ALL THAT JAZZ

pressemitteilung

Chris­toph Spen­del hat Ge­nera­tio­nen von Stu­die­ren­den be­glei­tet. Am Frei­tag, den 5. No­vem­ber gibt er sein Ab­schieds­kon­zert im Klei­nen Saal der HfMDK – ge­mein­sam mit der Chris­toph Spen­del Group und ei­nem Mu­sik­pro­gramm zwi­schen Jazz, La­tin und Pop, an­ge­rei­chert mit Ele­men­ten aus Nord- und Süd­ame­ri­ka.

Ein Abend un­ter dem Mot­to: Mu­sic bet­ween the Ame­ri­cas and Eu­ro­pe

Und so viel ist si­cher, ein Ru­he­stand wird das nicht – wie Spen­del er­zählt: „Not the Fi­nal Curtain. So ähn­lich hieß es bei Mi­cha­el Jack­son. Ich wer­de wei­ter­hin Kon­zer­te ge­ben. Nach fast 30 Jah­ren Dienst geht ein Ka­pi­tel für mich zu Ende und ein neu­es be­ginnt. Das Kon­zert ist ein Dan­ke­schön an alle Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, Stu­die­ren­de, Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Hau­ses. Und es ist ein Re­lease-Kon­zert für mei­ne neue CD mit mei­ner neu­en Band, der Chris­toph Spen­del Group – CSG, die den Ti­tel „Ave­nue E“ trägt; sie ist der Le­bens­ader Frank­furts ge­wid­met: der Eschers­hei­mer Land­stra­ße. Mit im Pro­gramm ist das Jan Por­tisch Quar­tett des Pia­nis­ten Sö­ren Ries­ner ei­nes ehe­ma­li­gen Stu­den­ten von mir, auf den ich sehr stolz bin. Möge Co­ro­na uns gnä­dig sein.“

Die Mit­glie­der der CSG ha­ben eine lang­jäh­ri­ge Be­zie­hung zur HfMDK: der Bas­sist Tho­mas Hei­de­priem war sehr lan­ge Lehr­be­auf­trag­ter der Jaz­zab­tei­lung, der Schlag­zeu­ger Mar­tin Stand­ke ab­sol­vier­te hier sein Ex­amen und ver­folgt seit­dem eine stei­le Kar­rie­re in der deut­schen Jazz­sze­ne, und der Sa­xo­fo­nist Pe­ter Kloh­mann ge­hört zur Crè­me der Frank­fur­ter Jazz­sze­ne.

Seit 2001 un­ter­rich­te­te Chris­toph Spen­del als Pro­fes­sor für Jazz­kla­vier an der Hoch­schu­le für Mu­sik und Dar­stel­len­de Kunst Frank­furt (HfMDK) und da­vor be­reits 10 Jah­re als Lehr­be­auf­trag­ter. Nach knapp 30 Jah­ren Leh­re ver­ab­schie­det er sich von der HfMDK.

»Prof. Spendel hat Studierende stark gemacht, bot ihnen eine Plattform für ihre ganz unterschiedlichen künstlerischen Aktivitäten. Ich danke Christoph Spendel für seine langjährige Tätigkeit an der HfMDK.«Prof. Elmar Fulda, Präsident der HfMDK

Chris­toph Spen­del: Zur Per­son

Mu­sik ist ihm be­reits in die Wie­ge ge­legt: die Mut­ter Kla­vier­leh­re­rin, mit fünf ers­ter Un­ter­richt. Der On­kel, Gei­ger im Or­ches­ter, spiel­te dem jun­gen Chris­toph Spen­del ei­nes Ta­ges eine der da­mals hip­pen Play-Bach-Plat­ten von Jac­ques Lous­sier vor. Spen­del war be­geis­tert: Mo­to­rik, Swing, Im­pro­vi­sa­ti­on – es galt eine Welt jen­seits der klas­si­schen Mu­sik zu ent­de­cken.

Zum Jazz fand Chris­toph Spen­del dann aber über Pop und Rock. San­ta­na öff­ne­te ein Fens­ter zur La­tin­mu­sik, der er sich spä­ter aus­gie­big wid­me­te. Über­haupt die 70er: Das Jahr­zehnt des Jazz­rock und Ro­ck­jazz, des Amal­ga­mie­rens von Klas­sik-, Rock- und Jazz­ele­men­ten (Keith Emer­sons Band The Nice war für ihn eine Of­fen­ba­rung), ex­ten­si­ver und ex­zes­si­ver Ein­be­zug von Im­pro­vi­sa­ti­on – an­dau­ernd und über­all gab es Neu­es zu ent­de­cken – u.a. bei den da­mals füh­ren­den Jaz­zern, an­ge­führt von Mi­les Da­vis, im Ge­fol­ge Tas­ten­he­ro­en wie Joe Za­win­ul (Wea­ther Re­port), Chick Corea (Re­turn to Fo­re­ver), und na­tür­lich Her­bie Han­cock mit sei­nen Funk-Feu­er­wer­ken.

Sei­ne Aus­bil­dung star­te­te Chris­toph Spen­del als Jung­stu­dent am da­ma­li­gen Folk­wang-Kon­ser­va­to­ri­um in Es­sen. Mit 18 nahm er ein Kla­vier­stu­di­um am Ro­bert-Schu­mann-In­sti­tut Düs­sel­dorf auf, das er zu­guns­ten sei­ner Kon­zert­tä­tig­keit vor­zei­tig be­en­de­te. Fort­an war er na­he­zu non­stop auf Tour: 1975 bis 1980 mit der Grup­pe Jazz­track, zwi­schen­durch mit So­lo­pro­gram­men, ab 1980 im Duo mit dem Vi­bra­fo­nis­ten Wolf­gang Schlü­ter und da­nach mit ei­ge­nen Bands. Sei­ner ers­ten So­lo­plat­te 1977 folg­ten rund 50 wei­te­re Pro­duk­tio­nen als Lea­der und hun­der­te als Si­de­man an Keys oder Kla­vier.

Die Be­geg­nung mit Mi­cha­el Sag­meis­ter, 1978 im Frank­fur­ter Jazz­kel­ler, war der Be­ginn ei­ner bis heu­te wäh­ren­den Zu­sam­men­ar­beit und Freund­schaft. Auch päd­ago­gisch wa­ren die bei­den ein Ge­spann: Durch Sag­meis­ter, der be­reits an der HfMDK un­ter­rich­te, fand 1991 auch Spen­del den Weg in die Eschers­hei­mer Land­stra­ße, zu­nächst im Lehr­auf­trag und ab 2001 schließ­lich als Pro­fes­sor für Jazz­kla­vier.

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