Gemeinsame Stellungnahme: Hessische Hochschulen kritisieren geplante Änderungen am Hessischen Klimagesetz

pressemitteilung

DARM­STADT/FRANK­FURT/MAR­BURG. Die Hes­si­schen Uni­ver­si­tä­ten, Hoch­schu­len für An­ge­wand­te Wis­sen­schaf­ten (HAWs) und Kunst­hoch­schu­len kri­ti­sie­ren ge­plan­te Än­de­run­gen am Hes­si­schen Kli­ma­ge­setz. In ei­ner ge­mein­sa­men Stel­lung­nah­me an das Hes­si­sche Um­welt­mi­nis­te­ri­um und das Hes­si­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um war­nen sie vor ei­ner ge­plan­ten Auf­wei­chung der ver­bind­li­chen hes­si­schen Kli­ma­schutz­zie­le mit Aus­wir­kun­gen auch auf die Hoch­schu­len. Be­sorgt zei­gen sie sich über die vor­ge­se­he­ne de-fac­to-Ab­schaf­fung des un­ab­hän­gi­gen und nicht wei­sungs­ge­bun­de­nen wis­sen­schaft­li­chen Kli­ma­bei­rats.

Ge­plan­te Soll- statt Muss-Vor­schrif­ten im Kli­ma­ge­setz wer­ten die Hes­si­schen Hoch­schu­len als ge­ziel­te Auf­wei­chung der hes­si­schen Kli­ma­schutz­zie­le, die auf wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen und dem Über­ein­kom­men von Pa­ris vom 12. De­zem­ber 2015 be­ru­hen. Das Land Hes­sen kön­ne so sei­ner Vor­bild­rol­le nicht wei­ter ge­recht wer­den. Die Hes­si­schen Hoch­schu­len se­hen es fer­ner als un­er­läss­lich, dass wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se, an de­nen auch For­schen­de hes­si­scher Hoch­schu­len be­tei­ligt sind, auch wei­ter­hin als eine wich­ti­ge Grund­la­ge der hes­si­schen Kli­ma­po­li­tik be­rück­sich­tigt wer­den.

Un­ab­hän­gi­ger wis­sen­schaft­li­cher Kli­ma­bei­rat muss bei­be­hal­ten wer­den

Ir­ri­tiert zei­gen sich die Hes­si­schen Hoch­schu­len da­her dar­über, dass der un­ab­hän­gi­ge und nicht wei­sungs­ge­bun­de­ne wis­sen­schaft­li­che Kli­ma­bei­rat mit be­son­de­rer Sach­kun­de in Kli­ma­fra­gen er­setzt wer­den soll durch ei­nen Kli­ma­bei­rat, der durch die Mi­nis­ter nach ei­ge­nen, nicht nä­her de­fi­nier­ten Sach­kun­de­vor­aus­set­zun­gen be­stimmt wird. Dies be­wer­ten die Hoch­schu­len als ei­nen nicht trag­ba­ren Ein­schnitt in das hes­si­sche Kli­ma­ge­setz. Die Hes­si­schen Hoch­schu­len for­dern, den un­ab­hän­gi­gen wis­sen­schaft­li­chen Kli­ma­bei­rat zwin­gend bei­zu­be­hal­ten. Wei­ter­hin spre­chen sich die Hoch­schu­len da­für aus, dass das re­gel­mä­ßi­ge und wis­sen­schaft­lich be­glei­te­te Mo­ni­to­ring von Maß­nah­men für Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung in­klu­si­ve ver­pflich­ten­der Maß­nah­men zur Ziel­er­rei­chung bei­be­hal­ten wird und die Er­geb­nis­se trans­pa­rent ver­öf­fent­licht wer­den.

Aus Sicht der Hes­si­schen Hoch­schu­len ist es zu­dem we­sent­lich, dass der auf wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen be­ru­hen­de Kli­ma­plan Hes­sen auch künf­tig eine ver­läss­li­che Pla­nungs­grund­la­ge für lang­fris­ti­ge In­ves­ti­ti­ons- und Sa­nie­rungs­ent­schei­dun­gen bie­tet. Da­mit die Lan­des­ver­wal­tung wie vor­ge­se­hen bis 2030 net­to-treib­haus­gas­neu­tral or­ga­ni­siert sein kann, be­nö­ti­gen die Hoch­schu­len ne­ben Pla­nungs­si­cher­heit auch ge­eig­ne­te In­stru­men­te. Nicht ver­meid­ba­re Treib­haus­ga­se soll­ten auch wei­ter­hin lan­des­sei­tig ver­pflich­tend über Maß­nah­men mit ho­hem Kli­ma­schutz­nut­zen kom­pen­siert wer­den.

Ins­be­son­de­re im Be­reich der vie­ler­orts sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gen Hoch­schulim­mo­bi­li­en ist ne­ben aus­rei­chen­den Res­sour­cen Pla­nungs­si­cher­heit wich­tig. Um den Hoch­schul­be­trieb auch künf­tig vor Kli­ma­wan­del­fol­gen zu schüt­zen, muss die bau­li­che und tech­ni­sche Re­si­li­enz der Hoch­schul­ge­bäu­de be­rück­sich­tigt wer­den. Da­her ist eine kon­se­quen­te Kli­ma­an­pas­sung der Lan­des­lie­gen­schaf­ten und ih­rer In­fra­struk­tur zwin­gend er­for­der­lich. Nur so kann ge­währ­leis­tet wer­den, dass die Hes­si­schen Hoch­schu­len ih­ren Bil­dungs- und For­schungs­auf­trag auch künf­tig er­fül­len und die Qua­li­tät von Stu­di­um und Leh­re lang­fris­tig ge­si­chert bleibt.

Die Hes­si­schen Hoch­schu­len ap­pel­lie­ren, die dar­ge­leg­ten Ar­gu­men­te und Be­den­ken im wei­te­ren Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren sorg­fäl­tig zu prü­fen und an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen. Sie ste­hen für kon­struk­ti­ve ge­mein­sa­me Ge­sprä­che im Sin­ne der Fort­schrei­bung wis­sen­schaft­lich ba­sier­ter und fun­dier­ter Kli­ma­zie­le ger­ne zur Ver­fü­gung.

Stellungnahme zur geplanten Gesetzesänderung des Hessischen Gesetzes zur Förderung des Klimaschutzes und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (Hessisches Klimagesetz – HKlimaG)

Hoch­schu­le Darm­stadt
Phil­ipps-Uni­ver­si­tät Mar­burg
Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt
Frank­furt Uni­ver­si­ty of Ap­plied Sci­en­ces
Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt
Hoch­schu­le Ful­da
Hoch­schu­le für Bil­den­de Küns­te-Stä­del­schu­le Frank­furt
Hoch­schu­le für Ge­stal­tung Of­fen­bach
Hoch­schu­le Gei­sen­heim
Hoch­schu­le Rhein­Main
Jus­tus-Lie­big-Uni­ver­si­tät Gie­ßen
Tech­ni­sche Hoch­schu­le Mit­tel­hes­sen
Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt
Uni­ver­si­tät Kas­sel

Pres­se­kon­takt

Kon­fe­renz Hes­si­scher Uni­ver­si­täts­prä­si­di­en (KHU)

Phil­ipps-Uni­ver­si­tät Mar­burg

Dr. Ga­brie­le Neu­mann
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Hoch­schu­len für An­ge­wand­te Wis­sen­schaf­ten (HAW)

Hoch­schu­le Darm­stadt / Eu­ro­pean Uni­ver­si­ty of Tech­no­lo­gy

Si­mon Co­lin
Pres­se­spre­cher
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Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt

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