lung und Nut­zung von Ar­chi­ven ein­ge­hen.